Baden-Württemberg140 Photovoltaikanlagen pro Tag

Photovoltaikanlagen bei einem Camping-Händler in Deißlingen bei Villingen-Schwenningen.
(Bildquelle: Plattform EE BW / Kuhnle & Knödler)
Das Solar Cluster Baden-Württemberg hat jetzt berechnet, wie viele Solarstromanlagen bis 2030 erforderlich sind, damit 2040 das von der Landesregierung formulierte Ziel, klimaneutral zu werden, erreicht werden kann. Demzufolge sind allein auf Hausdächern im Südwesten rund 140 neue mittelgroße Photovoltaikanlagen erforderlich – pro Tag. Wie das Solar Cluster mitteilt, soll der nötige Zuwachs durch die ab 1. Mai 2022 geltende Photovoltaikpflicht beim Häuserbau angekurbelt werden. Die Neuregelung werde am 22. Juli in den Landtag eingebracht. Ab 2023 sei die Pflicht zusätzlich bei grundlegenden Dachsanierungen vorgesehen.
Für neu errichtete, gewerblich genutzte Gebäude – Bürogebäude, Schulen oder Supermärkte – habe das Land die Photovoltaikpflicht bereits seit vergangenem Jahr beschlossen. Sie trete am 1. Januar 2022 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen auch auf neuen Parkplätzen Photovoltaikanlagen installiert werden. Bislang habe dies für eine Größe ab 75 Stellplätzen gegolten – nun habe die Landesregierung die Stellplatzanzahl auf 35 gesenkt. Hier seien jetzt Kommunen und Unternehmen gefordert, für eine schnelle Umsetzung zu sorgen. Dies gelte nicht nur bei neuen Parkplätzen, sondern auch bei bereits bestehenden. Einkaufszentren und andere Einzelhandelsunternehmen könnten so eine wichtige Vorreiterrolle im Klimaschutz übernehmen und gleichzeitig die Bequemlichkeit für ihre Kunden erhöhen: Wer dort einkaufe, könne solange sein E-Auto aufladen. Die Solarüberdachungen bieten außerdem Schutz vor Regen und im Sommer vor Überhitzung.
Landesgesetz allein nicht ausreichend
„Das Landesgesetz allein wird den Ausbau der Solarstromerzeugung jedoch nicht ausreichend vorantreiben können“, sagt Solar-Cluster-Geschäftsführer Franz Pöter. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, brauche es auch deutlich mehr Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern, die nicht unter das Gesetz fallen. Pöter fordert, dass sich die neue Landesregierung auf Bundesebene für eine angemessene Vergütung der Solarstromanlagen einsetzen muss, damit beim Ausbau größere Fortschritte erzielt werden können. Hiervon verspricht er sich einen zusätzlichen Nachfrageschub.
Laut Solar Cluster sind aber auch bessere Rahmenbedingungen auf Bundesebene erforderlich. Konkret gehe es unter anderem um den „atmenden Deckel“ im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG), der bereits bei einem niedrigen Solarzubau eine niedrigere Einspeisevergütung für Neuanlagen vorsehe. Aktuell sinke die Einspeisevergütung jeden Monat deutlich, im Fachjargon Degression genannt. Im Januar habe sie für Anlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung bei 8,16 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde gelegen, derzeit liege sie noch bei 7,74 Cent. Eine Neuanlage, die im Januar angeschlossen wurde, erhalte entsprechend für 20 Jahre eine höhere Vergütung als eine, die in diesem Monat an das Netz geht. Pro Jahr sinke die Vergütung aktuell um rund 15 Prozent.
Regelung gefährdet Energiewende auf dem Dach
Das Problem liege nun darin, dass die Anlagenpreise derzeit nicht mehr fallen oder durch den steigenden Aufwand für Handwerksleistungen sogar steigen. Dadurch werde die Vergütungssenkung nicht mehr aufgefangen. Solarstromanlagen seien aus diesem Grund für Hauseigentümer weniger profitabel. „Das sollte schleunigst geändert werden, da die Regelung die Energiewende auf dem Dach gefährdet“, sagt Pöter. Ein nötiges Werkzeug hierfür sei ein Moratorium, also ein vorübergehender Stopp oder zumindest eine Verlangsamung der Degression bei der Vergütung. Über eine Erhöhung des Zubauziels spätestens ab dem 1. Januar 2022 von 2.500 Megawatt pro Jahr auf 10.000 bis 15.000 Megawatt, wie es auch die Wissenschaft fordert, könne dies ganz einfach erreicht werden, so Pöter. Damit hätten auch die Handwerksbetriebe im Photovoltaikbereich eine solide, attraktivere Kalkulationsbasis und können dringend benötigtes Personal ausbilden.
Auch bei Solarparks auf freiem Feld, schwimmenden Anlagen auf Baggerseen oder der Agri-Photovoltaik in der Landwirtschaft seien Verbesserungen der Rahmenbedingungen erforderlich. Die nötigen Änderungen erstrecken sich von der Genehmigung über Flächenausweisungen bis hin zu Ausschreibungs- und Vergütungsfragen. Es gebe in Sachen Solaroffensive also noch viel zu tun, in Baden-Württemberg und bundesweit.
Hamburg: Solarstrom für mehr als 500 Wohnungen
[08.10.2026] Mehr als 500 Wohnungen im Hamburger Wiesnerring können künftig mit Solarstrom vom eigenen Dach versorgt werden. Green Planet Energy und die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille haben dafür eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher in Betrieb genommen. mehr...
Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt
[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...
BayWa r.e.: Solarprojekt Gresselgrund verkauft
[02.10.2026] BayWa r.e. hat das Solarprojekt Gresselgrund im unterfränkischen Maroldsweisach an iAccess Energy verkauft. Die geplante Freiflächenanlage soll 22 Megawattpeak leisten und mit einem Batteriespeicher von 60 Megawattstunden kombiniert werden. mehr...
RWE: Solarpark in Hessen in Betrieb genommen
[30.09.2026] RWE hat in Sinntal im Main-Kinzig-Kreis seine erste Photovoltaikanlage in Hessen in Betrieb genommen. Der Solarpark mit einer Leistung von rund elf Megawattpeak soll rechnerisch Strom für etwa 3.000 Haushalte erzeugen. mehr...
Stadtwerke Tübingen: Vorarbeiten für Solarpark gestartet
[30.09.2026] Die Stadtwerke Tübingen haben mit den Vorarbeiten für einen neuen Solarpark an der B27 bei Kusterdingen begonnen. Die Anlage mit 1,29 Megawatt Leistung soll im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen und jährlich bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. mehr...
Südwerk: Erprobung von Zaunkonstruktion für Rehwild
[30.09.2026] Südwerk will eine im Bürgersolarpark Memmelsdorf erprobte Zaunkonstruktion für Rehwild künftig auch bei neuen Solarparks prüfen. Die Durchlässe sollen Wildwechsel ermöglichen, ohne auf eine Einfriedung der Anlagen zu verzichten. mehr...
BSW-Solar: Solarrekord im September
[28.09.2026] Deutschland hat bereits Ende September mehr Solarstrom erzeugt als im gesamten Jahr 2025. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht darin einen Beleg für die wachsende Bedeutung der Photovoltaik und fordert mit Blick auf die EEG-Novelle verlässliche Investitionsbedingungen. mehr...
REWAG: Solarpark Haslbach in der Bauphase
[10.09.2026] In Regensburg entsteht derzeit der Solarpark Haslbach. Die Freiflächenanlage soll künftig einen Teil des Strombedarfs des benachbarten Reinhausen-Werks decken. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. mehr...
BSW-Solar: Photovoltaik senkt Börsenstrompreise deutlich
[10.09.2026] Eine Studie des Beratungsunternehmens Enervis kommt zu dem Ergebnis, dass die Börsenstrompreise in Deutschland 2025 ohne Photovoltaik im Schnitt rund 20 Prozent höher gelegen hätten. Der wirtschaftliche Wert der Solarstromerzeugung wird auf 15,7 Milliarden Euro beziffert. mehr...
Mühlhausen: LichtBlick nimmt Solarpark in Betrieb
[10.09.2026] LichtBlick hat in Mühlhausen in Thüringen seinen bislang größten Solarpark in Betrieb genommen. Die Anlage mit rund 71.000 Solarmodulen soll jährlich etwa 45 Gigawattstunden Strom erzeugen und damit rechnerisch mehr als 13.000 Haushalte versorgen. mehr...
Trier: Mehr PV-Anlagen durch Pachtmodell
[07.09.2026] Die Stadt Trier erweitert ihre Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern mit einem Pachtmodell der Stadtwerke. Acht Anlagen sollen künftig rund 529.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen und den städtischen Haushalt entlasten. mehr...
Entega: Solarcarport versorgt Mainzer Arena
[31.08.2026] Vor der Mewa Arena in Mainz hat Entega einen Photovoltaik-Carport mit 605 Kilowattpeak Leistung errichtet. Die Anlage umfasst 146 Stellplätze und 28 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Dezember 2026 geplant. mehr...
Marburg: Ausbildung von Ehrenamtlichen für Solarberatung
[28.08.2026] Die Universitätsstadt Marburg bildet im September erneut ehrenamtliche Solarberaterinnen und -berater aus. Die kostenlosen Online-Schulungen sollen das bestehende Beratungsnetz erweitern und mehr Menschen den Weg zur eigenen Photovoltaikanlage erleichtern. mehr...
swb: Beratungstage zu Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallboxen
[27.08.2026] swb bietet im Herbst Beratungstage zu Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Wallboxen in Bremen und Bremerhaven an. Wer danach einen Vertrag abschließt, kann je nach Kombination von Bonus und Förderung bis zu 1.250 Euro erhalten. mehr...
Rheinland-Pfalz: Solarpflicht für Bestandsgebäude
[26.08.2026] Auf Kommunen kommen neue Vorgaben für die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit Photovoltaik zu. Die Pflicht wird in den kommenden Jahren schrittweise auf bestehende Nichtwohngebäude ausgeweitet. Welche Frist gilt, richtet sich unter anderem nach der Nutzfläche. mehr...
















