Freitag, 25. September 2026

Deutscher LandkreistagEnergiewende und ländlicher Raum

[20.03.2014] Die Energiewende ist laut dem Deutschen Landkreistag Chance und Herausforderung zugleich für den ländlichen Raum. Der Verband fordert deshalb Nachbesserungen beim Referentenentwurf für die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Der Deutsche Landkreistag betont die Rolle des ländlichen Raums bei der Umsetzung der Energiewende.

Der Deutsche Landkreistag betont die Rolle des ländlichen Raums bei der Umsetzung der Energiewende.

(Bildquelle: Jan Freese / pixelio.de)

Bei seiner Jahrestagung 2014 hat der Deutsche Landkreistag (DLT) die Bedeutung der Energiewende für den ländlichen Raum betont. Die Bundesregierung sollte deshalb die diesbezüglichen Interessen der Landkreise angemessen berücksichtigen. „Gerade bei der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist im Blick zu behalten, dass die richtigen Anreize zum Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt werden“, sagt der neu gewählte Präsident Landrat Reinhard Sager. „Der aktuelle Referentenentwurf enthält beispielsweise bezogen auf Windkraftanlagen und dezentrale Energieversorgungskonzepte Regelungen, die die Energiewende behindern können.“ Aus Sicht des ländlichen Raum sei die Energiewende zugleich Chance und Herausforderung. Eine Chance bestehe vor allem in den Wertschöpfungspotenzialen, die mit der zunehmend regenerativ ausgerichteten Energieversorgung einhergehen. Sager: „Dies schafft und sichert bereits jetzt Arbeitsplätze gerade auch in strukturschwachen Gebieten. Ziel ist es vielfach, die Landkreise energieautonom oder sogar zu Exporteuren von erneuerbaren Energien zu machen.“ Herausforderungen für den ländlichen Raum zeigten sich vor allem beim Ausbau des Übertragungsnetzes. „Wenn die Bundesregierung nunmehr den Ausbaukorridor für die erneuerbaren Energien nach unten korrigiert, muss sehr sorgfältig geprüft werden, welche Auswirkungen sich daraus für den Netzausbau ergeben“, erklärt Sager. Wichtig sei in den Kreisen auch, dass Energie bezahlbar bleibt. „Wir hätten uns im Koalitionsvertrag ein klares Bekenntnis zum Prinzip der Gleichpreisigkeit gewünscht. Es kann jedenfalls nicht sein, dass sich die Strompreise in Stadt und Land auseinander entwickeln“, so der DLT-Präsident. Mit Blick auf die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hält der Verband eine stärkere Heranführung der regenerativen Energien an den Markt für einen richtigen Ansatz. Allerdings sei darauf zu achten, dass die Rückführung der Förderung nicht dazu führt, dass wichtige Projekte nicht realisiert werden können. Kontraproduktiv sei die im aktuellen Referentenentwurf vorgesehene Einführung eines Ausbaukorridors für die Windenergie an Land. „Windenergie ist mittlerweile eine sehr kostengünstige Energiequelle, deren Potenzial bestmöglich genutzt werden sollte. Kritisch sehen wir zudem die verstärkte Differenzierung der Einspeisevergütung nach Standortqualitäten: Hier droht die Gefahr, dass sich die Windkraftanlagen selbst in den Mittelgebirgslagen kaum noch rechnen, Refinanzierungsschwierigkeiten inbegriffen.“ Bei der Anpassung von Vergütungssätzen müsse deshalb hinsichtlich der Onshore-Anlagen die betriebswirtschaftliche Sicht bedacht werden.





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