Freitag, 25. September 2026

NaturstromEpochenwechsel für die Energiewende

[27.03.2019] Der Windpark Eselsberg in Nordhessen wird ab 2021 von Naturstrom weiterbetrieben. Die Übernahme gehört zur neuen Strategie des Öko-Energieversorgers, der ein umfangreiches Dienstleistungsangebot für Altanlagenbetreiber anbieten möchte.
Stephan Wenning

Stephan Wenning, bisheriger Betreiber des Windparks Eselsberg, im Gespräch mit Naturstrom-Mitarbeitern.

(Bildquelle: NATURSTROM)

Öko-Energieversorger Naturstrom wird den Windpark Eselsberg bei Trendelburg in Nordhessen für den Weiterbetrieb nach EEG-Ablauf übernehmen. Wie Naturstrom mitteilt, wurden die sieben Anlagen des Windparks bisher von einer Bürgerenergiegesellschaft betriebenen. Ab Anfang 2021 erhalten sie keine Vergütung mehr. Fünf dieser Windräder betreibt Naturstrom dann weiter und beliefert daraus die eigenen Kunden, zwei werden durch eine moderne Anlage ersetzt. Mit der Akquisition treibt der Öko-Energieversorger nach eigenen Angaben seine Strategie voran, ein umfangreiches Dienstleistungsangebot für Altanlagenbetreiber anzubieten. Es reicht von der Vermarktung des Stroms über die technische und kaufmännische Betriebsführung, Service und Wartung für Altanlagen bis hin zu Investitionen in betroffene Anlagen. „Das Ende der EEG-Vergütung für tausende Anlagen markiert einen Epochenwechsel für die Energiewende“, sagt Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender von Naturstrom.

Weiterbetrieb wird kein Selbstläufer

Silvester 2020 endet die EEG-Vergütung für Anlagen, die bereits 20 Jahre und länger am Netz sind. Das betrifft Anlagen mit einer Leistung von rund 4.000 Megawatt (MW), so eine Studie des Beratungsunternehmens Deutsche Windguard. In den Folgejahren kommen noch einmal jährlich im Schnitt 2.300 bis 2.400 MW hinzu. Innerhalb von sechs Jahren fallen mit ungefähr 16.000 MW somit knapp 30 Prozent der in Deutschland installierten Windenergie-Leistung aus dem EEG, meldet Naturstrom. Viele Windanlagen können nicht durch neue ersetzt werden, da sich zahlreiche Anforderungen geändert haben. Die Betreiber stehen also vor der Frage, ob sie die betroffenen Anlagen wirtschaftlich weiterbetreiben können oder stilllegen müssen. „Angesichts stark schwankender Marktpreise wird der Weiterbetrieb gerade der ältesten Anlagen kein Selbstläufer“, sagt Oliver Hummel. „Dabei ist es für die Energiewende enorm wichtig, dass ein Großteil der Erzeugungskapazitäten am Netz bleibt und weiterhin sauberen Strom produziert – zu dann sehr günstigen Preisen.“ Hierfür sei die Optimierung der Erträge ebenso wichtig wie eine Reduzierung der Betriebskosten, so Hummel weiter. „Durch die direkte Vermarktung als Ökostrom an Endkunden erzielen Anlagenbetreiber höhere Erlöse als am Spotmarkt der Strombörse. Gleichzeitig müssen aber auch Betriebsführung und Wartung angepasst werden.“





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