Mittwoch, 4. November 2026

Wien/BerlinGemeinsam für die urbane Energiewende

[09.12.2024] Bei den Vienna Science Days in Berlin trafen sich Ende November Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, um über die Herausforderungen der Energiewende und Dekarbonisierung in Großstädten zu diskutieren. Im Fokus standen die Zusammenarbeit zwischen Wien und Berlin.
Das Bild zeigt Franziska Giffey (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Bürgermeisterin von Berlin, bei der Eröffnungsrede auf den Vienna Science Days in Berlin.

Die Vienna Science Days in Berlin wurden von Bürgermeisterin Franziska Giffey eröffnet.

(Bildquelle: Stadt Wien / Ines Grabner)

Am 27. und 28. November 2024 fanden in Berlin die Vienna Science Days statt, die Expertinnen und Experten aus den Stadtverwaltungen und Universitäten Wiens und Berlins sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammenbrachten. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Internationalen Büros der Stadt Wien. Gemeinsam wurden Strategien zur Dekarbonisierung und Energiewende in den beiden Metropolen diskutiert. Peko Baxant (SPÖ), Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat, betonte die besondere Partnerschaft der beiden Hauptstädte: „Wien und Berlin sind als die beiden größten deutschsprachigen Universitätsstädte ideale Partnerinnen für die Kernidee der Vienna Science Days: die bestmögliche Vernetzung zwischen Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Verwaltung.“

Fernwärme und Geothermie

Ein zentrales Thema der Konferenz war die Rekommunalisierung der Fernwärme, die Franziska Giffey (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Bürgermeisterin von Berlin, als die wichtigste klimapolitische Weichenstellung dieses Jahrzehnts bezeichnete. Sie betonte, dass auch der öffentliche Wohnungsbau eine Schlüsselrolle bei der Wärmewende spiele. Der kommunale Wohnbau der Stadt Wien gelte hier international als Vorbild.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Tiefengeothermie, die als nachhaltige Energiequelle zur Dekarbonisierung beitragen soll. In Wien versorgt eine der leistungsstärksten Großwärmepumpen Europas zehntausende Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme. Auch Berlin hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Elisa Dunkelberg von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Berlin wies aber auch auf Herausforderungen hin: „Es gibt den Konflikt zwischen Grundwasserschutz und der Nutzung von Geothermie. Es wäre interessant zu sehen, inwieweit Trinkwasserleitungen zur Wärmegewinnung genutzt werden können.“

Die abschließende Podiumsdiskussion widmete sich den Potenzialen der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten. Susanne Huneke vom Energieversorger BEW Berliner Energie und Wärme betonte: „Zwei Systeme mit großen Herausforderungen, aber auch enormen Potenzialen. Wenn uns hier die Dekarbonisierung gelingt, setzen wir ein großes Zeichen für den urbanen Raum – als Vorbild für viele andere Städte.“ Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie, erklärte: „Berlin und Wien stehen vor den gleichen Herausforderungen der Mobilitätswende, der Energiewende und der Dekarbonisierung. In Wien wird die tiefe Geothermie eine zentrale Rolle spielen. Auch Berlin hat viele Chancen, die mit großem Engagement verfolgt werden.“

Alexander Schaeff




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Berlin: Solarpflicht wird evaluiert

[04.11.2026] In Berlin sind inzwischen rund 69.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 583 Megawattpeak installiert. Drei Jahre nach Einführung der Solarpflicht prüft der Senat nun, ob das Gesetz angepasst werden muss. mehr...

BMI: Sabotageschutz für Energieanlagen ausgeweitet

[02.11.2026] Die Bundesregierung will den Schutz Kritischer Infrastrukturen vor Sabotage verstärken. Künftig sollen auch Beschäftigte in bestimmten Energieanlagen, virtuellen Kraftwerken und Flüssigerdgas-Terminals einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. mehr...

EEG-Finanzierung: Förderbedarf für 2027 liegt bei 17,5 Milliarden Euro

[29.10.2026] Der Finanzierungsbedarf für die Förderung Erneuerbarer Energien wird 2027 voraussichtlich 17,5 Milliarden Euro betragen. Ausschlaggebend für die Belastung des Bundeshaushalts ist vor allem die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen für Ökostrom und den Erlösen am Strommarkt. mehr...

ASEW: Strom-Umlagen steigen 2027 um knapp 23 Prozent

[27.10.2026] Die Strom-Umlagen steigen 2027 um insgesamt 22,9 Prozent. Vor allem höhere Kosten für die Stromnetze treiben die Belastung nach oben. Auch bei den Netzentgelten und Gaspreisen müssen Verbraucher mit steigenden Kosten rechnen. mehr...

BMWE: Bund und Länder wollen Netzfinanzierung erleichtern

[15.10.2026] Bund und Länder haben sich auf gemeinsame Eckpunkte zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen verständigt. Ein neues Finanzierungsinstrument soll die Eigenkapitalbasis von Stadtwerken stärken und Investitionen in die Energieinfrastruktur erleichtern. mehr...

VKU: Strategie für grüne Gase gefordert

[15.10.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt erste Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Grüngasquote, sieht aber noch erhebliche offene Fragen. Vor allem müsse die Bundesregierung klären, woher die benötigten Mengen an grünen Gasen kommen sollen und welche Kosten auf die Verbraucher zukommen. mehr...

BDEW: Stromsteuersenkung für alle gefordert

[15.10.2026] Der BDEW begrüßt die Ankündigung der CDU, die Stromsteuer bei ausreichendem Haushaltsspielraum für alle Verbrauchergruppen zu senken. Der Verband fordert eine schnelle und dauerhafte Absenkung auf das europäische Mindestmaß. mehr...

Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt

[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...

Grünes Licht für E-Mobilität: Baden-Württemberg födert den Kauf von E-Fahrzeugen und den Bau von Ladesäulen.

MiSpeL: Bundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern

[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt. mehr...

Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik

[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...

Hessen: Gesetzentwurf will Drohnenüberflüge ahnden

[02.10.2026] Hessen will das unbefugte Eindringen in Kritische Infrastruktur und nicht genehmigte Drohnenüberflüge mit einem neuen Straftatbestand ahnden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zum „gemeinschädlichen Hausfriedensbruch“ hat Justizminister Christian Heinz im Bundesrat vorgestellt. mehr...

bericht

Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK

[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...