Freitag, 6. März 2026

Stadtwerke BruchsalJohn Deere erhält grüne Fernwärme

[06.03.2026] Das Bruchsaler Werk von John Deere soll künftig mit geothermisch basierter Fernwärme versorgt werden. Ein neuer Liefervertrag mit den Stadtwerken Bruchsal und die Übernahme der Energiezentrale sollen die Wärmewende vor Ort voranbringen.

Laut eines neuen Liefervertrags versorgen die Stadtwerke Bruchsal den Maschinenhersteller John Deere zukünftig mit grüner Fernwärme.

(Bildquelle: Stadtwerke Bruchsal GmbH)

Das Bruchsaler Werk von John Deere wird künftig mit grüner Fernwärme versorgt. Grundlage ist ein neuer Vertrag zwischen dem Landmaschinenhersteller und den Stadtwerken Bruchsal. Wie der Energieversorger mitteilt, sieht die Vereinbarung vor, dass die Stadtwerke das Werk über eine rund 900 Meter lange Fernwärmeleitung vom Linkenheimer Weg in die John-Deere-Straße mit Wärme beliefern. Gleichzeitig übernehmen sie die Energiezentrale des Standorts. Unterzeichnet wurde der Vertrag gestern im John Deere Training Center in Bruchsal. Am Standort betreibt der Konzern neben seinem europäischen Ersatzteilzentrum E-PDC auch ein Kabinenwerk und ein Trainingszentrum.

Die Fernwärme soll perspektivisch überwiegend aus geothermischer Energie stammen. Anfang Januar hatten die Stadtwerke bereits mit der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal vereinbart, geothermische Wärme aus dem Kraftwerk in das Fernwärmenetz der Stadt einzuspeisen. Dadurch steigt der Anteil erneuerbarer Energien in der Bruchsaler Fernwärmeversorgung nach Angaben des Unternehmens zunächst auf mindestens 60 Prozent. Bis 2035 soll er auf nahezu 100 Prozent wachsen.

Für die Stadtwerke ist der Vertrag Teil ihrer langfristigen Investitionsstrategie. Geschäftsführer Sebastian Haag verweist auf die „SWB Strategie 2045“, mit der der Versorger den Ausbau des Wärmenetzes und den Umstieg auf erneuerbare Quellen vorantreiben will. „Für Haushalte und Unternehmen bedeutet Geothermie Planungssicherheit: stabile Wärmepreise, regionale Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Versorgung“, sagt Haag. Große industrielle Abnehmer wie John Deere gelten dabei als sogenannte Ankerkunden, die den Ausbau der Infrastruktur wirtschaftlich absichern.

Auch der Landmaschinenhersteller sieht in der Vereinbarung einen wichtigen Schritt für den Standort. „Wir setzen künftig am Standort in Bruchsal auf geothermisch erzeugte, grüne Wärme und reduzieren damit den Einsatz fossiler Energieträger. Das ist ein starkes Signal für unseren Produktionsstandort – und für die Region“, sagt Werksleiter Sven Künstler. Matthias Steiner, Leiter des europäischen Ersatzteilzentrums, betont die Bedeutung einer verlässlichen Energieversorgung für effiziente und nachhaltige Logistikprozesse.

Die Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern besteht bereits seit längerem. Auf dem Dach des Ersatzteilzentrums betreiben die Stadtwerke eine großflächige Photovoltaikanlage. Als John Deere Anfang der 1980er-Jahre nach Bruchsal kam, war der Aufbau eines Erdgasnetzes eine Voraussetzung für die Ansiedlung des Werks. Mit dem geplanten Ausstieg aus der Erdgasnutzung bis 2045 im Zuge der deutschen Klimaschutzpolitik rückt nun der Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen in den Mittelpunkt.

Nach Angaben der Stadtwerke soll der Ausbau der Fernwärme langfristig dazu beitragen, die Kernstadt Bruchsal und weitere Gebiete entlang der bestehenden Trassen klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Industrielle Großverbraucher wie das John-Deere-Werk spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie große Wärmemengen abnehmen und so den Netzausbau wirtschaftlich stützen.





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