SaarlandZeMA übernimmt Wasserstoffinfrastruktur von Bosch

Feierliche Übernahme der Wasserstoff-Infrastruktur von Robert Bosch durch das ZeMA.
(Bildquelle: ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gGmbH)
Das ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik übernimmt die Wasserstoff-Infrastruktur von Robert Bosch am Standort Homburg (Saarland) und baut damit einen eigenständigen Forschungsschwerpunkt für angewandte Wasserstofftechnologien auf. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes mitteilt, können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler künftig den gesamten Weg des Wasserstoffs von der Erzeugung über Speicherung und Verteilung bis zur Nutzung unter Realbedingungen erproben.
Die Übernahme gilt als Voraussetzung für das Projekt „HyCATT – Hydrogen Center for Applied Technologies and Transformation“. Das Vorhaben ist auf bis zu zehn Jahre angelegt und umfasst ein Gesamtvolumen von 22,5 Millionen Euro. Das Saarland stellt nach Angaben des Ministeriums bis zu 13 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds bereit, weitere 9,5 Millionen Euro will das ZeMA über öffentliche und private Drittmittel einwerben.
Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) betonte bei der offiziellen Übergabe in Homburg: „Indem wir in eine leistungsfähige Infrastruktur investieren, beschleunigen wir den Wasserstoff-Hochlauf vor Ort.“ Mit dem Schritt stärke das Land die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und unterstütze Unternehmen beim Umstieg auf klimafreundliche Technologien.
Die Anlage ermöglicht es, Technologien entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu entwickeln, zu testen und für den industriellen Einsatz vorzubereiten. Laut Stefan Hamelmann, technischem Werkleiter von Bosch Homburg, war der Aufbau des Wasserstoffkreises für das Werk eine außergewöhnliche Investition. Parallel zur Industrialisierung von Wasserstoff-Erzeugnissen habe man Kompetenzen in Herstellung und Anwendung in verschiedenen Sektoren aufgebaut. Das Projekt sei vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und gemeinsam mit dem Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme über drei Jahre evaluiert worden. Mit der Übergabe an das ZeMA könne das System nun langfristig wissenschaftlich weiterentwickelt werden.
Mit HyCATT will sich das Saarland als Standort für anwendungsnahe Wasserstoffforschung positionieren. Lennard Margies, Forschungsbereichsleiter HyCATT, sieht in der Infrastruktur eine leistungsfähige Plattform, um Technologien unter realen Bedingungen zu optimieren und schneller in die industrielle Anwendung zu bringen. Dadurch entstünden neue Wertschöpfungspotenziale für die saarländische Industrie.
Auch die ZeMA-Geschäftsführung bewertet den Schritt als strategisch. Geschäftsführer Paul Motzki verweist auf einen neuen Forschungsbereich mit Fokus auf angewandte Wasserstofftechnologien, der aus bestehenden Projekten hervorgehe. Geschäftsführerin Susan Pulham hebt die Bedeutung für das regionale Forschungsnetzwerk hervor: Die Infrastruktur schaffe eine Plattform, um Hochschulen und Forschungseinrichtungen einzubinden, Nachwuchskräfte praxisnah zu qualifizieren und Innovationen rascher in marktfähige Lösungen zu überführen.
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