Montag, 12. Januar 2026

PotsdamKlima-Monitor vorgestellt

[26.09.2025] Potsdam hat ein neues Online-Werkzeug für den Klimaschutz vorgestellt. Der Klima-Monitor zeigt aktuelle Daten zu Energie, Verkehr und Emissionen und macht Fortschritte wie Defizite sichtbar.

Präsentation des neuen Klima-Monitors der Stadt Potsdam.

(Bildquelle: Landeshauptstadt Potsdam/Christine Homann)

Wie die Landeshauptstadt Potsdam mitteilt, ist vergangene Woche das Internetportal klima-monitor.potsdam.de online gegangen. Die Plattform bündelt Daten zu Klimaschutzmaßnahmen, Energieverbräuchen und Treibhausgasen und soll die Umsetzung der städtischen Klimaziele nachvollziehbar machen. Kernstück ist ein interaktiver CO₂-Zukunfts-Simulator, mit dem sich die Wirkung verschiedener Maßnahmen auf die Emissionsbilanz erproben lässt.

„Der Potsdamer Klima-Monitor macht Klimaschutz messbar, nachvollziehbar und transparent. Er zeigt, wo wir stehen, welche Fortschritte wir bereits erreicht haben und welche Herausforderungen noch vor uns liegen“, erklärt Lars Schmäh, kommissarischer Leiter des Fachbereichs Klima, Umwelt und Grünflächen. Ziel ist es, die Emissionen bis 2045 um 95 Prozent zu senken. Das Portal soll nicht nur Verwaltung und Wissenschaft als Arbeitsinstrument dienen, sondern auch Bürgerinnen und Bürgern sowie der Stadtpolitik Orientierung geben.

CO₂-Rückgang trotz Bevölkerungszuwachs

Die Daten zeigen, dass die Treibhausgasemissionen von 2003 bis 2023 trotz Bevölkerungswachstum von etwa 904.000 auf 695.000 Tonnen zurückgegangen sind. Mit 3,9 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten pro Kopf liegt Potsdam im Vergleich zu 25 anderen Großstädten am besten. Langfristig strebt die Stadt eine Reduktion auf 120.000 Tonnen pro Jahr bis 2045 an.

Die Fernwärme trägt zu den Fortschritten bei, auch wenn sie noch überwiegend aus fossilem Gas stammt. Kraft-Wärme-Kopplung sorgt dabei für geringere Emissionen als herkömmliche Heizungen. Gesetzliche Vorgaben schreiben einen steigenden Anteil erneuerbarer Wärme vor: mindestens 30 Prozent bis 2030, 80 Prozent bis 2040 und vollständige Umstellung bis 2045. Deutlich schwächer schneidet Potsdam bei der fossilfreien Stromerzeugung ab.

Fortschritte im Verkehrssektor

Im Verkehr hingegen verzeichnet die Stadt Fortschritte: Nur 27 Prozent aller Wege wurden 2023 mit dem Auto zurückgelegt, der Rest mit Rad, zu Fuß oder mit Bus und Bahn. Der Energieeinsatz im Verkehr sank zwischen 2003 und 2023 von rund 700.000 auf etwa 650.000 Megawattstunden. Auch in kommunalen Einrichtungen ist der Energieverbrauch trotz wachsender Gebäudeflächen rückläufig. Auffällig ist die Straßenbeleuchtung: Durch die Umstellung auf LED sank der Stromverbrauch von rund 6.500 Megawattstunden 2003 auf 4.200 Megawattstunden 2024. Seit 2020 nutzt der Kommunale Immobilienservice zudem ausschließlich Ökostrom.

Defizite bestehen bei der Sanierungsquote im Wohnungsbestand, die derzeit bei 0,8 Prozent liegt. Laut Masterplan müsste sie bis 2045 auf 2,5 Prozent steigen. Baukosten, Kreditbedingungen und der Fachkräftemangel bremsen den Fortschritt. Der Stromverbrauch der Stadt ist insgesamt gestiegen, pro Kopf jedoch gesunken – von 3.300 Kilowattstunden im Jahr 2003 auf 2.700 im Jahr 2023.

Der Klima-Monitor ist Teil des Smart-City-Projekts Potsdams und bis 2027 durch Fördermittel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen abgesichert. Am 28. September wird er beim Potsdamer Umweltfest im Volkspark vorgestellt, wo rund 100 Aussteller Ideen für nachhaltiges Leben präsentieren.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb

[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...

Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert

[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...

Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie

[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...

BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs

[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...

Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen

[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...

AEE: Tool soll Klimaschutz und Energiewende vermitteln

[28.11.2025] Ein neues mehrsprachiges Online-Tool soll Kommunen und Institutionen helfen, Klimaschutz und Energiewende verständlich zu vermitteln. Entwickelt wurde das kostenlose Awareness Toolkit im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts Energiewende Partnerstadt 3.0. mehr...

Difu: Sechs klimaaktive Kommunen ausgezeichnet

[27.11.2025] Sechs Kommunen erhalten im Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2025 jeweils 40.000 Euro für besonders gelungene Klimaschutzprojekte. Ziel des vom Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobten Wettbewerbs ist es, wirksame lokale Maßnahmen sichtbar zu machen und Nachahmer zu finden. mehr...

Osnabrück: Erster Klima-Abend

[25.11.2025] In Osnabrück haben vergangene Woche rund 200 Gäste beim ersten Klima-Abend der Stadt über Wege zur Klimaneutralität 2040 diskutiert. Die Veranstaltung bot laut Stadt Einblicke in zentrale Handlungsfelder und viel Raum für direkten Austausch. mehr...

Difu: Auszeichnung von klimaaktiven Kommunen

[24.11.2025] Auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin werden diese Woche am 25. November die sechs Preisträger des Bundeswettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2025“ vorgestellt. Jede ausgezeichnete Kommune erhält 40.000 Euro, insgesamt stehen 240.000 Euro bereit. mehr...

Mainz: Fördermittel ausgeschöpft

[24.11.2025] Das Mainzer Förderprogramm für Photovoltaik-Speicher ist beendet, die Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIPKI sind vollständig vergeben. Rund 500.000 Euro ermöglichten den Bau hunderter Anlagen mit großer Solar- und Speicherkapazität. mehr...

Baden-Württemberg: Positive Bilanz zu Klimaschutz-Projekt

[20.11.2025] Vier Kommunen in Baden-Württemberg ziehen zwei Jahre nach Start des Landesprojekts „Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035“ eine positive Bilanz. Denzlingen, Freiburg, Ludwigsburg und der Landkreis Calw haben ihre Förderung für zahlreiche Klimaschutzvorhaben genutzt. mehr...

Kreis Uelzen: Förderbescheid für digitales Standortprofil

[17.11.2025] Niedersachsen fördert ein digitales Standortprofil, das die erneuerbaren Energien im Landkreis Uelzen präziser erfassen und nutzbar machen soll. Der Landkreis, der sich bereits vollständig mit lokal erzeugtem Ökostrom versorgt, erhält dafür gut 52.000 Euro. mehr...

Bad Münstereifel: Energie-Kommune trotz Flut

[14.11.2025] Mit viel Beteiligung und klaren Plänen baut Bad Münstereifel nach der Flut von 2021 eine neue Energiezukunft auf. Die Stadt setzt auf Sonne und Wind sowie auf Beratung und Austausch. Dafür wurde sie von der Agentur für Erneuerbare Energien zur Energie-Kommune des Monats ernannt. mehr...

Bonn: Onlinebeteiligung zu Klimaplan

[13.11.2025] Die Stadt Bonn startet eine Onlinebeteiligung zur Fortschreibung ihres Klimaplans 2035. Bis zum 30. November können Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen und Kommentare zu den überarbeiteten Klimaschutzmaßnahmen abgeben. mehr...

badenova: Förderung von acht Klima- und Wasserschutzprojekten

[13.11.2025] Der badenova Innovationsfonds fördert im Herbst 2025 acht neue Projekte für Klima- und Wasserschutz in Baden-Württemberg mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Damit setzt der Energieversorger eigene Akzente für grüne Quartiere, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Mobilität in der Region. mehr...