Donnerstag, 4. Juni 2026

Bad MünstereifelEnergie-Kommune trotz Flut

[14.11.2025] Mit viel Beteiligung und klaren Plänen baut Bad Münstereifel nach der Flut von 2021 eine neue Energiezukunft auf. Die Stadt setzt auf Sonne und Wind sowie auf Beratung und Austausch. Dafür wurde sie von der Agentur für Erneuerbare Energien zur Energie-Kommune des Monats ernannt.

PV, Windkraft und viel Beteiligung machen Bad Münstereifel zur Energiekommune des Monats November.

(Bildquelle: Stadt Bad Münstereifel/Mager)

Bad Münstereifel wird für seine Arbeit an einer stabilen und klimafesten Zukunft ausgezeichnet. Die Agentur für Erneuerbare Energien hat die Stadt zur „Energie-Kommune des Monats November 2025” gekürt. Die Auszeichnung geht an Kommunen, die mit erneuerbaren Energien und einer aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vorangehen. Quelle der Nachricht ist die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Die Stadt an der Erft war 2021 besonders stark von der Flut betroffen. Seitdem richtet sie den Wiederaufbau neu aus. Dabei arbeiten der Kreis Euskirchen und die Stadtverwaltung eng zusammen. Bei den Bau- und Sanierungsarbeiten sollen nicht nur Fachleute, sondern auch Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden. Das Ziel ist ein Ort, der künftigen Generationen besser standhält.

Beratung und Austausch

Seit Juli 2024 gibt es ein kostenloses Energieberatungsangebot. Es werden Modernisierungspläne, neue Technik, Förderprogramme und Vorschriften in einfacher Sprache erklärt. Ein Klima-Café bietet einmal im Monat Raum für Gespräche über Klimafolgen, Anpassungen und den sozial-ökologischen Wandel. Anfang 2026 soll dieses Format überarbeitet werden.

Auch beim geplanten Windpark werden die Menschen vor Ort einbezogen. Eine der drei Anlagen ist als „Bürgerinnenwindrad“ geplant. Sie soll ab 2029 Erträge an die Anteilseignerinnen und Anteilseigner auszahlen. Das soll die Zustimmung erhöhen. Parallel dazu baut die Stadt ein Solardachkataster auf. Damit will sie die Nutzung von Photovoltaik auf privaten Häusern, städtischen Gebäuden, Gewerbedächern und geeigneten Freiflächen gezielt fördern.

Beitrag zum Strukturwandel

Bad Münstereifel versteht sich als Teil des Rheinischen Reviers. Diese Region muss sich bis 2030 mit dem Ausstieg aus der Braunkohle neu aufstellen. Mit konkreten Projekten will die Stadt zeigen, wie dieser Wandel gelingen kann.

Robert Brandt, Geschäftsführer des AEE, sagt: „Dass Bad Münstereifel nach der Flutkatastrophe neuen Mut schöpft und den Wandel aktiv mit der Bevölkerung gestaltet, ist ein inspirierendes Beispiel für ganz Deutschland.“ Hier entstünden „echte Zukunftsperspektiven durch gemeinsames Handeln“.





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