Bad BerleburgEnergie-Kommune mit Wind, PV und Verkehrswende

Bad Berleburg setzt beim Umbau der Energieversorgung auf Biomasse, grünen Strom und neue Mobilitätskonzepte.
(Bildquelle: Stadt Bad Berleburg)
Bad Berleburg gilt seit Jahren als Vorreiter in Sachen nachhaltige Stadtentwicklung. So wurde die Stadt bereits 2020 als „Nachhaltigste Kleinstadt Deutschlands“ ausgezeichnet und beteiligt sich am Programm „Global Nachhaltige Kommune“. Nach Auffassung der AEE verbindet die Stadt Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung und sozialen Beteiligungsmodellen.
Die rund 18.400 Einwohner zählende Kommune verfolgt seit 2018 eine Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen soll. Verwaltung und Politik betrachten die Energiewende demnach als Querschnittsaufgabe. Sie betrifft Energieversorgung, Wärmeplanung und Mobilität gleichermaßen.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Seit 2019 installiert die Stadt Photovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden. Sechs Anlagen sind bereits in Betrieb. Weitere Projekte sind geplant. Darüber hinaus stellt die Kommune Dächer für Bürgersolaranlagen zur Verfügung. Dadurch sollen sich Bürgerinnen und Bürger finanziell an der Energiewende beteiligen können.
Noch größer fällt der Ausbau der Windenergie aus. Bereits heute stehen acht Windkraftanlagen im Stadtgebiet. Langfristig rechnet die Stadt mit insgesamt etwa 60 Anlagen. Dazu gehört auch ein interkommunaler Windpark mit der Nachbarstadt Hallenberg.
WestfalenWIND plant mit
Laut der Stadt ist dies derzeit das größte Projekt zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Die von der WestfalenWIND-Gruppe geplanten und von Engie umgesetzten Projekte umfassen 32 Windenergieanlagen. Der Bau hat bereits begonnen. Bis 2027 sollen die Anlagen jährlich rund 500.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Das würde rechnerisch für etwa 142.000 Haushalte reichen.
Die Stadt legt eigenen Angaben zufolge Wert darauf, dass die Bevölkerung wirtschaftlich vom Ausbau profitiert. Vorgesehen ist ein jährlicher Zuschuss von 60 Euro pro Einwohnerin und Einwohner für klimafreundlichen Strom. Zudem sollen Beteiligungsmodelle zusätzliche Einnahmen ermöglichen. Ein Teil der Erträge soll in eine Nachhaltigkeitsstiftung fließen, die Projekte in den Ortsteilen unterstützt.
Für die Planung hat Bad Berleburg früh einen Teilflächennutzungsplan entwickelt. Dieser soll den Natur- und Artenschutz berücksichtigen und die Belastung einzelner Ortschaften begrenzen. Die Stadt betont außerdem die Bedeutung transparenter Planungsverfahren.
Bio-Wärme für den Sport
Neben der Stromerzeugung beschäftigt sich die Kommune zunehmend auch mit der Wärmeversorgung. So versorgt beispielsweise ein Biomasse-Heizkraftwerk seit 2004 das Rothaarbad und eine Dreifachturnhalle mit Wärme. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung prüft die Stadt weitere Möglichkeiten wie Geothermie, Solarthermie und Großwärmepumpen. Auch Wärmenetze spielen eine Rolle.
Eine Energiegenossenschaft arbeitet derzeit an einem Nahwärmenetz für mehrere Ortsteile. Zudem lässt die Stadt das Potenzial für grünen Wasserstoff untersuchen. Hintergrund ist der erwartete Stromüberschuss aus der Windenergie. Die Analyse soll zeigen, wie Wasserstoff beispielsweise für Industrieprozesse oder den Verkehr genutzt werden könnte.
Auch die Mobilität ist Teil der Strategie. So sieht das „Mobilitätskonzept 2040“ den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, des Radverkehrs und der Ladeinfrastruktur für Elektroautos vor. Ergänzt wird dies durch das Projekt „Go Si-Wi Go“. Dabei testet die Region flexible Rufbus-Angebote für den ländlichen Raum. Perspektivisch wäre auch autonomes Fahren denkbar.
Energie-Kommune: Bremen will Klimaneutralität bis 2038
[15.06.2026] Bremen möchte seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2038 um 95 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. So sieht es die Klimaschutzstrategie des Landes vor. Dafür wurde sie jetzt von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune des Monats Juni ausgezeichnet. mehr...
BEEKOMM: Thüringen erhält 1,6 Millionen Euro Förderung
[05.06.2026] Mit dem Projekt BEEKOMM unterstützt Thüringen Kommunen beim schnelleren Ausbau von Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik. Bund und Land stellen dafür Fördermittel bereit und finanzieren neue Beratungsangebote, die Planungsprozesse vor Ort beschleunigen sollen. mehr...
Netzwerk Altmühlfranken: Auszeichnung für Energie- und Wärmewendeprojekte erhalten
[03.06.2026] Das kommunale Klimaschutznetzwerk Altmühlfranken ist für seine interkommunale Zusammenarbeit bei Energie- und Wärmewendeprojekten ausgezeichnet worden. In drei Jahren entstanden 38 gemeinsame Konzepte und Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region deutlich vorangebracht haben. mehr...
eueco: Neue Leitfadenreihe zur Bürgerbeteiligung veröffentlicht
[28.05.2026] eueco hat eine neue Leitfadenreihe für Bürgerbeteiligung an Projekten mit erneuerbaren Energien veröffentlicht. Hintergrund sind strengere Vorgaben, wachsender Finanzierungsdruck und der steigende Bedarf an standardisierten Beteiligungsmodellen für Kommunen, Stadtwerke und Projektierer. mehr...
Oberpfalz: Kommunales Klimaschutz-Netzwerk gegründet
[26.05.2026] In der Oberpfalz hat ein kommunales Klimaschutz-Netzwerk für den Ausbau erneuerbarer Energien seine Arbeit aufgenommen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll Städte und Gemeinden bei Speichertechnik, Netzausbau und Finanzierungsmodellen enger zusammenbringen. mehr...
Baden-Württemberg: Zum letzten Mal erhalten Kommunen den European Energy Award
[15.05.2026] Baden-Württemberg hat acht Kommunen mit dem European Energy Award ausgezeichnet, der in Deutschland nun ausläuft. Neue Klimaschutzmanagement-Systeme sollen den Übergang sichern und Kommunen beim Ausbau ihrer Klimaschutzmaßnahmen weiter unterstützen. mehr...
Klimakommune Deutschland: Neues Programm für kommunalen Klimaschutz vorgestellt
[12.05.2026] Der Verein Klimakommune Deutschland hat ein neues Programm für kommunalen Klimaschutz und die Umsetzung der Energiewende vorgestellt. Nach dem Aus des European Energy Award sollen Städte, Gemeinden und Landkreise damit wieder ein strukturiertes Instrument für Klimastrategien und Emissionsminderung erhalten. mehr...
Bundeswirtschaftsministerium: Wettbewerb für klimafreundliche Quartiere
[06.05.2026] Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen neuen Innovationswettbewerb für Energiequartiere gestartet. Ziel ist es, bestehende Stadtteile effizienter, widerstandsfähiger und klimaverträglicher zu machen. Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober 2026 möglich. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Hochschulen legen CO2-Bilanz vor
[28.04.2026] Nordrhein-Westfalens Hochschulen legen erstmals eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vor. Die Daten aus 30 öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zeigen, wo Emissionen entstehen, welche Maßnahmen bereits greifen und warum daraus nun ein dauerhaftes Klimamonitoring folgt. mehr...
Wuppertaler Stadtwerke: Podcast-Folge zu kommunalen Transformationsprozessen
[28.04.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke widmen eine neue Podcast-Folge der Frage, wie Kommunen lokale Transformationsprozesse trotz knapper Mittel steuern können. Im Gespräch mit Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht es um Zielkonflikte bei Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz – und um politische Strategien, die vor Ort tragfähig bleiben. mehr...
dena Energy Award: Bewerbungsphase eröffnet
[22.04.2026] Der dena Energy Award startet zum 20-jährigen Bestehen mit neuem Namen und erweitertem Fokus auf Dekarbonisierung. Unternehmen können sich bis Juni 2026 mit messbaren Effizienz- und Klimaschutzprojekten bewerben, die als Vorbild dienen. mehr...
Helmstedt: Energie-Kommune auch dank Bürgerförderung
[21.04.2026] Die Stadt Helmstedt treibt den Wandel ihrer Energieversorgung voran. Eine neue Wärmeplanung, große Projekte für Windkraft und Speicher sowie Bürgerförderung stehen im Mittelpunkt. Dafür erhält die Kommune eine bundesweite Auszeichnung. mehr...
Görlitz: Fahrplan für die klimaneutrale Stadt
[20.04.2026] Nach vier Jahren endet das Projekt TRUST in Görlitz mit mehreren Handlungsempfehlungen für den Weg zur Klimaneutralität. Die Ergebnisse stellte das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau Ende März im Rathaus vor. mehr...
Wolfsburg: Klimaneutrale Verwaltung bis 2040
[14.04.2026] Die Stadt Wolfsburg hat ein Konzept zur Klimaneutralität ihrer Verwaltung vorgelegt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2040 deutlich zu senken. Nun soll das Papier in die politischen Gremien eingebracht werden. mehr...












