Mittwoch, 13. Mai 2026

Bad BerleburgEnergie-Kommune mit Wind, PV und Verkehrswende

[13.05.2026] Die Stadt Bad Berleburg wurde von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur „Energie-Kommune des Monats Mai 2026“ gekürt. Die nordrhein-westfälische Kommune setzt auf Windkraft, Photovoltaik und neue Mobilitätskonzepte. Ihr Ziel ist es, bis 2035 treibhausgasneutral zu sein.

Bad Berleburg setzt beim Umbau der Energieversorgung auf Biomasse, grünen Strom und neue Mobilitätskonzepte.

(Bildquelle: Stadt Bad Berleburg)

Bad Berleburg gilt seit Jahren als Vorreiter in Sachen nachhaltige Stadtentwicklung. So wurde die Stadt bereits 2020 als „Nachhaltigste Kleinstadt Deutschlands“ ausgezeichnet und beteiligt sich am Programm „Global Nachhaltige Kommune“. Nach Auffassung der AEE verbindet die Stadt Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung und sozialen Beteiligungsmodellen.

Die rund 18.400 Einwohner zählende Kommune verfolgt seit 2018 eine Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen soll. Verwaltung und Politik betrachten die Energiewende demnach als Querschnittsaufgabe. Sie betrifft Energieversorgung, Wärmeplanung und Mobilität gleichermaßen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Seit 2019 installiert die Stadt Photovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden. Sechs Anlagen sind bereits in Betrieb. Weitere Projekte sind geplant. Darüber hinaus stellt die Kommune Dächer für Bürgersolaranlagen zur Verfügung. Dadurch sollen sich Bürgerinnen und Bürger finanziell an der Energiewende beteiligen können.

Noch größer fällt der Ausbau der Windenergie aus. Bereits heute stehen acht Windkraftanlagen im Stadtgebiet. Langfristig rechnet die Stadt mit insgesamt etwa 60 Anlagen. Dazu gehört auch ein interkommunaler Windpark mit der Nachbarstadt Hallenberg.

WestfalenWIND plant mit

Laut der Stadt ist dies derzeit das größte Projekt zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Die von der WestfalenWIND-Gruppe geplanten und von Engie umgesetzten Projekte umfassen 32 Windenergieanlagen. Der Bau hat bereits begonnen. Bis 2027 sollen die Anlagen jährlich rund 500.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Das würde rechnerisch für etwa 142.000 Haushalte reichen.

Die Stadt legt eigenen Angaben zufolge Wert darauf, dass die Bevölkerung wirtschaftlich vom Ausbau profitiert. Vorgesehen ist ein jährlicher Zuschuss von 60 Euro pro Einwohnerin und Einwohner für klimafreundlichen Strom. Zudem sollen Beteiligungsmodelle zusätzliche Einnahmen ermöglichen. Ein Teil der Erträge soll in eine Nachhaltigkeitsstiftung fließen, die Projekte in den Ortsteilen unterstützt.

Für die Planung hat Bad Berleburg früh einen Teilflächennutzungsplan entwickelt. Dieser soll den Natur- und Artenschutz berücksichtigen und die Belastung einzelner Ortschaften begrenzen. Die Stadt betont außerdem die Bedeutung transparenter Planungsverfahren.

Bio-Wärme für den Sport

Neben der Stromerzeugung beschäftigt sich die Kommune zunehmend auch mit der Wärmeversorgung. So versorgt beispielsweise ein Biomasse-Heizkraftwerk seit 2004 das Rothaarbad und eine Dreifachturnhalle mit Wärme. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung prüft die Stadt weitere Möglichkeiten wie Geothermie, Solarthermie und Großwärmepumpen. Auch Wärmenetze spielen eine Rolle.

Eine Energiegenossenschaft arbeitet derzeit an einem Nahwärmenetz für mehrere Ortsteile. Zudem lässt die Stadt das Potenzial für grünen Wasserstoff untersuchen. Hintergrund ist der erwartete Stromüberschuss aus der Windenergie. Die Analyse soll zeigen, wie Wasserstoff beispielsweise für Industrieprozesse oder den Verkehr genutzt werden könnte.

Auch die Mobilität ist Teil der Strategie. So sieht das „Mobilitätskonzept 2040“ den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, des Radverkehrs und der Ladeinfrastruktur für Elektroautos vor. Ergänzt wird dies durch das Projekt „Go Si-Wi Go“. Dabei testet die Region flexible Rufbus-Angebote für den ländlichen Raum. Perspektivisch wäre auch autonomes Fahren denkbar.





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