HelmstedtEnergie-Kommune auch dank Bürgerförderung

Helmstedt setzt auf bürgernahe Projekte bei Wärme- sowie Stromversorgung.
(Bildquelle: Times / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)
Die Stadt Helmstedt ist als „Energie-Kommune des Monats“ durch die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ausgezeichnet worden. Die Kommune in Niedersachsen mit rund 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern stehe beispielhaft für den Wandel von einer fossil geprägten Region hin zu erneuerbaren Energien und nachhaltiger Wärmeversorgung.
Helmstedt blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die frühere Universitätsstadt war bis 1810 ein wichtiger Bildungsstandort. Später lag sie direkt an der innerdeutschen Grenze. Heute setzt die Stadt auf neue Energieprojekte und eine nachhaltige Entwicklung.
Neue Wärmeplanung
Im Mittelpunkt steht eine sogenannte kommunale Wärmeplanung. Das ist ein Konzept, mit dem Städte ihre künftige Wärmeversorgung planen. Erstellt wurde sie laut Mitteilung von Green Planet Energy und greenventory. Grundlage ist eine Analyse des aktuellen Energieverbrauchs und möglicher erneuerbarer Quellen.
Die Stadt untersucht dabei Wohn- und Gewerbegebiete. Ziel ist es, fossile Heizungen zu ersetzen. Zehn Gebiete sind bereits für neue Wärmenetze vorgesehen. Der jährliche Wärmebedarf könnte durch Sanierungen von 267 auf 190 Gigawattstunden sinken. Eine Gigawattstunde ist eine Maßeinheit für Energie.
Auch neue Wärmequellen werden geprüft. Dazu zählt die sogenannte Seethermie. Dabei wird Wärme aus einem See gewonnen. In Helmstedt könnte der Lappwaldsee dafür genutzt werden. Zudem wird die Abwärme einer Müllverbrennungsanlage einbezogen. Langfristig strebt die Stadt eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung an. Das bedeutet, dass keine klimaschädlichen Gase mehr ausgestoßen werden sollen.
Windkraft und Speicher
Neben der Planung entstehen auch neue Anlagen. Im Helmstedter Revier, einem früheren Bergbaugebiet, ist ein Windpark mit rund 13 Megawatt genehmigt. Zwei Anlagen werden gebaut. Insgesamt könnten in den kommenden Jahren Wind- und Solaranlagen mit bis zu 400 Megawatt entstehen. Das würde Strom für etwa 150.000 Haushalte liefern.
Auch Bioenergie spielt eine Rolle. Am Standort der Bioenergie Dieckmann ging 2024 eine Anlage zur Verflüssigung von Kohlendioxid in Betrieb. Kohlendioxid ist ein Gas, das beim Verbrennen entsteht. Das aufbereitete Gas wird unter anderem für industrielle Zwecke genutzt.
Ein weiteres Projekt ist ein großer Batteriespeicher. Kyon Energy plant eine Anlage mit 110 Megawatt Leistung und 220 Megawattstunden Kapazität. Solche Speicher gleichen Schwankungen bei Wind- und Solarstrom aus und stabilisieren das Netz.
Zur wirtschaftlichen Entwicklung soll zudem das Innovationszentrum HELMIZ beitragen. Es entsteht in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik. Dort sollen Unternehmen unterstützt und neue Technologien entwickelt werden.
Die Stadt bindet auch Bürger ein. Jährlich stehen rund 40.000 Euro für Förderprogramme bereit. Unterstützt werden etwa Balkonsolaranlagen, Begrünungen oder Regenwasserspeicher. Die Maßnahmen sollen helfen, den Klimaschutz vor Ort zu stärken.
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