Nordrhein-WestfalenHochschulen legen CO2-Bilanz vor

Nordrhein-Westfalens Hochschulen haben jetzt eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vorgelegt.
(Bildquelle: Julia Taubitz/unsplash)
30 öffentlich-rechtliche Hochschulen in Nordrhein-Westfalen haben ihren Treibhausgas-Ausstoß erstmals in einer gemeinsamen Bilanz erfasst und nach einheitlichen Kriterien ausgewertet. Wie die Landesregierung Nordrhein-Westfalen berichtet, stellten 14 Universitäten und 16 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften die landesweite CO2-Bilanz am Mitte April gemeinsam mit den zuständigen Ministerien vor.
Demnach verursachten die Hochschulen im Jahr 2021 zusammen rund 441.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Das entspricht in etwa den Emissionen einer Stadt mit 40.000 Einwohnern. Den größten Anteil daran hat der Gebäudebetrieb: Wärme- und Stromversorgung stehen jeweils für rund die Hälfte des hochschulischen Energieverbrauchs und damit für den überwiegenden Teil der Emissionen.
Die Bilanz weist zugleich erste messbare Effekte bisheriger Klimaschutzmaßnahmen aus. Zwischen 2019 und 2021 sanken die Emissionen aus dem Stromverbrauch um 28 Prozent. Ausschlaggebend dafür war vor allem der verstärkte Bezug von Ökostrom. Im gleichen Zeitraum bauten die Hochschulen auch ihre elektrifizierten Fahrzeugflotten aus. Die Zahl der Elektrofahrzeuge stieg um 32 Prozent, sodass bereits 2021 rund 14 Prozent der Fuhrparkfahrzeuge batterieelektrisch unterwegs waren.
Im Vergleich zum Basisjahr 2019 blieb der gesamte Treibhausgas-Ausstoß allerdings weitgehend stabil. Die Landesregierung verweist darauf, dass belastbare Entwicklungslinien erst mit zusätzlichen Bilanzjahren sichtbar werden. Deshalb soll die Erhebung künftig jährlich fortgeführt werden; die Auswertungen für 2022 und 2023 befinden sich bereits in Arbeit.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) sieht in der gemeinsamen Datengrundlage einen Wendepunkt für das Hochschulmanagement. „Mit der gemeinsamen CO₂-Bilanz machen unsere Hochschulen Klimaschutz erstmals systematisch messbar – transparent, datenbasiert und im gemeinsamen Handeln.“ Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) betont den praktischen Nutzen der Zahlen für die Standorte. Erst die gewonnene Transparenz ermögliche es den einzelnen Einrichtungen, gezielte Maßnahmen für mehr Energieeffizienz abzuleiten; das entlaste Klima und Haushalte zugleich.
Auch die Kanzlerkonferenzen der Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften werten die erstmals standardisierte Treibhausgas-Bilanz als organisatorischen Fortschritt. Viele Einrichtungen erhielten damit zum ersten Mal einen strukturierten Überblick über ihre Emissionsquellen und könnten nun belastbare Handlungskonzepte für den Weg zum klimaneutralen Campus entwickeln.
Die Initiative für die landesweit einheitliche THG-Bilanz ging von der nordrhein-westfälischen Landesregierung aus. Nordrhein-Westfalen zählt damit zu den ersten Bundesländern, in denen sämtliche Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften ihre Treibhausgas-Bilanzen gemeinsam nach denselben Standards erstellen und veröffentlichen.
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