Freitag, 22. Mai 2026

BDEW/ZSW53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele.

Treiber des Zuwachses war vor allem die Windenergie.

(Bildquelle: adobestock)

Mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland wurde im ersten Quartal 2026 durch erneuerbare Energien gedeckt. Wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf Basis vorläufiger Berechnungen berichten, lag der Anteil bei rund 53 Prozent und damit fast sechs Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Insgesamt erzeugten Anlagen aus erneuerbaren Quellen von Januar bis März 73,4 Milliarden Kilowattstunden Strom. Die Bruttostromerzeugung erreichte 140,6 Milliarden Kilowattstunden, der Bruttoinlandsstromverbrauch lag bei 137,6 Milliarden Kilowattstunden. Treiber des Zuwachses war vor allem die Windenergie: An Land stieg die Produktion um 27,5 Prozent, auf See sogar um 44,4 Prozent gegenüber dem windschwachen Vorjahresquartal.

Dagegen blieb die Photovoltaik hinter dem Vorjahr zurück und verzeichnete ein Minus von rund fünf Prozent. Ausschlaggebend waren ungünstige Witterungsbedingungen sowie ein besonders sonniger Jahresbeginn 2025 als Vergleichsbasis. Auch die Wasserkraft lieferte deutlich weniger Strom; hier sank die Erzeugung infolge geringer Niederschläge um rund 21 Prozent. Biomasse blieb mit einem Rückgang von 1,5 Prozent nahezu stabil.

Innerhalb der erneuerbaren Stromerzeugung entfielen 24,5 Prozent auf Windenergie an Land (34,4 Milliarden Kilowattstunden) und 7,0 Prozent auf Offshore-Wind (9,8 Milliarden Kilowattstunden). Photovoltaik steuerte 13,5 Milliarden Kilowattstunden bei, Biomasse 11,0 Milliarden Kilowattstunden und Wasserkraft 3,3 Milliarden Kilowattstunden. Konventionelle Energieträger kamen auf 67,2 Milliarden Kilowattstunden und lagen damit unter dem Vorjahresniveau.

„Die Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen: Erneuerbare Energien sichern mehr als die Hälfte unserer Stromversorgung“, sagt Kerstin Andreae vom BDEW. Sie betont neben dem Klimaschutz vor allem die Bedeutung für Versorgungssicherheit und strategische Souveränität in geopolitisch angespannten Zeiten. Entscheidend sei nun, den Ausbau von Netzen und erneuerbaren Anlagen konsequent voranzutreiben und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Auch ZSW-Vorstand Frithjof Staiß sieht in den aktuellen Zahlen einen Beleg für die wachsende Rolle der erneuerbaren Energien für industrielle Resilienz und Innovationsfähigkeit. Neben nationalen Maßnahmen seien auch europäische Instrumente wie industriepolitische Förderprogramme wichtig, um Wertschöpfung und technologische Kompetenzen in Bereichen wie Wasserstoff, Batterien und CO₂-Abscheidung zu stärken.

Der Anteil der erneuerbaren Energien wird üblicherweise am Bruttostromverbrauch gemessen, der das gesamte Stromsystem einschließlich Import- und Exportsalden abbildet. Auf dieser Basis ergibt sich für das erste Quartal 2026 der Wert von 53 Prozent. Bezogen auf die reine Bruttostromerzeugung liegt der Anteil bei 52,2 Prozent.





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