Montag, 12. Oktober 2026

Baden-WürttembergZahlen zum PV-Ausbau

[12.01.2026] Der Photovoltaikausbau in Baden-Württemberg blieb 2025 mit 2.060 Megawatt knapp unter dem Rekordjahr 2024, erreichte im Langzeitvergleich aber den zweithöchsten Wert. Für den weiteren Zubau gilt 2026 als Schlüsseljahr, weil energiepolitische Weichenstellungen auf Landes- und Bundesebene anstehen.

Der Photovoltaikausbau in Baden-Württemberg lag 2025 weiter auf einem hohen Niveau.

(Bildquelle: Plattform EE BW / Kuhnle & Knödler)

Mit einem Zubau von 2.060 Megawatt hat Baden-Württemberg im Jahr 2025 den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr nur knapp verfehlt und bundesweit wieder Rang zwei erreicht. Wie das Solar Cluster Baden-Württemberg berichtet, wurden damit rund 200 Megawatt weniger installiert als 2024, zugleich aber mehr Leistung als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001.

Grundlage der Angaben sind vorläufige Auswertungen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur sowie Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, die sich durch Nachmeldungen noch leicht erhöhen können. Insgesamt gingen im Südwesten rund 132.400 neue Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen ans Netz. Davon entfielen 1.388 Megawatt auf Gebäudeanlagen und 673 Megawatt auf Solarparks. Während der Zubau auf Dächern im Vergleich zu 2024 um 19 Prozent zurückging, legte die Freiflächen-Photovoltaik um 25 Prozent zu und erhöhte ihren Anteil am gesamten Zubau auf 33 Prozent.

Negative Strompreise

Im Ländervergleich überholte Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalen und lag damit 2025 wieder hinter Bayern, das mehr als doppelt so viel neue Leistung installierte. Nach Angaben des Solar Clusters flossen im Südwesten im vergangenen Jahr Investitionen von gut 2,3 Milliarden Euro in Photovoltaikanlagen und Stromspeicher, ein Großteil davon in regionale Wertschöpfung. Die insgesamt installierte Photovoltaikleistung im Land stieg auf rund 14,6 Gigawatt und könnte rechnerisch etwa vier Millionen der 5,2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen.

Als einen Grund für den schwächeren Zubau bei Dachanlagen nennt der Verband die zunehmende Zahl von Stunden mit negativen Strompreisen. Seit Anfang 2025 erhalten Betreiber neuer Anlagen in diesen Zeiträumen keine Einspeisevergütung mehr. Das habe dazu geführt, dass manche Investitionen verschoben oder Anlagen stärker auf Eigenverbrauch ausgelegt würden. Nach Einschätzung von Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des Solar Clusters, könne der Vergütungsstopp bei negativen Preisen durch Eigenverbrauch und Speicherung aufgefangen werden, sofern die Anlagen nicht zu klein dimensioniert seien. Hintergrund ist, dass 2025 nach externen Auswertungen rund 27 Prozent des eingespeisten Solarstroms in Stunden mit negativen Preisen fielen, vor allem zur Mittagszeit in den Sommermonaten.

Deutlich kritischer bewertet der Verband die auf Bundesebene diskutierte vollständige Streichung der Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen. Ohne gleichwertigen Ersatz drohe dies den Ausbau auf Dächern deutlich zu bremsen, warnt Grieshop. Das bisherige Fördersystem nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist nur bis Ende 2026 europarechtlich abgesichert. Für die Zeit danach fordert das Solar Cluster verlässliche Regelungen, etwa eine Weiterentwicklung der Förderung mit Rückzahlungsmechanismen für mögliche Übergewinne oder funktionierende Angebote zur Direktvermarktung kleiner Anlagen, verbunden mit einem zügigen Ausbau intelligenter Messsysteme.

2026 als entscheidend

Nach Berechnungen des Solar Clusters benötigt Baden-Württemberg künftig einen jährlichen Photovoltaikzubau von rund 4.000 Megawatt, um Wirtschaft und Haushalte langfristig mit ausreichend klimafreundlichem Strom zu versorgen. Diese Größenordnung liege in einer ähnlichen Spanne wie die Annahmen anderer Institutionen, darunter der Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber. Vom Land erwartet der Verband eine Anhebung des offiziellen Ausbauziels sowie zusätzliche Impulse durch Planungssicherheit und Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Regionalverbände seien gefordert, die Regionalplanung für Solarparks gemeinsam mit den Kommunen zügig abzuschließen.

Vor diesem Hintergrund stuft das Solar Cluster das Jahr 2026 als entscheidend für den weiteren Solarausbau im Südwesten ein. Neben der anstehenden EEG-Novelle könnten auch politische Veränderungen nach der Landtagswahl im März die Rahmenbedingungen für Photovoltaik im Land spürbar beeinflussen.





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