Freitag, 26. Juni 2026

AEE-StudieKohlekraftwerke bleiben im Dauerbetrieb

[10.07.2013] Ein Vergleichsdossier der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeigt, dass die Übertragungsnetzbetreiber auch für das Jahr 2023 von einer sehr hohen Auslastung der Braunkohlekraftwerke in Deutschland ausgehen.
AEE-Prognose: Kohlekraftwerke laufen auch 2023 fast rund um die Uhr.

AEE-Prognose: Kohlekraftwerke laufen auch 2023 fast rund um die Uhr.

(Bildquelle: creativ collection Verlag)

Trotz steigender Kapazitäten bei den erneuerbaren Energien gehen insbesondere die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) im Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) 2013 von einer sehr hohen Auslastung der Braunkohlekraftwerke aus. Das geht aus einem Vergleichsdossier über die mögliche Entwicklung der Volllaststunden von Kraftwerken in Deutschland hervor, das die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) erstellt hat. Als Konsequenz übersteigt die Stromproduktion immer öfter die Nachfrage, die Börsenstrompreise sinken und der Stromexport sowie die Belastung der Netze nehmen zu, so die AEE. Im als wahrscheinlichsten dargestellten Szenario B des Entwurfs des NEP 2013 prognostizieren die ÜNB, dass Braunkohlekraftwerke auch 2023 fast rund um die Uhr laufen.
Hohe Volllaststunden seien ein Indikator dafür, dass Braunkohlekraftwerke auch dann noch auf voller Leistung laufen, wenn Sonnen- und Windenergieanlagen viel Strom produzieren. Wenn gleichzeitig mehr Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen und Kohlekraftwerken im Netz transportiert werden müsse, erfordere dies mehr Übertragungskapazität. „Im Umkehrschluss bedeutet das: Der erforderliche Netzausbau und die damit verbundenen Kosten bis 2023 könnten vermutlich geringer ausfallen, wenn das Übertragungsnetz neben der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien nicht noch zusätzlich eine quasi unverminderte Einspeisung des Kohlestroms ermöglichen müsste“, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Werden konventionelle Kraftwerke nicht vom Netz genommen, wenn Erneuerbare-Energien-Anlagen einen Großteil der Nachfrage decken, entstehen Stromüberschüsse, die zum Beispiel zu negativen Preisen ins Ausland exportiert werden müssen. Das ist energiewirtschaftlich unnötig und widerspricht eklatant den Klimaschutzzielen“, kritisiert Vohrer.
Wie die AEE weiter mitteilt, gibt der aktuelle Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber den Stromexport im Szenario B für 2023 mit 87 Terrawattstunden an. 2012 habe Deutschland 66,6 Terrawattstunden exportiert.





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