Donnerstag, 5. November 2026

LBEGBS Energy darf Erdwärme aufsuchen

[05.11.2025] BS Energy erhält drei neue Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Erdwärme in der Region zwischen Gifhorn und Salzgitter. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie will damit Tiefengeothermie-Projekte zur Wärmegewinnung voranbringen.

Die Erlaubnisfelder Braunschweig VI, Braunschweig VII und Gifhorn II erstrecken von Dannenbüttel im Nordosten bis fast nach Baddeckenstedt im Südwesten.

(Bildquelle: LBEG)

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat BS Energy drei Erlaubnisse für die Aufsuchung von Erdwärme aus mehr als 400 Metern Tiefe erteilt. Wie das LBEG berichtet, handelt es sich um die Felder Braunschweig VI, Braunschweig VII und Gifhorn II, die zusammen gut 692 Quadratkilometer Fläche abdecken und sich von Kästorf bei Gifhorn bis nach Derneburg am Autobahndreieck Salzgitter erstrecken.

Im Einzelnen ist das Erlaubnisfeld Gifhorn II rund 129 Quadratkilometer groß und liegt zwischen Erikasee und Mittellandkanal. Das Feld Braunschweig VI umfasst knapp 282 Quadratkilometer zwischen Ribbesbüttel und Ilsede, während Braunschweig VII weitere 281 Quadratkilometer zwischen dem Werksgelände der Salzgitter AG und Feldbergen beinhaltet. Alle Erlaubnisse gelten bis zum 31. Oktober 2028.

BS Energy hatte die Anträge beim LBEG als zuständiger Genehmigungsbehörde eingereicht. Nach Angaben des Landesamts wurden daraufhin die betroffenen Kommunen in den Landkreisen Gifhorn, Hildesheim, Peine und Wolfenbüttel sowie die Städte Braunschweig und Salzgitter zur Stellungnahme aufgefordert. Mit der Zustimmung des LBEG ist nun das grundsätzliche Recht zur Aufsuchung gegeben, wobei technische Maßnahmen erst nach einer zusätzlichen bergrechtlichen Betriebsplanzulassung erfolgen dürfen.

Dem Unternehmen zufolge bieten die drei Felder Potenzial für kommerzielle Projekte der tiefen Geothermie. Bereits Anfang des Jahres war Braunschweig V zugeteilt worden, das im Wesentlichen das Stadtgebiet abdeckt und nun von den neuen Erlaubnissen teilweise umschlossen wird.

Laut LBEG gilt Erdwärme aus großer Tiefe als bergfreier Bodenschatz und unterliegt dem Bundesbergrecht. Ziel der Aufsuchung sei es, geeignete geologische Schichten für die Energiegewinnung zu finden. Das Landesamt erinnert daran, dass es als zuständige Bergbehörde in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen derzeit 51 Erlaubnisse zur Erdwärmeerkundung betreut. Darüber hinaus tritt es als Niedersächsischer Geothermiedienst auf und betont die Bedeutung der Geothermie als regenerativer Energiequelle.



Stichwörter: Geothermie, BS Energy, LBEG


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

Stadtwerke Münster: Erdwärme für Neubaugebiet

[04.11.2026] Die Stadtwerke Münster erkunden an der Kötterstraße in Handorf die Nutzung oberflächennaher Erdwärme für ein kaltes Nahwärmenetz. Im benachbarten Neubaugebiet Kirschgarten sind die Bohrungen für ein solches Versorgungssystem bereits abgeschlossen. mehr...

Fraunhofer IEG: Grubenwasser für die Wärmewende

[03.11.2026] Das Fraunhofer IEG hat in Bochum vier Bohrungen in ein ehemaliges, geflutetes Kohlebergwerk erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeiten zeigen, dass sich Grubenwasser mit konventioneller Bohrtechnik als Wärmequelle und Wärmespeicher erschließen lässt. mehr...

Geothermiekongress 2026: Ausbau in der Fläche voranbringen

[29.10.2026] Wie sich Geothermieprojekte schneller und in größerem Umfang umsetzen lassen, war eine zentrale Frage beim Geothermiekongress 2026 in Potsdam. Diskutiert wurde auch, welchen Beitrag die Erdwärme zu einer sicheren und bezahlbaren Wärmeversorgung leisten kann. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt soll Akzeptanz der Geothermie stärken

[22.10.2026] Ein neues Forschungsprojekt soll die Kommunikation über seismische Risiken bei Tiefengeothermieprojekten verbessern und die Bürgerbeteiligung stärken. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben mit rund 2,27 Millionen Euro. mehr...

Nürnberg: N-Ergie erkundet Geothermiepotenzial

[21.10.2026] Der Energieversorger N-Ergie will ab dem 9. November den Untergrund in Nürnberg und Umgebung auf sein Potenzial für Tiefengeothermie untersuchen. Auf sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern sollen Daten für die mögliche Nutzung von Erdwärme gewonnen werden. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsvorhaben zu Grubenwasser

[06.10.2026] Das Fraunhofer IEG und die Technische Hochschule Georg Agricola wollen die Nutzung von Grubenwasser für die Wärmeversorgung gemeinsam vorantreiben. Im Fokus stehen ehemalige Bergbauregionen, in denen bestehende Infrastrukturen als Wärmequellen oder -speicher dienen könnten. mehr...

bericht

Geothermiekonferenz: Fortschritte bei Wärmenutzung aus der Tiefe

[24.09.2026] Auf der 21. Geothermiekonferenz in Bochum haben Fachleute, Kommunen und Energieversorger über den Stand der Geothermienutzung in Nordrhein-Westfalen und aktuelle Projekte berichtet. Im Mittelpunkt standen Erkundungen für die tiefe Geothermie, konkrete Vorhaben von Versorgern sowie die Förder- und Unterstützungsangebote des Landes. mehr...

LIAG: Geothermie könnte Olympiastadion mit Wärme versorgen

[21.09.2026] Oberflächennahe Geothermie könnte den Wärmebedarf des Berliner Olympiastadions rechnerisch vollständig decken. Modellberechnungen zeigen zudem, welches Potenzial große Sportflächen für die Wärmewende in Städten bieten können. mehr...

Stadtwerke Weimar: Aufsuchungserlaubnis für Tiefengeothermie erhalten

[14.09.2026] Die Stadtwerke Weimar dürfen das Potenzial für Tiefengeothermie im Raum Weimar untersuchen. Eine bis Juni 2031 befristete Erlaubnis umfasst ein rund 495 Quadratkilometer großes Gebiet und ist Voraussetzung für weitere Erkundungen. mehr...

Stadtwerke Bernau: Tiefengeothermieprojekt pausiert

[11.09.2026] Die Stadtwerke Bernau haben die Planungen für eine Tiefengeothermiebohrung am Schönfelder Weg vorerst gestoppt. Nach einer erneuten Prüfung sei der Bau und Betrieb der geplanten Anlage derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar. Der kommunale Versorger will nun alternative Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung untersuchen. mehr...

Geologischer Dienst NRW: Erkundungen im nördlichen Münsterland

[03.09.2026] Im nördlichen Münsterland untersucht der Geologische Dienst NRW das Potenzial für tiefe Erdwärme. Drei Seismik-Trassen sollen Kommunen und Stadtwerken zeigen, wo sich weitere Erkundungen für die Wärmeversorgung lohnen. mehr...

Münster: Hochschulstandort baut Geothermie-Anlage weiter aus

[02.09.2026] Die FH Münster baut ihre Geothermie-Anlage am Technologie-Campus Steinfurt für 18,8 Millionen Euro aus. Künftig soll Erdwärme rund 64 Prozent des Wärmebedarfs decken und zugleich als Reallabor für effizientere Wärmepumpen dienen. mehr...

Stadtwerke Munster-Bispingen: Heißes Wasser mit bis zu 154 Grad Celsius entdeckt

[28.08.2026] Die Stadtwerke Munster-Bispingen sehen nach ersten Arbeiten am Tiefengeothermie-Projekt in Munster gute Chancen für eine wirtschaftliche Wärmenutzung. In einem ertüchtigten Bohrloch stieß die Unternehmenstochter HeideGeo auf Wasser mit Temperaturen von bis zu 154 Grad Celsius. mehr...

München: Seismik-Messungen gestartet

[26.08.2026] Im Großraum München wird der tiefe Untergrund in den kommenden Monaten großflächig untersucht. Die Daten sollen ein dreidimensionales geologisches Modell ermöglichen und die Planung weiterer Geothermieprojekte unterstützen. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts GIGA-M. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt zu Kalkgestein in der Rhein-Ruhr-Region

[17.08.2026] Ein Forschungsprojekt entwickelt neue Werkzeuge für die Tiefengeothermie in der Rhein-Ruhr-Region. R3Chain soll das Potenzial von Kalkgestein genauer bestimmen und Stadtwerken sowie Energieversorgern frühere Planungssicherheit geben. mehr...