EnBWRheinEnergie übernimmt Contracting-Geschäft

RheinEnergie und EnBW haben sich jetzt darauf geeinigt, dass RheinEnergie das bundesweite Contracting-Geschäft von EnBW mit rund 200 Anlagen übernehmen soll.
(Bildquelle: edhar/123rf)
RheinEnergie übernimmt das bundesweite Contracting-Geschäft von EnBW mit rund 200 Anlagen. Wie die beiden Energieunternehmen mitteilen, haben sie eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kommunalaufsicht und der Kartellbehörden und wird spätestens zum Jahresbeginn 2027 erwartet.
Mit der Übernahme wächst das Contracting-Portfolio von RheinEnergie auf rund 800 Anlagen mit einer installierten Leistung von etwa 1.100 Megawatt (MW). Das Unternehmen baut damit insbesondere seine Kompetenzen bei Industrieprojekten sowie bei Energielösungen für Kommunen und die öffentliche Hand aus. Rund 150 Beschäftigte wechseln im Zuge der Transaktion von EnBW zu RheinEnergie.
Für EnBW ist der Verkauf Teil einer strategischen Neuausrichtung. Das Contracting-Geschäft verfüge zwar über langjährige Kundenbeziehungen und gute Wachstumsperspektiven, gehöre jedoch nicht mehr zum unmittelbaren Kerngeschäft. Das Unternehmen will seine Investitionen bis 2030 auf den Ausbau der Strom- und Gasnetze, erneuerbare Energien, wasserstofffähige Gaskraftwerke sowie die Elektromobilität konzentrieren. Insgesamt plant EnBW dafür Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro.
„Ich freue mich, dass wir mit RheinEnergie einen Partner gefunden haben, unter dessen Dach sich das Contracting-Geschäft erfolgreich weiterentwickeln kann – mit einer klaren Perspektive für die Projekte und damit sowohl für unsere Kundinnen und Kunden als auch für unsere Mitarbeitenden“, sagt Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW. Der Verkauf schärfe den strategischen Fokus des Unternehmens und unterstütze die Umsetzung des Wachstumsprogramms.
RheinEnergie sieht Energiedienstleistungen als wichtiges Wachstumsfeld. Vorstandsvorsitzender Andreas Feicht verweist darauf, dass die Energiewende zunehmend direkt bei Industrieunternehmen, Wohnquartieren, Krankenhäusern und Kommunen stattfinde. Mit der Übernahme des EnBW-Portfolios verdoppele das Unternehmen seine installierte Contracting-Leistung von bislang rund 550 MW auf etwa 1.100 MW und zähle künftig zu den drei größten Anbietern komplexer Energiedienstleistungen in Deutschland.
Nach Angaben von RheinEnergie ergänzen sich die Schwerpunkte beider Portfolios. Während das Unternehmen bisher vor allem Projekte für die Wohnungswirtschaft und das Gewerbe realisierte, kommen nun größere Industrievorhaben sowie das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern hinzu. Kunden sollen dadurch Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Energie- und Wärmeanlagen aus einer Hand erhalten.
Für die bisherigen Contracting-Kunden der EnBW ändert sich zunächst nichts. Bestehende Verträge und Konditionen bleiben bestehen und werden vollständig übernommen. Auch der Standort Stuttgart soll mit der gesamten Belegschaft erhalten bleiben. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach Angaben der Unternehmen bis Ende 2029 ausgeschlossen. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.
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