Dienstag, 21. April 2026

BNetzAKonsultation zum Netzausbau gestartet

[17.09.2013] Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Entwürfe der vier Übertragungsnetzbetreiber ausgewertet und zur öffentlichen Diskussion freigegeben. Vertreter von Landesregierungen sehen in den Netzentwicklungsplänen aber noch Nachholbedarf.
Die Bundesnetzagentur hat die Ausbaupläne der Übertragungsnetzbetreiber einer Bewertung unterzogen und zur weiteren Diskussion der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bundesnetzagentur hat die Ausbaupläne der Übertragungsnetzbetreiber einer Bewertung unterzogen und zur weiteren Diskussion der Öffentlichkeit vorgestellt.

(Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de)

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am vergangenen Freitag (13. September 2013) ihre Konsultation der Entwürfe des Netzentwicklungsplans Strom (NEP) 2013 und des Offshore Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2013 gestartet. Die von den vier Übertragungsnetzbetreibern Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW überarbeiteten Netzentwicklungspläne enthalten alle Ausbaumaßnahmen, die aus deren Sicht bis zum Jahr 2023 für eine sichere Stromversorgung notwendig sind. Laut Bundesnetzagentur wurden die Pläne geprüft und ausgewertet. „Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir wesentlich mehr von den Übertragungsnetzbetreibern vorgeschlagene Netzverstärkungen in vorhandener Trasse als bestätigungsfähig an“, erläuterte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Dadurch wird deutlich, dass die Möglichkeiten zu Netzverstärkungen grundsätzlich ausgeschöpft werden, bevor es zum Neubau von Stromtrassen kommt.“ Neben den Netzentwicklungsplänen wurde auch der Entwurf des Umweltberichts 2013 veröffentlicht. Er beschreibt und bewertet die voraussichtlichen Auswirkungen des Netzausbaus auf die Umwelt und wurde laut Bundesnetzagentur im Vergleich zum Vorjahr deutlich erweitert: Erstmals wurden nicht nur die Umweltauswirkungen des Netzausbaus an Land, sondern auch solche im Küstenmeer untersucht.
Alle Interessierten haben nun mehrere Wochen Gelegenheit, zu den Entwürfen Stellungnahmen abzugeben. Bei Behörden und Verbänden beläuft sich die Frist auf den 25. Oktober. Privatpersonen haben bis zum 8. November 2013 Zeit, ihre Einwände vorzulegen. Die Bundesnetzagentur will dazu sechs öffentliche Informationsveranstaltungen durchführen. Sie sollen sich an Bürger, Verbände und Behörden richten.

#titel+ Keine Kompromisse eingehen #titel-

Indes appellierte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen) an die Bundesnetzagentur, bei der Versorgungssicherung Baden-Württembergs keine Kompromisse einzugehen. Nachdem der Bau der ursprünglich vom Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW angemeldeten HGÜ-Leitung Kreis Segeberg – Goldshöfe erneut nicht für zwingend erforderlich gehalten werde, müssten TransnetBW und Bundesnetzagentur zweifelsfrei nachweisen, dass die Versorgungssicherheit Baden-Württembergs auch ohne diese Leitung gewährleistet bleibt. „Wenn das so sein sollte, dann würde ich den Wegfall der Übertragungsleitung mit Goldshöfe als Endpunkt begrüßen – aber ausdrücklich unter dieser Voraussetzung. Weniger Leitungsbau bei sicherer Versorgung ist allerdings eine grundsätzlich gute Botschaft“, sagte Untersteller. Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grüne) erinnerte die Netzbetreiber mit Blick auf die Offshore-Windenergie daran, tragfähige Lösungen vorzulegen. So komme es immer wieder zu netzbedingten Abschaltungen von Windenergieanlagen in der Region. „Zwar erkennen Land, Netzbetreiber und auch die Bundesnetzagentur die Notwendigkeit eines zügigen Netzausbaus an der Ostküste einhellig an, aber noch immer haben die Netzbetreiber kein überzeugendes Ausbaukonzept geliefert“, sagte Habeck. Dennoch begrüßte er die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung: „Nutzen Sie die Chance sich bei der Gestaltung der Energiewende einzubringen. Jetzt ist die Chance die Frage des Bedarfs zu diskutieren, später im Verfahren wird es dann um Trassenverläufe und Maststandorte gehen“, so der Minister.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

München: Supraleitung für Stromnetz soll kommen

[16.04.2026] Die Stadtwerke München und der Kabelhersteller NKT möchten ihre Zusammenarbeit ausbauen. Ziel ist ein besonders leistungsfähiges Stromkabel im Zentrum der Stadt. Es könnte das weltweit längste supraleitende Hochspannungssystem werden. mehr...

bericht

Voltaris-Expertengespräch: Fachkräfte bleiben Engpass beim Smart-Meter-Roll-out

[15.04.2026] Der Einbau intelligenter Messsysteme in Deutschland nimmt Fahrt auf, bleibt aber hinter den langfristigen Zielen zurück. Das wurde bei einem digitalen Expertengespräch des Messdienstleisters Voltaris deutlich. Als größte Hürden nannten die Fachleute fehlende Montagekapazitäten, Datenqualität und technische Anbindung. mehr...

Elektriker installiert und verdrahtet Komponenten in einem geöffneten Zählerschrank mit Kabeln und Klemmenleisten

Hager: Zählerplätze für EnWG-Vorgaben

[09.04.2026] Seit 2024 gelten für leistungsstarke Stromverbraucher neue gesetzliche Anforderungen. Diese sollen dabei helfen, die Stromnetze bei steigender Belastung stabil zu halten. Der Hersteller Hager präsentiert dazu angepasste Lösungen für Zählerplätze. mehr...

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...