BDEWKritik an NEST-Paket

Dem von der Bundesnetzagentur veröffentlichten NEST-Paket fehlt laut BDEW ein verlässlicher Rahmen für die neue Anreizregulierung.
(Bildquelle: adobestock)
Das von der Bundesnetzagentur am Mittwoch (10. Dezember) vorgestellte NEST-Paket stößt beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf deutliche Kritik. Wie der Verband berichtet, bleiben die finalen Festlegungen hinter den Erwartungen der Netzbetreiber zurück. Die Behörde habe zwar im Oktober einige Verbesserungen angekündigt, diese reichten nach Einschätzung des Verbandes jedoch nicht aus, um einen stabilen Regulierungsrahmen zu schaffen.
Der BDEW sieht in den acht Festlegungen strukturelle und methodische Rückschritte gegenüber dem bisherigen System. Dies schwäche nach Verbandsangaben die Leistungs- und Investitionsfähigkeit der Unternehmen und entziehe ihnen Mittel, die für den Ausbau der Energie-Infrastruktur notwendig wären. Gerade die Strom- und Gasnetze seien das Rückgrat der Versorgung und könnten nur wachsen, wenn sie ausreichend finanziert würden. Der Verband warnt daher, viele Betreiber könnten ihre langfristigen Investitionsprogramme neu bewerten und anpassen.
Kritik an Kürzungen
Besonders kritisch bewertet der BDEW die Kürzungen bei den Gasnetzbetreibern. Deren Weiterbetrieb und Transformation müsse ebenso gesichert sein wie der Ausbau der Stromnetze. Eine belastbare Folgenabschätzung fehle bislang, wie der Verband betont. Zudem gelte der von der Behörde angeführte positive Effekt des OPEX-Elements bei Strom nur für die fünfte Regulierungsperiode, sodass sich insgesamt ein negativer Saldo ergebe.
Auch der Widerspruch der Länderregulierungsbehörden habe keine Änderungen ausgelöst, obwohl diese nach Verbandsdarstellung zahlreiche Hinweise geliefert hätten. Der BDEW erinnert daran, dass er selbst mehrere Vorschläge zur Verbesserung der Methodik eingebracht habe. Entscheidend seien nun die noch ausstehenden Festlegungen, insbesondere zu OPEX-Aufschlag, Schwellenwerten im vereinfachten Verfahren und Kapitalverzinsung. Der Verband erwartet, dass die Behörde hier ihre Zusagen einlöst.
Vertrauen zurückgewinnen
Laut BDEW werden die kommenden Zinsentscheidungen zur Schlüsselfrage für Investitionen, weil sie über die Refinanzierbarkeit der Netze entscheiden. Eine jüngst durchgeführte Investorenbefragung zeige dem Verband zufolge, dass die Verzinsung im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig sein müsse; Deutschland liege derzeit am unteren Ende. Wichtig sei außerdem, dass die Kosten für Fremdkapital vollständig anerkannt bleiben. Der Verband fordert daher eine zeitnahe Kommunikation einer Mindestverzinsung, um Vertrauen zurückzugewinnen. Die Festlegung der Zinsen für Eigen- und Fremdkapital solle nach BDEW-Auffassung gemeinsam und nicht vor 2027 erfolgen.
Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden
[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit
[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse
[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...
BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens
[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet
[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...
Energy Sharing: Solarstrom teilen
[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...
BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende
[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...
EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen
[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...
Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende
[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...
GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie
[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen
[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...
Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag
[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...
Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant
[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...
Energiewende: Kommunen profitieren
[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...
DStGB: Forderung nach autonomen Bussen
[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...















