Freitag, 20. März 2026

RheinEnergieNiehl 3 ist offiziell in Betrieb

[02.09.2016] In Gegenwart politischer Prominenz hat der Kölner Energieversorger RheinEnergie jetzt das Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk Niehl 3 gestartet.
Das GuD-Heizkraftwerk Niehl 3 liefert Strom und Fernwärme für Köln und die Region.

Das GuD-Heizkraftwerk Niehl 3 liefert Strom und Fernwärme für Köln und die Region.

(Bildquelle: RheinEnergie AG)

Im Beisein der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), des für Energie zuständigen NRW-Wirtschaftsministers Garrelt Duin (SPD), des NRW-Umweltministers Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) und der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) wurde jetzt das Gas- und Dampfturbinen- (GuD) Heizkraftwerk Niehl 3 am Niehler Hafen in Köln offiziell in Betrieb genommen. Wie der Kölner Energieversorger RheinEnergie mitteilt, handelt es sich um das größte Einzelinvestitionsprojekt in der mehr als 140-jährigen Geschichte des Unternehmens. Das GuD-Heizkraftwerk Niehl 3 gehöre zu den weltweit flexibelsten Energieanlagen und werde einen bedeutenden Teil der Kölner Fernwärme liefern. Mit seiner Stromproduktion sowie dem doppelten Netzanschluss stütze es zudem die überregionale Energiewende, während es gleichzeitig die regionale Versorgungssicherheit erhöhe. Das Kraftwerk konnte innerhalb von zweieinhalb Jahren errichtet werden. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender von RheinEnergie, sagte: „Unsere hochflexible Anlage sichert mit ihrem Strom die Volatilität von Wind- und Sonnenergie ab. Mit ihrer vor Ort emissionsfreien und dazu klimaschonenden Fernwärme ermöglicht sie uns, weitere Kölner Quartiere mit dieser komfortablen Energie zu erschließen und mehr als 500.000 Tonnen Kohlendioxid dauerhaft einzusparen.“ Gerade die Fernwärme werde oft als schlafender Riese der Energiewende bezeichnet, weil sie in Ballungsräumen sehr wirkungsvolle und vergleichsweise preiswerte Klimaschutzbeiträge leiste. Allein Niehl 3 könne in den kommenden Jahren bis zu 35.000 veraltete Einzelfeuerungsanlagen ablösen. Zwar werde die Brückentechnik oft als Übergangssystem bezeichnet, Energieexperten verstünden GuD-Heizkraftwerke wie Niehl 3 aber eher als substanzielle Bestandteile der Energiewelt von morgen – zumindest für die kommenden 30 bis 40 Jahre. In dieser Zeit hätten die Anlagen neben der Energieproduktion auch eine Funktion als Puffer, die im Anschluss von Energiespeichern übernommen werden soll. So verfüge die von General Electric (GE) gebaute GuD-Anlage neben einem sehr hohen Wirkungs- und Brennstoffnutzungsgrad auch über eine große Flexibilität im Betrieb. Bereits mit 20 Prozent der Nennleistung lasse sich Niehl 3 im Dauerbetrieb fahren, für eine Leistungssteigerung oder -senkung von 300 Megawatt brauche das Heizkraftwerk gerade einmal zehn Minuten, aus einem Stand-by-Modus heraus lasse sich Niehl 3 in 15 Minuten auf Vollleistung bringen. Über einen speziellen Trafo ist Niehl 3 laut dem Energieversorger sowohl an das regionale 110.000-Volt-Netz als auch an das 380.000-Volt-Höchstspannungsnetz angebunden. Die Anbindung an das 380-Kilowolt-Verbundnetz erfolge über das neun Kilometer lange und damit längste innerstädtische Höchstspannungserdkabel seiner Art in Deutschland.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Stadtwerke Tübingen: Förderung für Großwärmepumpe erhalten

[20.03.2026] Die Stadtwerke Tübingen erhalten 23 Millionen Euro Förderung für eine Großwärmepumpe am Klärwerk. Damit gewinnt die Transformation der Fernwärme an Tempo und ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung rückt näher. mehr...

Von links: Wolf-Thomas Hendrich (Versorgungsbetriebe Hoyerswerda), Katrin Bartsch (Stadtwerke Weißwasser) und Michael Schiemenz (Städtische Werke Spremberg) unterzeichnen eine Vereinbarung.

Kooperation: Klimaneutrale Wärme in der Lausitz

[16.03.2026] Drei Stadtwerke aus der Lausitz treiben ihre Wärmewende voran. Die Unternehmen aus Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg haben einen Planervertrag für ein gemeinsames Projekt zur Transformation der Wärmeversorgung unterzeichnet. Das Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. mehr...

BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...

Jade Hochschule: Vereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung

[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen. mehr...

Saarland: Studie analysiert Wärmeversorgung

[04.03.2026] Eine neue Studie analysiert die Wärmeversorgung im Saarland und zeigt Wege zur klimaneutralen Wärmewende auf. Die Untersuchung soll Kommunen eine belastbare Grundlage für ihre Wärmeplanung bis 2045 liefern. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

Braunschweig: Holzheizkessel in Betrieb genommen

[27.02.2026] BS Energy und SH Kraft & Wärme haben im Braunschweiger Energie Effizienz Quartier Gliesmarode/Querum einen zweiten Holzheizkessel in Betrieb genommen. Mit der Leistungssteigerung um 50 Prozent wächst der Anteil erneuerbarer Wärme im Quartiersnetz weiter und das Ziel einer vollständig regenerativen Versorgung bis 2040 rückt näher. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Böhl-Iggelheim: Entstehung von kaltem Nahwärmenetz

[26.02.2026] In Böhl-Iggelheim entsteht an der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Das Projekt soll die kommunale Wärmeversorgung ab 2026 klimafreundlich sichern und perspektivisch ein ganzes Quartier einbinden. mehr...

Sechsstufige Wärmepumpenanlage „Energy Unit 2.0“ in der XL-Variante: Außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpenmodule in schallgedämmter Einhausung vor einem Mehrfamilienhaus, teilweise mit geöffneten Schutzgittern.

Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser

[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...

Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft

[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...

Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz

[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...

BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen

[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...

Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand

[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...

SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung

[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...