Dienstag, 27. Oktober 2026

MannheimMinisterpräsident besichtigt Flusswärmepumpe

[09.09.2025] Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die erste Flusswärmepumpe des Energieunternehmens MVV in Mannheim besichtigt. Die Anlage am Rhein gilt als wichtiger Baustein für die klimaneutrale Wärmeversorgung der Region.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte zum Auftakt seiner Sommertour 2025 die erste Flusswärmepumpe der MVV Energie AG in Mannheim.

v.l.: MVV-Personalvorständin Verena Amann; Oberbürgermeister Christian Specht; Ministerpräsident Winfried Kretschmann; MVV-Vorstandsvorsitzender Dr. Gabriël Clemens; GKM-Vorständin Dr. Kerstin Böcker; MVV-Technikvorstand Dr. Hansjörg Roll

(Bildquelle: MVV Energie AG)

Wie der Energieversorger MVV berichtet, hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) im Rahmen seiner Sommertour über die erste Flusswärmepumpe des Unternehmens informiert. Die Anlage wurde 2023 auf dem Gelände des Grosskraftwerks Mannheim in Betrieb genommen und nutzt das Rheinwasser als Wärmequelle. Mit einer thermischen Leistung von 20 Megawatt kann sie rechnerisch rund 3.500 Haushalte mit Fernwärme versorgen (wir berichteten).

Kretschmann betonte bei seinem Besuch die Bedeutung solcher Projekte für die Wärmewende. „Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist eine Herausforderung. Ich bin sehr beeindruckt, wie MVV diese wichtige Aufgabe angeht“, sagte der Ministerpräsident. Er hob hervor, dass Umweltwärme aus Flüssen, Seen oder Abwasser an vielen Standorten genutzt werden könne und Großwärmepumpen künftig eine zentrale Rolle spielen sollten.

Nach Angaben von MVV will das Unternehmen bis 2030 die Fernwärme in Mannheim und der Region vollständig auf klimafreundliche Energiequellen umstellen. Neben der Flusswärmepumpe speisen bereits eine thermische Abfallbehandlungsanlage und ein Biomasseheizkraftwerk in das Netz ein. Geplant sind zusätzliche Flusswärmepumpen, Tiefengeothermie und mehr industrielle Abwärme. Bis 2028 soll eine zweite, deutlich leistungsstärkere Flusswärmepumpe mit 150 Megawatt entstehen, die rechnerisch 40.000 Haushalte versorgen könnte.

MVV verweist darauf, dass diese Vorhaben Teil einer umfassenden Strategie seien. Unter dem „Mannheimer Modell“ strebt der Konzern an, bis 2035 klimapositiv zu werden – also mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre zu entziehen, als er verursacht. Dieses Ziel soll mit einer Kombination aus Wärmewende, Stromwende und grünen Kundenlösungen erreicht werden.

Auch die Stadt Mannheim misst dem Projekt große Bedeutung bei. Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) erklärte, der Ausbau der Fernwärme sei entscheidend für das Ziel, die Stadt klimaneutral zu machen. Mit der Flusswärmepumpe werde der CO2-Ausstoß spürbar reduziert, zudem könne das Projekt als Vorbild für andere Kommunen dienen.

Die MVV-Vorstände Gabriël Clemens und Hansjörg Roll betonten, dass technologische Innovationen allein nicht ausreichen. Für die Transformation der Energieversorgung seien verlässliche politische Rahmenbedingungen nötig, etwa bei der Gasnetz-Umstellung, der kommunalen Wärmeplanung und beim Markt für Negativemissionen. Technologien wie Bioenergy-CCS könnten dabei eine wichtige Rolle spielen, wenn ein klarer Ordnungs- und Finanzierungsrahmen geschaffen werde.

Kerstin Böcker vom Grosskraftwerk Mannheim hob hervor, dass die Nutzung bestehender Infrastrukturen eine Brücke zwischen bewährter Technik und neuen Lösungen ermögliche. Das Kraftwerksgelände diene als Basis, um die Wärmewende regional voranzubringen und die Energieversorgung dauerhaft zu sichern.





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