Mittwoch, 21. Oktober 2026

Stadtwerke BayreuthWärmewende wird beschleunigt

[26.09.2025] Die Stadtwerke Bayreuth verbinden zwei Energiezentralen miteinander. Damit erhöhen sie die Leistung ihres Fernwärmenetzes deutlich und können künftig mehr Wärme aus erneuerbaren Energien einspeisen.

Verlegung von Fernwärmeleitungen in Bayreuth: Das Netz soll leistungfähiger werden.

v.l.: Halil Tasdelen, Firma Markgraf; Oberbürgermeister Thomas Ebersberger; Markus Rützel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth; Stefan Prziklang, Stadtwerke Bayreuth; Alexander Kopp, Firma Markgraf; Andreas Waibel, Stadtwerke Bayreuth

(Bildquelle: Stadtwerke Bayreuth)

In der Ludwig-Thoma-Straße graben die Stadtwerke Bayreuth derzeit eine breite Schneise in die Erde. Über sieben Meter ist die Baustelle breit. Sechs Fernwärmeleitungen mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern werden dort verlegt. Nach Angaben der Stadtwerke verbinden sie die bestehende Energiezentrale in der Röntgenstraße mit einer neuen Zentrale auf der anderen Straßenseite. Diese entsteht in einem denkmalgeschützten Gebäude der früheren markgräflichen Reitergarnison. „Wir lösen mit diesem Projekt gleich zwei zentrale Herausforderungen“, erklärt Geschäftsführer Markus Rützel. Die bisherige Anlage stoße an Leistungsgrenzen. Zudem müsse das Fernwärmenetz nachhaltiger werden.

Wärme kommt bisher aus fossilen Quellen

Das Netz der Stadtwerke erstreckt sich nach eigenen Angaben über rund eineinhalb Kilometer bis zum Friedrichsforum. Bislang stamme die Wärme ausschließlich aus fossilen Quellen. Das Gesetz verlangt, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent erneuerbare Energie genutzt werden. Die neue Zentrale soll das früher erfüllen. Drei große Wärmepumpen mit zunächst zwei Megawatt Leistung sollen mindestens 70 Grad heiße Wärme liefern. Ein Ausbau auf bis zu 15 Megawatt ist vorgesehen. „Wir werden hier so viel regenerative Wärme wie rund vierhundert Wärmepumpen in Einfamilienhäusern erzeugen“, sagt Rützel.

Durch die Verbindung beider Energiezentralen werde außerdem eine Engstelle im Netz beseitigt. „Damit können wir künftig doppelt so viel Energie einspeisen und auch neue Kunden anschließen“, betont Rützel. Die Bauarbeiten in der Ludwig-Thoma-Straße sollen bis Anfang November abgeschlossen sein.

Ziel: Klimaneutrale Fernwärme

Für die Energiezentrale laufen derzeit Genehmigungsverfahren. Geplant sind neben den Wärmepumpen große Rückkühler und zwei Wärmespeicher von je 15 Metern Höhe. Der erste Bauabschnitt soll 2026 fertig werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. In einem zweiten Schritt wollen die Stadtwerke auch Abwärme der Firma Blaha ins Netz einleiten. Langfristig streben die Stadtwerke an, die Fernwärmeversorgung klimaneutral zu gestalten. Nach Angaben von Rützel sei sie im innerstädtischen Bereich oft die einzige realistische Heizoption. Wärmepumpen verursachten dort zu viel Lärm, Biomasseanlagen bräuchten Lagerflächen, die es nicht gebe.

Auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) verweist auf die Bedeutung der Fernwärme: „Wir wollen bis 2040 in Bayreuth klimaneutral sein. Die Wärmewende ist dafür ein wichtiger Hebel. Deswegen tun wir gut daran, die Transformation hin zu regenerativer Fernwärme bereits heute voranzutreiben.“





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