Freitag, 6. November 2026

BWETrotz Havarien sind Windräder sicher

[10.01.2017] Der Bundesverband Windenergie reagiert auf die Vorwürfe wegen mangelnder Sicherheit von Windkraftanlagen: Herstellerstandards und Wartung seien extrem hoch und professionell. Anlass für den Wirbel waren vier Havarien binnen vier Wochen.

Nahe Hamburg und im mecklenburg-vorpommerschen Süderholz stürzen ein knapp 100 Meter hohes Windrad und ein 70 Meter hoher Windradturm um. In Zichow in der Uckermark bricht ein 40 Meter langer Flügel ab, in Leisning in Sachsen knickt ein 95 Meter hohes Windrad wie ein Strohhalm ein. Vier Havarien binnen vier Wochen, das befindet auch der Bundesverband Windenergie (BWE) für ungewöhnlich. Gegenüber dem Nachrichten-Portal Spiegel Online spricht ein BWE-Sprecher von durchschnittlich sechs bis sieben Zwischenfällen pro Jahr, meist durch einen Blitzschlag ausgelöst. Unter Berücksichtigung der rund 26.560 betriebenen Anlagen in Deutschland eine Zahl, die kaum der Rede wert ist. In Anbetracht der Schlagzeilen hat der Bundesverband Windenergie jetzt auf die Vorwürfe wegen mangelnder Sicherheit reagiert. So gehören Windkraftanlagen laut einer BWE-Mitteilung an die Presse zu den sichersten Bauwerken. Sie werden in Deutschland auf Basis der Richtlinie des Deutschen Insituts für Bautechnik (DIBt) typengeprüft und genehmigt. Ohne Typenprüfung keine Baugenehmigung. Während der Aufstellung findet eine Bauüberwachung statt. Und mit der Inbetriebnahme werden alle Komponenten, die Betrieb und Sicherheit beeinflussen können, abgenommen. Nach Angaben des BWE findet außerdem während des Betriebs alle zwei bis vier Jahre die Wiederkehrende Prüfung statt, bei der erneut der Anlagenzustand auf Sicherheit und ordnungsgemäße Wartung untersucht wird. Aufgrund des hohen Standards bei der Herstellung und professionellem Service und Wartung gibt der Verband die technische Verfügbarkeit von Windkraftanlagen mit 98 Prozent an. Die Schadenquote sei hingegen absolut gering. Hierfür sprächen auch die niedrigen Versicherungsprämien für Haftplicht von rund 60 Euro im Jahr und die Tatsache, dass die Versicherung für Maschinenbruch- und Ertragsausfall in der Regel in die Service- und Wartungsverträge einkalkuliert sei. Die Auswertung der wenigen Schadensereignisse trage hingegen dazu bei, die Anlagensicherheit weiter zu verbessern. Egal ob es sich um einen Brand, ein Problem mit dem Rotorblatt oder der gesamten Anlage handelt: Gutachter sollen im Auftrag der Betreiber und von Versicherungen jeden einzelnen Fall untersuchen. Werden dabei einzelne Bauteile als ursächlich anerkannt, würden in nachfolgenden Wartungen sämtliche baugleiche Anlagen überprüft. Auch im Falle der vier Havarien sei es nun angezeigt zu untersuchen, an welchem Bauteil der Unfall gelegen haben könnte, sagt der BWE-Sprecher gegenüber Spiegel Online. So viel wüsste man bereits: In Sachsen habe ein defektes Rotorblatt eine Kettenreaktion ausgelöst.



Stichwörter: Windenergie, BWE, Sicherheit


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