Mittwoch, 2. September 2026

BDEW/ZSWZahlen zur Nutzung von Erneuerbaren

[09.10.2025] Erneuerbare Energien deckten in den ersten drei Quartalen 2025 knapp 57 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Nach Angaben von BDEW und ZSW konnte das windschwache erste Quartal durch deutlich mehr Solarstrom im Sommer ausgeglichen werden.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 stammten fast 57 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Damit liegt der Anteil auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, obwohl das erste Quartal ungewöhnlich windarm war.

Photovoltaik kompensiert Windmangel

Wie die beiden Institutionen berichten, konnte die schwache Windstromproduktion im Winter vor allem durch den starken Zubau an Photovoltaikanlagen ausgeglichen werden. Die Solarstromerzeugung stieg in den ersten drei Quartalen um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hintergrund ist der Rekordzubau von Photovoltaik im Jahr 2024, der sich 2025 voll in der Produktion niederschlägt. Auch der laufende Ausbau bleibt dynamisch: Bis Ende September wurde bereits fünf Prozent mehr Solarleistung installiert als im gleichen Zeitraum 2024.

Die Windenergie an Land erzeugte in den ersten drei Quartalen zwölf Prozent weniger Strom als im Vorjahr, die Offshore-Windkraft acht Prozent weniger. Dennoch wächst die installierte Leistung deutlich. Mit einem Bruttozubau von 3,2 Gigawatt wurde bereits fast das Niveau des gesamten Vorjahres erreicht. Der Ausbau auf See blieb wegen des Ausschreibungsturnus unverändert. Die Wasserkraft verzeichnete infolge der geringen Niederschläge von Februar bis Juni ein Minus von fast einem Viertel.

Ausbau gewinnt an Dynamik

„Die Zahlen zeigen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zuletzt spürbar an Dynamik gewonnen hat“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Trotz der witterungsbedingten Einbußen sei der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch leicht gestiegen. Sollten im Herbst günstige Windbedingungen herrschen, könne der Jahreswert 2025 über dem Vorjahr liegen. Andreae mahnte zugleich, den Ausbau von Erzeugung, Speichern und Netzen stärker zu verzahnen, um die wachsende Stromnachfrage durch Digitalisierung und Sektorkopplung langfristig zu decken.

Auch ZSW-Vorstand Professor Frithjof Staiß sieht die Entwicklung positiv: Die aktuellen Daten stützten die Einschätzung, dass ein Anteil von mindestens 80 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 erreichbar sei. Die jüngsten Ausschreibungen hätten gezeigt, dass der beschleunigte Ausbau Wirkung zeige und Windstrom inzwischen deutlich günstiger werde. Er betonte, Deutschland brauche „mehr erneuerbare Energien, nicht weniger“, um eine krisenfeste und wettbewerbsfähige Energieversorgung sicherzustellen.

Plus von 0,9 Prozent

Die Bruttostromerzeugung lag laut ZSW und BDEW in den ersten drei Quartalen bei 366 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 216 Milliarden Kilowattstunden auf erneuerbare Quellen, darunter 78,9 Milliarden aus Photovoltaik, 70,5 Milliarden aus Wind an Land, 32 Milliarden aus Biomasse, 17,5 Milliarden aus Offshore-Wind und 12,7 Milliarden aus Wasserkraft. Der Bruttostromverbrauch sank leicht um 0,4 Prozent.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass sich der Anteil Erneuerbarer je nach Berechnung unterscheidet: Am Bruttostromverbrauch liegt er bei knapp 57 Prozent, an der Bruttostromerzeugung bei 59 Prozent. Der Unterschied ergibt sich aus der leicht unterschiedlichen Entwicklung von Stromverbrauch und -produktion.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Photovoltaik | Solarthermie Windenergie
Luftaufnahme einer Windenergieanlage inmitten einer ländlichen Landschaft mit Feldern und Waldflächen. Im Hintergrund sind weitere Windräder zu sehen.

JUWI: Fünf neue Anlagen am Netz

[01.09.2026] Im Landkreis Warendorf speisen fünf neue Windenergieanlagen Strom ins Netz ein. Der Windpark Sassenberg-Füchtorfer Moor II soll jährlich knapp 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. mehr...

Trianel: Windpark Borkum stabilisiert Stromnetz

[31.08.2026] Der Trianel Windpark Borkum I nimmt mit rund 70 Megawatt Leistung am Regelenergiemarkt teil. Seit Juli 2026 stellt der Offshore-Windpark negative Sekundärregelleistung bereit und kann dafür seine Einspeisung auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers automatisch reduzieren. mehr...

Schleswig-Holstein: Zehn GW Windenergieleistung an Land

[27.08.2026] Schleswig-Holstein hat erstmals mehr als zehn Gigawatt Windenergieleistung an Land installiert. Das Land will den Ausbau nun mit Blick auf die geplante EEG-Novelle weiter absichern. mehr...

bericht

Windenergie: Richtung tragfähiger Märkte

[25.08.2026] In einem schwierigen Marktumfeld stellt sich das Unternehmen JUWI neu auf und setzt auf Effizienz und internationale Wachstumsprojekte. Dazu gehören eine neue Organisationsstruktur sowie die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...

bericht

Windenergie: Akzeptanz schaffen

[17.08.2026] Mit dem Windprojekt Schäferköppel realisiert Mainova derzeit den ersten Windpark auf Frankfurter Gemarkung. Das Projekt zeigt, welche Rolle interkommunale Zusammenarbeit, regionale Verankerung und Bürgerbeteiligung für den Ausbau erneuerbarer Energien spielen. mehr...

EnBW: Bau von Offshore-Windpark abgeschlossen

[17.08.2026] Beim Offshore-Windpark He Dreiht sind alle 64 Windkraftanlagen mit jeweils 15 Megawatt Leistung installiert. Der 960-Megawatt-Park soll noch im Spätsommer vollständig in Betrieb gehen, allerdings läuft nach einem Rotorblattschaden Ende Juli noch eine Untersuchung. mehr...

bericht

Windenergie: Weniger ist mehr

[12.08.2026] Der Repowering-Windpark Elster zählt zu den größten Projekten dieser Art in Europa. Er zeigt, wie Kommunen, Betreiber und regionale Energieakteure bestehende Windstandorte neu bewerten können. mehr...

Kreis Steinfurt: Bürgerwind sichert Wertschöpfung vor Ort

[11.08.2026] Im Kreis Steinfurt soll Bürgerwind dafür sorgen, dass ein größerer Teil der Wertschöpfung aus Windenergie in der Region bleibt. Kommunen, Bürger, Banken und Unternehmen sind dabei über ein regionales Netzwerk in die Projekte eingebunden. mehr...

Rheinland-Pfalz: Kommunale Anstalt für Flächenpooling

[11.08.2026] Die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern bündelt Flächen für den Ausbau der Windenergie und hat dafür eine kommunale Anstalt gegründet. Mehr als 80 Verhandlungsmandate stärken die Position der Kommune gegenüber Projektentwicklern und sollen regionale Wertschöpfung sichern. mehr...

bericht

Dardesheim: Glücksfall Windpark

[10.08.2026] Windenergie schafft Akzeptanz, wenn ihre Wertschöpfung vor Ort ankommt. Der BürgerEnergiePark Druiberg in Dardesheim zeigt, wie kommunale Förderung, Bürgerstrom und finanzielle Beteiligung ein nahezu konfliktfreies Repowering-Projekt möglich machen. mehr...

Ingstetten: Repowering von Windpark

[10.08.2026] Qualitas Energy hat mit dem Repowering des Windparks Ingstetten in Baden-Württemberg begonnen. Sechs neue Windenergieanlagen mit zusammen 42 MW Leistung sollen ab Ende 2027 deutlich mehr Strom liefern als die bisherigen Anlagen. mehr...

Advertorial: WindEnergy Hamburg 2026 – Lösungen für die Energieversorgung von morgen

[05.08.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt Stadtwerke, Netzbetreiber und Energieversorger vor neue Herausforderungen. Themen wie Netzausbau, Energiespeicherung, Wasserstoff und Digitalisierung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Vom 22. bis 25. September 2026 bringt die WindEnergy Hamburg die internationale Windenergiebranche zusammen und bietet eine Plattform für den Austausch über Lösungen für eine sichere, nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung. mehr...

Niedersachsen: Land fördert Produktionsstätte für Windenergieanlagen

[30.07.2026] Jupiter Bach baut in Cuxhaven eine neue Produktionsstätte für Bauteile von Windenergieanlagen. Das Land Niedersachsen fördert die Investition mit 650.000 Euro und stärkt damit den Ausbau der Windenergie-Lieferkette am Hafen. mehr...

Trianel: Fortschritte bei drei Windenergieprojekten

[27.07.2026] Trianel hat bei drei Windenergieprojekten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wichtige Meilensteine erreicht. Der kommunale Projektentwickler erweitert damit sein Windportfolio und treibt den Ausbau weiterer Anlagen voran. mehr...