WindenergieAkzeptanz schaffen

Die Windpark Schäferköppel steht vor den Toren Frankfurts
(Bildquelle: Mainova AG)
Im Dreieck zwischen Frankfurt am Main, Bad Homburg vor der Höhe und Karben entsteht unter Mainova-Federführung der erste Windpark vor den Toren Frankfurts. Auf den Gemarkungen von Nieder-Erlenbach und Ober-Erlenbach errichtet das regionale Unternehmen vier Windenergieanlagen. Sie werden künftig Strom für die Menschen und Unternehmen in Frankfurt am Main und der Region liefern. Bei dem Projekt handelt es sich um den ersten Windpark auf Frankfurter Gemarkung. Das Projekt wird gemeinsam mit einer Bürgerenergiegenossenschaft und unter direkter finanzieller Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern realisiert.
Die vier geplanten Windenergieanlagen des Typs Nordex N175 haben jeweils eine Gesamthöhe von 266,5 Metern. Jede Anlage verfügt über eine Nennleistung von 6,8 Megawatt (MW). Nach Inbetriebnahme rechnet Mainova mit einem jährlichen Ertrag von etwa 54 Gigawattstunden (GWh) Strom – was dem Jahresverbrauch von 22.000 Zwei-Personen-Haushalten entspricht.
Gute Voraussetzungen
Das Projekt ist seit März 2026 in der Umsetzung. Das etwa 37 Hektar große Windvorranggebiet bietet aufgrund seiner Standortbeschaffenheit gute Voraussetzungen für die Entwicklung eines Windparks. Es wird vorrangig landwirtschaftlich genutzt und ist nicht bewaldet. Die Landschaft verfügt zudem über eine bereits vorhandene Infrastruktur. Das fördert die Akzeptanz für das Vorhaben, bringt planerisch aber auch Einschränkungen mit sich: In der Umgebung befinden sich bereits vier Bestandsanlagen, von denen zwei Mainova gehören. Da zum Zeitpunkt der Antragstellung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) der Rückbauzeitpunkt der Bestandsanlagen noch offen war, wurden mehrere Planungsszenarien mit einer unterschiedlichen Anzahl an neuen Windenergieanlagen entwickelt und in das Genehmigungsverfahren eingebracht.
Mainova hat die Flächen über sogenannte Pooling-Nutzungsverträge gesichert. Mit diesen bündeln mehrere Grundstückseigentümer ihre Flächen für ein Windparkprojekt und werden gemeinschaftlich an den Erträgen beteiligt. Eine Besonderheit ist, dass neben privaten Flächeneigentümern auch gemeinnützige Stiftungen sowie die Kommunen beteiligt sind und vom Projekt profitieren.
Interkommunale Zusammenarbeit
Für den bisherigen Projektverlauf entscheidend war von Anfang an die Zusammenarbeit mit den Städten Frankfurt am Main, Bad Homburg und Karben. Die beteiligten Kommunen haben das Vorhaben früh begleitet und unterstützt. Gerade bei einem Projekt, das mehrere Gemarkungen, Zuständigkeiten und Interessen berührt, ist ein verlässlicher Austausch mit den kommunalen Akteuren zentral. Mainova konnte auf bestehenden Kontakte in der Region aufbauen. Ergänzt durch ein strukturiertes Stakeholdermanagement half dies, Ansprechpartner einzubinden und das Projekt in den kommunalen Gremien vorzustellen. Interkommunale Zusammenarbeit ist bei der Umsetzung von Windparkprojekten also kein bloß formaler Begleitaspekt, sondern Voraussetzung für Planungssicherheit und Akzeptanz.
Die geplante Kooperation mit der Frankfurter Bürgerenergie Genossenschaft (FraBeG) ist ein zentraler Baustein des Projekts. Voraussichtlich ab Ende des Jahres 2026 können Einzelpersonen Anteile über die FraBeG kaufen. Der Erwerb ist in drei Zeichnungsrunden organisiert. Zunächst erhalten die Menschen der direkt angrenzenden Ortsteile die Möglichkeit, sich einzubringen. Die erste Zeichnungsrunde richtet sich deshalb ausschließlich an Bürgerinnen und Bürger der Ortsteile Kloppenheim, Nieder-Erlenbach, Ober-Erlenbach und Petterweil. In der zweiten Runde wird der Kreis auf Menschen erweitert, die in einem Abstand von bis zu fünf Kilometern zum Windpark wohnen. Abschließend steht der Verkauf der verbleibenden Anteile allen Bürgern aus Bad Homburg, Frankfurt und Karben offen.
Akzeptanz vor Inbetriebnahme
Der bisherige Projektverlauf zeigt, dass regionale Energieprojekte dann an Stärke gewinnen, wenn die Beteiligten vor Ort frühzeitig eingebunden werden. Akzeptanz entsteht nicht erst mit der Inbetriebnahme, sondern bereits in der Planungsphase, wenn Verantwortung zwischen Energieversorger, Kommunen, Bürgerenergiegenossenschaften und den Menschen in der Region geteilt wird.
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