AEEIntegration von Biogasanlagen in Wärmeplanung

Wie flexible Biogasanlagen in die kommunale Wärmeplanung integriert werden können, erprobt jetzt das Projekt LKFlex.
(Bildquelle: Adobe Stock)
Flexible Biogasanlagen sollen künftig stärker mit der kommunalen Wärmeplanung verknüpft werden. Dafür wurden im dreijährigen Projekt „Landwirtschaft – Kommune – Flexibilität: Integration von Biogas-Speicherkraftwerken in die kommunale Wärmeplanung für eine effiziente Energieversorgung“ (LKFlex) sechs Kommunen ausgewählt. Wie die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) berichtet, begleiten sie gemeinsam mit den Flexperten die Kommunen und beteiligte landwirtschaftliche Betriebe bei der Entwicklung entsprechender Wärme- und Energiekonzepte.
Ausgewählt wurden Oelsnitz/Vogtland in Sachsen, Hermeskeil/Reinsfeld in Rheinland-Pfalz, Adelshofen in Bayern, Delmenhorst in Niedersachsen, Calau in Brandenburg und Uedem in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt richtet sich insbesondere an Vorhaben, bei denen technische Prüfung, Moderation und strategische Begleitung für die Umsetzung eine wichtige Rolle spielen.
Hintergrund ist der wachsende Anteil von Wind- und Solarstrom. Mit ihm nimmt die wetterabhängige Schwankung der Stromerzeugung zu. Flexible Biogasanlagen können hier einspringen, wenn Wind- und Photovoltaikanlagen weniger Strom liefern. Dafür müssen sie allerdings technisch von einer möglichst gleichmäßigen Stromproduktion auf einen flexiblen Betrieb umgestellt werden.
Gleichzeitig bieten Biogasanlagen im ländlichen Raum ein bislang vielfach ungenutztes Wärmepotenzial. Bei der Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk entsteht Abwärme. Sie wird nach Angaben der Projektträger häufig nicht genutzt, sondern an die Umgebung abgegeben. Eine Einbindung in Wärmenetze oder andere lokale Wärmeversorgungskonzepte könnte diese Energie für die Wärmeversorgung nutzbar machen.
Für Betreiber ist die Umstellung allerdings mit Investitionen und wirtschaftlichen Risiken verbunden. Für einen flexiblen Betrieb kann beispielsweise ein größerer Gasspeicher erforderlich sein. Auch ein leistungsstärkeres Blockheizkraftwerk oder der Anschluss an ein Wärmenetz kann zusätzliche Investitionen erfordern. LKFlex soll deshalb Kommunen und Betreiber von Biogasanlagen zusammenbringen und individuelle Lösungen für die Einbindung der Anlagen in die kommunale Wärmeplanung entwickeln.
Ein weiteres Ziel besteht darin, den Weiterbetrieb von Biogasanlagen nach dem Ende der EEG-Förderung zu ermöglichen. Eine flexible Stromerzeugung in Kombination mit der Nutzung der entstehenden Wärme kann dabei neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen. Das Projekt will dazu technische und strategische Konzepte entwickeln und deren Umsetzbarkeit prüfen.
Die Erfahrungen aus den sechs Modellkommunen sollen anschließend öffentlich aufbereitet werden. Damit sollen auch andere Kommunen und Regionen auf die gewonnenen Erkenntnisse zurückgreifen können.
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