Hauptstadtbüro BioenergieKritik am Entwurf des Netzentwicklungsplans

Bioenergie werde im aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans laut Hauptstadtbüro Bioenergie immer noch zu wenig berücksichtigt.
(Bildquelle: adobestock)
Der Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) misst der Bioenergie im künftigen Stromsystem weiterhin nur eine untergeordnete Rolle bei. Wie das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) anlässlich des Endes der Stellungnahmefrist am 15. Januar mitteilt, ignoriere die Netzplanung damit erneut die veränderte energiepolitische Lage und aktuelle regulatorische Anpassungen.
Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, verweist darauf, dass die geringe Berücksichtigung der Bioenergie bereits aus früheren Netzentwicklungsplänen bekannt sei. Neu sei jedoch, dass selbst nach Anpassungen etwa im Erneuerbare-Energien-Gesetz an bisherigen Annahmen festgehalten werde. Die Netzbetreiber setzten weiterhin auf eine Fortschreibung früherer Szenarien. Rostek spricht in diesem Zusammenhang von einer Copy-&-Paste-Strategie, die den Abstand zwischen Planung und tatsächlichen Rahmenbedingungen weiter vergrößere.
Nach Angaben der im HBB zusammengeschlossenen Verbände eröffnet allein das sogenannte Biomassepaket 1.0 tausenden bestehenden Anlagen die Perspektive, langfristig Strom zu erzeugen. Moderne Biogasanlagen könnten zudem im Rahmen der Kraftwerkstrategie wettbewerbsfähige Gebote abgeben, sofern ihre erneuerbare Eigenschaft bei der Ausgestaltung der Ausschreibungen angemessen berücksichtigt werde. Auch die kommunale Wärmeplanung spiele eine zentrale Rolle. Bestehende Wärmenetze sowie derzeit geplante Netze seien auf langfristige Versorgung ausgelegt und würden nach Einschätzung der Bioenergiebranche auch über das Jahr 2045 hinaus Strom und Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Basis von Holzenergie, Biogas und Biomethan bereitstellen.
Aus Sicht des Hauptstadtbüros Bioenergie entsteht dadurch ein strukturelles Defizit in der aktuellen Netzplanung. Rostek fordert, dass das Bundeswirtschaftsministerium und der Bundestag diese Aspekte bei der Bewertung des Netzentwicklungsplans einbeziehen. Nur so ließen sich tragfähige Entscheidungen für den zukünftigen Umbau des Energiesystems treffen.
Eine ausführliche Stellungnahme der im Hauptstadtbüro Bioenergie organisierten Verbände zum Entwurf des Netzentwicklungsplans ist auf der Internetseite des HBB veröffentlicht.
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