Sachsen-AnhaltAusbau des autonomen ÖPNV geplant

Sachsen-Anhalt plant, eine Modellregion für automatisiertes und vernetztes Fahren im öffentlichen Personennahverkehr zu werden.
(Bildquelle: 123rf/cheskyw)
Sachsen-Anhalt plant eine landesweite Modellregion für automatisiertes und vernetztes Fahren im öffentlichen Personennahverkehr. Wie das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt berichtet, haben sechs Landkreise, die Städte Halle (Saale) und Magdeburg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt dazu ein gemeinsames „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet.
Beteiligt sind die Landkreise Börde, Harz, Jerichower Land, Salzlandkreis, Stendal und Altmarkkreis Salzwedel. Die Partner wollen gemeinsam technische und organisatorische Lösungen für automatisierte Mobilitätsangebote entwickeln und erproben. Sachsen-Anhalt will sich damit als Modellstandort für den autonomen ÖPNV etablieren.
Im Mittelpunkt steht der Einsatz automatisierter Fahrzeuge im ländlichen Raum. Sie sollen dort das bestehende Linienangebot ergänzen und kleinere Orte besser an zentrale Bus- und Bahnknoten anbinden. Denkbar sind insbesondere autonome Fahrzeuge als Zubringer zu wichtigen ÖPNV-Verbindungen. Damit könnte der öffentliche Verkehr auch Gebiete erreichen, in denen sich ein dichter Linienverkehr bislang nur schwer wirtschaftlich betreiben lässt.
Das Land verbindet damit auch das Ziel, die Mobilität von Menschen mit bislang eingeschränktem Zugang zum öffentlichen Verkehr zu verbessern. Zugleich soll der Einsatz automatisierter Fahrzeuge zur Verkehrssicherheit und zur Digitalisierung des Verkehrssystems beitragen. Autonomes Fahren soll dabei nicht auf einzelne Versuchsstrecken beschränkt bleiben. Sachsen-Anhalt will die Technologie schrittweise in den regulären ÖPNV überführen.
Der Aufbau der Modellregion ist in mehreren Stufen geplant. Von 2028 bis 2030 sollen zunächst erste Pilotprojekte mit räumlich begrenztem automatisiertem Verkehr starten. Zwischen 2031 und 2033 ist anschließend ein Leuchtturmprojekt vorgesehen. In einem Landkreis soll dabei erprobt werden, wie sich der klassische liniengebundene Verkehr schrittweise durch automatisierte Angebote ergänzen oder ersetzen lässt.
Auf Basis dieser Erfahrungen soll zwischen 2033 und 2040 der landesweite Ausbau beginnen. Die Partner wollen dabei nicht nur einzelne Fahrzeuge testen, sondern Erfahrungen für den späteren Regelbetrieb sammeln. Dazu gehören neben der Fahrzeugtechnik auch Fragen zur Einbindung in bestehende Verkehrsangebote und zur praktischen Umsetzung vor Ort.
„Gemeinsam mit der Wissenschaft, Kommunen und Verkehrsunternehmen wollen wir eine Modellregion aufbauen und Sachsen-Anhalt zu einem sichtbaren Standort für autonomes Fahren im ÖPNV im ländlichen Raum entwickeln“, erklärte Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) nach der Unterzeichnung.
Für Kommunen und Verkehrsunternehmen eröffnet das Vorhaben die Möglichkeit, automatisierte Fahrzeuge als Ergänzung bestehender Verkehrsnetze zu erproben. Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten sollen zugleich auf andere Regionen übertragbar sein. Auch auf Bundesebene wird der Aufbau von Modellregionen für autonomes Fahren verfolgt. Der öffentliche Personennahverkehr gilt dabei als ein wichtiges Einsatzfeld.
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