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Energiewende 2016Denkfabrik zieht gemischte Bilanz

[11.01.2017] Die Jahresauswertung zur Energiewende von der Denkfabrik Agora zeigt, dass die erneuerbaren Energien zulegen, während Kohleverstromung und Stromverbrauch sinken. Das Tempo reiche jedoch nicht aus, um die Klima- und Effizienzziele 2020 zu erreichen.
Der Foliensatz von Agora fasst die Kernpunkte des Stromjahrs 2016 zusammen.

Der Foliensatz von Agora fasst die Kernpunkte des Stromjahrs 2016 zusammen.

(Bildquelle: Agora Energiewende)

Der Think Tank Agora Energiewende zieht eine gemischte Bilanz der Energiewende 2016. Eine Jahresauswertung zeigt, dass trotz eines Anstiegs der erneuerbaren Energien und eines Rückgangs von Kohlevertromung und Energieverbrauch die Klima- und Effizienzziele 2020 nicht erreicht werden. Schlüsselt man zunächst die guten Nachrichten auf, dann ist das Stromsystem das dritte Jahr in Folge klimafreundlicher geworden, Gaskraftwerke konnten sich von Kohlekraftwerken Marktanteile zurückerobern, der Atomausstieg verlief nach Plan, Erneuerbare-Energien-Anlagen lieferten so viel Strom wie nie zuvor, der Stromverbrauch sank und die Zustimmung der Bevölkerung zur Energiewende ist auf sehr hohem Niveau weiterhin gewachsen. Dem gegenüber steht, dass die Gesamt-Klimagasemissionen Deutschlands abermals gestiegen sind, die Strompreise für Haushalte 2017 erstmals die Marke von 30 Cent pro Kilowattstunde überspringen werden, und die Fortschritte so langsam erfolgen, dass die für 2020 gesetzten Ziele für Klimaschutz und Effizienz nur noch mit einer großen zusätzlichen Kraftanstrengung zu erreichen sind. In Zahlen ausgedrückt: Der Ökostromanteil wuchs im Jahr 2016 um 0,8 Prozentpunkte auf 32,3 Prozent, Erdgaskraftwerke legten um gut ein Viertel auf 12,1 Prozent am Erzeugungsmix zu und lieferten damit fast so viel Strom wie Kernkraftwerke (13,1 Prozent). Deren Erzeugung habe sich seit 2000 annähernd halbiert. Der Anteil von Braunkohle an der Stromerzeugung ist um -0,8 Prozentpunkte auf 23,1 Prozent gesunken, der Anteil der Steinkohle verminderte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 17 Prozent. „Wenn man den Rückgang der Kohleverstromung in 2016 in der Zukunft so fortsetzen würde, so würde ungefähr Anfang 2038 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Dies entspreche dem von Agora vorgeschlagenen Kohlekonsens-Pfad. Die CO2-Emissionen des Stromsystems waren 2016 leicht rückläufig (-1,6 Prozentpunkte gegenüber 2015) und lagen bei 306 Millionen Tonnen. Demgegenüber seien die Gesamt-Treibhausgasemissionen Deutschlands von 908 auf 916 Millionen Tonnen um 0,9 Prozent gestiegen. „Die Energiewende ist nicht nur eine Sache des Stromsektors – jetzt müssen auch Industrie, Wärme und Verkehr ihre Klimaschutzbeiträge liefern“, so Graichen. Der Stromverbrauch ging 2016 leicht um 2,4 Terawattstunden auf 592,7 Terawattstunden zurück. Um das Effizienzziel 2020 der Bundesregierung zu erreichen, müssten laut Agora Energiewende aber 9 Terawattstunden pro Jahr eingespart werden. „Deutschland wird zwar immer effizienter im Umgang mit Strom. Denn trotz eines Wirtschaftswachstums von 1,8 Prozent ist der Stromverbrauch gesunken“, sagt Graichen. „Es muss hier aber noch viel mehr geschehen. Jede gesparte Kilowattstunde macht die Energiewende kostengünstiger.“



Stichwörter: Politik, Agora Energiewende


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