Donnerstag, 29. Oktober 2026

WettbewerbDarmstadt ist Digitale Modellstadt

[14.06.2017] Der Wettbewerb Digitale Stadt ist entschieden: Darmstadt wird in den kommenden Jahren mit der Unterstützung von mehr als 20 Partnerunternehmen zur digitalen Modellstadt ausgebaut. Realisiert wird unter anderem ein Projekt zum intelligenten Parkraum-Management.
Darmstadt ist Sieger des Wettbewerbs Digitale Stadt.

Darmstadt ist Sieger des Wettbewerbs Digitale Stadt.

(Bildquelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt)

Darmstadt ist Gewinner des Wettbewerbs Digitale Stadt, den der Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) initiiert hatte (25209+wir berichteten). Die Wissenschaftsstadt wurde am Montag (12. Juni 2017) im Rahmen des Digital-Gipfels der Bundesregierung unter insgesamt fünf Finalisten (26130+wir berichteten) zum Sieger gekürt. Wie der Branchenverband Bitkom mitteilt, wird Darmstadt nun in den kommenden Jahren mit der Unterstützung von mehr als 20 Partnerunternehmen, die Produkte und Dienstleistungen in zweistelliger Millionenhöhe beisteuern, zur digitalen Modellstadt ausgebaut. Ab Anfang 2018 würden Bereiche wie der Verkehrssektor, die Energieversorgung, Schulen und das Gesundheitswesen mit neuesten digitalen Technologien ausgerüstet. Zudem sollen künftig die öffentliche Verwaltung innovative Online-Anwendungen und der Handel intelligente Lieferdienste anbieten können. Das Unternehmen Vodafone wird zudem die Telekommunikationsnetze auf Geschwindigkeiten von bis zu 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ausbauen.

Digitale Zukunft erproben

„Die Bewerbung von Darmstadt hat die Jury vor allem aufgrund ihrer ausgewogenen Einbeziehung der verschiedenen Themenbereiche und Facetten einer digitalen Stadt überzeugt“, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Die bereichsübergreifende Vernetzung aller Sektoren mit dem Fokus auf hochprofessionelle Cyber-Sicherheit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Digitale Stadt Darmstadt.“ Die Entscheidung sei denkbar knapp ausgefallen. Rohleder: „Alle Bewerber haben absolut überzeugende Konzepte eingereicht. Der Wettbewerb hat gezeigt, dass die Finalstädte auf einem guten Weg in Richtung digitale Zukunft sind.“ „Sehr viele Städte und Gemeinden in Deutschland werden nun sehr aufmerksam verfolgen, wie die Umsetzung der Konzepte in der Siegerstadt angegangen wird“, ergänzte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.
„Darmstadt ist seit 20 Jahren Wissenschaftsstadt. Dass es uns ausgerechnet im Jubiläumsjahr gelingt, Digitale Stadt für Deutschland und Europa zu werden, ist kein Zufall“, meint Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Es ist das Ergebnis jahrelangen Vordenkens und Vorarbeitens, zum Beispiel als kontinentales Zentrum der Cyber-Sicherheit. Nun haben wir die Gelegenheit, in Darmstadt Zukunft zu erproben und Digitalisierung zu gestalten, anstatt sie mit uns geschehen zu lassen.“ Dabei wolle man die digitalen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Alltag in der wachsenden Stadt mit knappen Flächenressourcen und hoher Verkehrsdichte noch effizienter als heute zu organisieren.

Smarter Parken

Am Rande des Digital-Gipfels haben Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Reinhard Clemens, Telekom-Vorstand und T-Systems Chef, bereits eine Vereinbarung zur Einführung der Telekom-App „Park and Joy“ (26013+wir berichteten) unterzeichnet. Das Vorhaben zum smarten Parken wird ab dem kommenden Jahr als eines der Projekte im Rahmen des Wettbewerbs Digitale Stadt umgesetzt. Bis Ende 2019 soll nach Angaben der Stadt Darmstadt ein Großteil des innerstädtischen bewirtschafteten Parkraums vernetzt sein, damit Autofahrer komfortabler und schneller ans Ziel kommen. In einer weiteren Ausbaustufe sollen außerdem Parkhäuser und private Stellflächen an die Smart-City-Lösung angeschlossen werden. So werde die Möglichkeit geschaffen, Parkplätze sogar im Vorfeld zu reservieren. Oberbürgermeister Partsch: „Die neue Park-App passt gut in das Projekt Green Smart City, das Darmstadt als Wissenschafts- und Forschungsstandort, vor allem im IT-Bereich, mit den zukunftssichernden Bereichen Umweltschutz und Ressourcenschonung verknüpft. Mit der App machen wir auf das verfügbare Kontingent an Parkplätzen aufmerksam und erleichtern Pendlern sowie Besuchern den Aufenthalt in unserer Stadt. Das unnötige und zeitaufreibende Umherfahren auf der Suche nach einem freien Abstellplatz entfällt.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

INIT: Stadtwerke Heilbronn setzen auf Cloud-Lösung

[26.10.2026] Die Stadtwerke Heilbronn haben ihr Kunden- und Vertriebsmanagement auf eine Cloud-Lösung von INIT umgestellt. Damit wollen sie interne Abläufe vereinfachen und neue digitale Angebote für Fahrgäste ermöglichen. mehr...

Karlsruhe: KI-Anwendungen für die Energieversorgung entwickeln

[26.10.2026] Bei einer KI-Challenge in Karlsruhe haben Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen Ansätze für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Energieversorgung entwickelt. Im Mittelpunkt standen Genehmigungsverfahren, der Betrieb Kritischer Infrastruktur und die Widerstandsfähigkeit von Energiesystemen. mehr...

bericht

Organisation: Cyber-Schutz ist Chefsache

[22.10.2026] Wer Cyber-Resilienz auf technische Schutzmaßnahmen reduziert, greift zu kurz. Die Technik muss auch in entsprechende organisatorische Prozesse eingebettet sein, mit klaren Verantwortungsstrukturen und Entscheidungswegen. Cyber-Sicherheit wird somit zur Managementaufgabe. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: NIS2-Konformität ­wirtschaftlich umsetzen

[20.10.2026] Im Rahmen der NIS2-Richtlinie sind auch kleinere Stadtwerke dazu verpflichtet, verbindliche Anforderungen an die Cyber-Sicherheit, das Risikomanagement und die Meldeprozesse umzusetzen. Aufgrund fehlender Security-Experten und begrenzter IT-Budgets ist das jedoch eine große Herausforderung. mehr...

dena: Konzept für Energiedatenraum bis 2032 vorgelegt

[19.10.2026] Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ein Konzept für einen branchenübergreifenden Energiedatenraum vorgestellt, der den Datenaustausch im Stromsektor bis 2032 verbessern soll. Eine Studie zeigt am Beispiel variabler Netzentgelte, welche Vorteile eine gemeinsame digitale Infrastruktur bieten könnte und wie sich diese schrittweise einführen ließe. mehr...

EnBW: Energiewelt-App überarbeitet

[16.10.2026] Die EnBW hat ihre Kunden-App überarbeitet und um neue Funktionen zur Verbrauchsüberwachung und Steuerung von Energieanlagen erweitert. Die Anwendung integriert nun auch ein Heim-Energie-Management-System, mit dem sich unter anderem Wärmepumpen und Elektroautos steuern lassen. mehr...

Schleupen/Hansen: Zusammenarbeit verlängert

[16.10.2026] Die Softwareunternehmen Schleupen und Hansen Technologies setzen ihre Zusammenarbeit im Energiedatenmanagement für weitere fünf Jahre fort. Mehr als 80 Energieversorger mit über drei Millionen Messstellen nutzen die gemeinsame Lösung bereits. mehr...

Cyber-Sicherheit: Risiken für Wind- und Solarparks

[13.10.2026] Eine neue Studie hat Tausende über das Internet erreichbare Systeme im Umfeld europäischer Wind- und Solarparks identifiziert. Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland warnt vor wachsenden Risiken für die Energieversorgung durch die zunehmende Dezentralisierung. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Instandhaltung auf neue Softwarelösung umgestellt

[06.10.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben ihre mobile Instandhaltung auf eine neue Softwarelösung umgestellt. Das Maintenance Portal von argvis soll papierbasierte Abläufe ersetzen und die Arbeit in Netzen, Erzeugung und Service auf einer gemeinsamen Plattform bündeln. mehr...

Soluvia: Abrechnungsplattform für Stadtwerke eröffnet

[29.09.2026] Soluvia Energy Services bietet seine Abrechnungsplattform SESuite erstmals Energieversorgern außerhalb des MVV-Energie-Konzerns an. Das Full-Service-Angebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Versorger, die ihre Abrechnungssysteme ablösen oder neu aufstellen wollen. mehr...

data analytics institute: Neuer Konsortialpartner von energy data-X

[28.09.2026] Das data analytics institute wird Konsortialpartner von energy data-X und bringt seinen Datenraum HEAT-X für die kommunale Wärmeplanung ein. Damit sollen Daten aus Strom- und Wärmesektor künftig über eine gemeinsame Infrastruktur verknüpft werden. mehr...

Greenflash: Dezentrale Energiesysteme in Echtzeit steuern

[25.09.2026] Greenflash hat mit Greencore AI eine Software zur Echtzeitsteuerung dezentraler Energiesysteme entwickelt. Sie soll Erzeugung, Speicherung und Verbrauch anhand von Prognosen und aktuellen Marktdaten wirtschaftlich aufeinander abstimmen. mehr...

items: ITS Group übernimmt Fernwärme-Software

[24.09.2026] items überträgt seine Fernwärme-Software Grid Insight: Heat zum 1. November 2026 an die ITS Group. Mit der Software wechselt auch das zuständige Team zum Dortmunder Unternehmen. mehr...

G&W Software: Unterstützung bei Investitionsentscheidungen

[21.09.2026] Der Umbau der Energieversorgung stellt Versorger vor langfristige Investitionsentscheidungen bei Gas-, Wärme- und Stromnetzen. Die Software CaliforniaX soll dabei helfen, unterschiedliche Szenarien zu kalkulieren und Infrastrukturprojekte auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. mehr...

GISA: Stadtwerke Bonn modernisieren Data Warehouse

[17.09.2026] Die Stadtwerke Bonn haben ihr bisheriges SAP Business Warehouse durch eine neue Plattform auf Basis von SAP BW/4HANA ersetzt. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister GISA wurde die Analytics-Landschaft des kommunalen Unternehmens neu aufgestellt. mehr...