BDEW/ZSWErneuerbare Erfolgsgeschichte

Mit einem Anteil von rund 40 Prozent ist Windkraft an Land die stärkste Ökostromquelle.
(Bildquelle: K21 media AG)
Die erneuerbaren Energien werden im Jahr 2017 voraussichtlich über 36 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung. Demnach könnten bis Jahresende fast 217 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt werden. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr: 2016 lag der Anteil der Erneuerbaren mit 188 Milliarden kWh noch bei 31,6 Prozent des Bruttostromverbrauchs.
Offshore-Windkraft mit größtem Anstieg
Nach Angaben von ZSW und BDEW verzeichnet die Stromerzeugung aus Offshore-Windkraft prozentual gesehen den größten Anstieg: Windparks in Nord- und Ostsee produzierten gut 18 Milliarden kWh, ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen an Land legte zu. Mit rund 87 Milliarden kWh (plus 31 Prozent) bleibt Onshore-Windkraft mit Abstand die stärkste Erneuerbaren-Quelle (Anteil: 40 Prozent). Auf Platz zwei und drei folgen Biomasse mit fast 24 Prozent und Photovoltaik mit über 18 Prozent.
BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer kommentiert: „Bereits jetzt haben die Erneuerbaren das von der Bundesregierung im Energiekonzept für 2020 gesteckte Ziel von 35 Prozent Erneuerbaren-Anteil am Bruttostromverbrauch übertroffen. Das ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz.“ ZSW-Vorstand Frithjof Staiß erklärt: „Der Ökostromanteil am Stromverbrauch ist in den vergangenen fünf Jahren um fast 13 Prozentpunkte gewachsen. In den vergangenen 15 Jahren beträgt der Zuwachs sogar 28 Prozentpunkte. Das ist in der Tat eine Erfolgsgeschichte.“
Ökostrom im Erzeugungsmix bei 33 Prozent
Laut aktueller Zahlen des BDEW ist auch der Anteil regenerativer Quellen an der Stromerzeugung erneut stark gewachsen. Ihr Beitrag zum Erzeugungsmix 2017 stieg demnach um vier Prozentpunkte auf insgesamt gut 33 Prozent (2016: 29 Prozent). Der Anteil des in Stein- und Braunkohlekraftwerken erzeugten Stroms hingegen sank auf 37 Prozent (2016: 40,3 Prozent). Erneut gestiegen ist der Einsatz von Erdgas: Etwa 13 Prozent des erzeugten Stroms stammt aus Gaskraftwerken (2016: 12,5 Prozent). Kernenergie steuerte 11,6 Prozent (2016: 13,0 Prozent) bei, sonstige Anlagen wie Pumpspeicher- oder Heizölkraftwerke bleiben unverändert bei rund 5 Prozent.
Stefan Kapferer weist darauf hin, dass der schrittweise Ausstieg aus der Verstromung von Stein- und Braunkohle faktisch längst begonnen habe und sich kontinuierlich fortsetze: „Allein 2017 wurden nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur sechs Steinkohlekraftwerke vom Netz genommen. Erste Braunkohlekraftwerke wurden bereits aus dem Normalbetrieb in die Sicherheitsbereitschaft überführt, weitere Braunkohle-Blöcke werden bis 2019 folgen. Zur Stilllegung angezeigt sind derzeit außerdem 14 weitere Steinkohlekraftwerke.“ Ursache seien die veränderten Marktbedingungen: Niemand investiere noch in Kohlekraftwerke.
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