Dienstag, 22. September 2026

MünchenPfad zum Kohleausstieg

[08.07.2019] Die Stadtwerke München haben ein Konzept entwickelt, um den Kohleblock im Heizkraftwerk Nord bis spätestens 2028 abschalten zu können – sechs Jahre später als im erfolgreichen Bürgerentscheid vom Herbst 2017 gefordert.
Heizkraftwerk Nord: Die Stadtwerke München haben ein Konzept entwickelt

Heizkraftwerk Nord: Die Stadtwerke München haben ein Konzept entwickelt, um den Kohleblock bis spätestens 2028 abschalten zu können.

(Bildquelle: SWM)

Beim Bürgerentscheid „Raus aus der Steinkohle“ hat eine Mehrheit der Münchner im Herbst 2017 für eine Stilllegung des Kohleblocks im Heizkraftwerk Nord bis Ende 2022 votiert. Dazu wird es nicht kommen: Alle von den Stadtwerken München (SWM) vorgeschlagenen Alternativen – dezentrale Heizwerke, Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort HKW Nord – wurden von Münchner Bezirksausschüssen und dem Gemeinderat von Unterföhring abgelehnt. Zudem hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet den Stadtwerken München nach Prüfung der eingereichten Stilllegungsanzeige bereits Ende Mai mitgeteilt: Aufgrund der Systemrelevanz des Kohleblocks wird die Bundesnetzagentur eine Stilllegung voraussichtlich untersagen. Noch liegt das offizielle Veto nicht vor, dass es kommt, gilt allerdings als sicher, da sich die Regulierungsbehörde am Votum der Übertragungsnetzbetreiber orientiert.
Um dem Bürgerwillen dennoch so weit wie möglich gerecht zu werden, haben die Stadtwerke München nun ein Kohleausstiegskonzept erarbeitet, das sie am 16. Juli im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft des Münchner Stadtrats vorstellen. Demnach soll die Kohleverbrennung bis 2025 schrittweise reduziert werden. So soll der Kohleblock der KWK-Anlage HKW Nord künftig vornehmlich zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Durch längere Stillstände im Sommer könne eine Reduktion der Kohlemenge um 75.000 auf 450.000 Tonnen pro Jahr erreicht werden.
Um auch auf die verbleibende Menge Kohle verzichten und somit den Block abschalten zu können, wollen die Stadtwerke München bis 2028 zusätzliche Wärmeleistung erschließen. Die SWM forcieren deshalb noch einmal den Ausbau der Geothermie und werden hierfür hohe dreistellige Millionenbeträge investieren (wir berichteten). Zur Nutzung der Geothermie sei bereits mit umfangreichen Anpassungen und Erweiterungen im Fernwärmenetz begonnen worden. Dabei werde das bestehende Dampfnetz teilweise auf ein modernes Heißwassernetz umgestellt.



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