Mittwoch, 8. Juli 2026

Baden-WürttembergAktuelle Zahlen zum PV-Ausbau

[04.11.2022] Die KEA-BW und das Solar Cluster Baden-Württemberg haben jetzt aktuelle Zahlen zum Photovoltaikausbau in Baden-Württemberg vorgelegt. Der Zubau in den ersten sechs Monaten im aktuellen Jahr deutet an, dass 2022 mehr Solarstromanlagen entstehen werden als im Jahr davor.
Ein gepflegtes Gespräch vor Photovoltaikanlagen

Ein gepflegtes Gespräch vor Photovoltaikanlagen, die dieses Jahr in Baden-Württemberg weiter zunehmen.

(Bildquelle: KEA-BW)

In Baden-Württemberg lag in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 der Photovoltaikausbau bei 382 Megwatt (MW). Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur in Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, werden daher in Baden-Württemberg dieses Jahr mehr Solarstromanlagen errichtet als im Jahr davor. 2021 hätte es insgesamt rund 620 MW Zubau gegeben. Im Landesvergleich seien einige Regionen besonders aktiv: Bei dem gewichtigen Segment Dachanlagen liege die Region Donau-Iller bezogen auf den Pro-Kopf-Zubau an der Spitze unter den zwölf Südwestregionen und sei damit Sieger der Photovoltaik-Liga Baden-Württemberg. Pro Einwohner seien in der Region um Ulm im ersten Halbjahr 2022 rund 44 Watt pro Kopf neu hinzugebaut worden. Auf Platz zwei der Photovoltaik-Liga folgt die Region Bodensee-Oberschwaben mit 41 Watt pro Kopf. Die Region Nordschwarzwald komme auf den dritten Rang mit 33 Watt pro Kopf. KEA-BW und das Solar Cluster Baden-Württemberg hätten die Zahlen im Rahmen des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg veröffentlicht.
Auffällig sei der ungleichmäßige Pro-Kopf-Zubau im Bundesland. In dicht besiedelten Gebieten sei er niedriger, im Süd-Osten und Nord-Osten des Landes höher. Insgesamt gelte aber auch: Der Photovoltaikausbau muss noch deutlich beschleunigt werden, um den wachsenden Strombedarf sicher und klimafreundlich decken zu können. „Beim Photovoltaik-Ausbau im Land haben wir noch viel zu tun. Auch in den Regionen auf den vorderen Plätzen gibt es einen großen Anteil nicht genutzter Dachflächen und Flächen für Solarparks“, sagt Tina Schmidt vom Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg.

Gefälle von West nach Süd-Ost

Während im Süd-Osten des Landes erfreuliche Zubauraten bei Dachanlagen vorherrschten, kämen viele Regionen auf deutlich geringere Werte. Heilbronn-Franken sei die einzige Region, die mit 32 Watt pro Kopf einen Wert über 30 habe. Die Regionen mit den meisten Einwohnern pro Fläche, etwa Stuttgart, Rhein-Neckar und Südlicher Oberrhein, lägen deutlich darunter. Der Südliche Oberrhein komme auf 26 Watt pro Kopf, Rhein-Neckar auf 25 Watt pro Kopf und Stuttgart auf 18 Watt pro Kopf. Die Region Stuttgart sei mit diesem Wert Schlusslicht in ganz Baden-Württemberg. Sie schaffe nur 40 Prozent dessen, was Donau-Iller vorweisen kann.
Ein wichtiger Grund für die schlechteren Plätze der Metropolregionen sei die höhere Bevölkerungsdichte. Auf Dächern von Einfamilienhäusern und Bauernhöfen auf dem Land sei mehr Platz für Photovoltaik pro Einwohner als auf Mehrfamilienhäusern. Außerdem sei die Entscheidung über den Bau einer Solaranlage hier einfacher. Bei den in den Städten öfter zu findenden Mehrfamilienhäusern sei das schon schwieriger. Im Fall von Wohneigentümergemeinschaften müssten sich die Parteien einigen, im Fall von Mietbauten seien Mieterstrommodelle immer noch recht kompliziert. Das große Potenzial auf Mehrfamilienhäusern sei daher noch längst nicht ausgeschöpft. Das gelte auch für Verwaltungsgebäude, Gewerbegebäude und Industriebauten.

Freiflächensolaranlagen

Beim zweiten, kleineren Segment Freiflächenanlagen – aktuell entfallen nur knapp 20 Prozent des Zubaus im Land auf Freiflächen – habe mit der Region Heilbronn-Franken der Nord-Osten die Nase vorn. Bezugsgröße sei hier die Fläche der Region. Heilbronn-Franken komme auf einen Zubau-Wert von 55 Watt pro Hektar im ersten Halbjahr 2022. Platz zwei gehe an den Hochrhein-Bodensee (47 Watt pro Hektar). Platz drei teilten sich der Mittlere Oberrhein und Schwarzwald-Baar-Heuberg (jeweils 29 Watt pro Hektar).
Mit weitem Abstand folge die Region Bodensee-Oberschwaben, die bei den neu errichteten Dachanlagen auf Platz zwei liegt. Hier habe es einen Zubau von 12 Watt pro Hektar gegeben. Platz eins bei den Dachanlagen, Donau-Iller, komme auf nur acht Watt pro Hektar. Schlusslicht seien die Regionen Rhein-Neckar, Neckar-Alb und Stuttgart. Im ersten Halbjahr 2022 seien hier überhaupt keine Solarparks neu errichtet worden. Insgesamt sei die Verfügbarkeit von Flächen für Solarparks in diesen Regionen aufgrund von Ballungsräumen oder der bergigen Topografie eingeschränkt. Mögliche Flächen gebe es dennoch.

Rangliste Photovoltaik-Liga

Die Photovoltaik-Liga Baden-Württemberg sei eine Rangliste der beim Solarstromausbau erfolgreichsten Regionen und Landkreise im Südwesten. Erstellt werde die regelmäßig aktualisierte Liste, indem die neu zugebaute Leistung auf Dächern in Watt pro Einwohner und auf Freiflächen in Watt pro Hektar umgerechnet wird. Das mache Regionen mit unterschiedlicher Bevölkerungsdichte und Größe miteinander vergleichbar. Die Daten basierten auf dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, aufbereitet vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördere das Photovoltaik-Netzwerk im Rahmen der Solaroffensive.





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