Freitag, 19. Juni 2026

badenovaZielgebiet für Geothermie eingegrenzt

[20.12.2024] Für die im Oberrheingraben geplante Geothermie-Nutzung hat badenovaWÄRMEPLUS jetzt Hartheim und angrenzende Gemeinden in den Fokus gerückt. Ab 2028 könnte das heiße Thermalwasser zur Versorgung von bis zu 20.000 Menschen mit grüner Fernwärme genutzt werden.

Schematische Darstellung einer Geothermie-Anlage.

(Bildquelle: badenova)

badenovaWÄRMEPLUS hat jetzt das Zielgebiet für die Erdwärme-Förderung aus dem Oberrheingraben weiter eingegrenzt. Wie badenova mitteilt, liegt der Schwerpunkt des potenziellen Tiefenwasserreservoirs nach umfangreichen Untersuchungen (wir berichteten) unter der Gemarkung Hartheim, teilweise auch unter Bad Krozingen und Breisach. Als mögliche Standorte für die Bohrung und das geplante Heizwerk werden Hartheim und angrenzende Flächen in Betracht gezogen. Der exakte Standort wird auf Basis weiterer geologischer Analysen sowie praktischer Rahmenbedingungen wie Erschließung und Zuwegung festgelegt.

Klimaneutralität bis 2035

„Bis 2035 wollen wir in der Region klimaneutral sein. Für die Versorgung der Menschen in unseren Fernwärmegebieten ist das eine gewaltige Herausforderung“, erklärte Klaus Preiser, Geschäftsführer von badenovaWÄRMEPLUS. Die geografische Lage im Oberrheingraben biete dabei Vorteile: In bis zu 3.500 Metern Tiefe könnte heißes Thermalwasser mit einer Temperatur von etwa 130 Grad Celsius genutzt werden. Ab Ende 2028 soll die so gewonnene Energie in das Fernwärmenetz von Freiburg und weiteren Transportleitungen eingespeist werden. Ziel ist es, bis zu 20.000 Menschen mit grüner Wärme zu versorgen.

Seit 2021 wurden zur Eingrenzung des Zielgebiets umfangreiche geologische Analysen durchgeführt (wir berichteten). Die Aufsuchungsfläche wurde von ursprünglich über 300 Quadratkilometer auf etwa zehn Quadratkilometer reduziert. Eine detaillierte 3D-Seismik liefert dabei ein präzises Abbild der Untergrundschichten bis in eine Tiefe von 3.500 Metern. Die betroffenen Gesteinsschichten aus Bundsandstein und Muschelkalk bieten laut Experten ein hohes Potenzial für die Nutzung von Thermalwasser. Die exakten Parameter wie Temperatur und Fließgeschwindigkeit sollen durch Probebohrungen ab 2026 bestätigt werden.

Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger

Parallel zur technischen Planung setzt badenovaWÄRMEPLUS weiterhin auf Bürgerbeteiligung und Information. Bereits seit 2021 wird die Bevölkerung in der Region aktiv über den Projektfortschritt informiert. Ein eigens eingesetzter Bürgerschaftsrat hatte das Vorhaben unterstützt und 74 Empfehlungen formuliert, die in die Projektentwicklung eingeflossen sind (wir berichteten). Weitere Informationsmöglichkeiten sind für die kommenden Wochen und Monate geplant.

Der finale Standort für die Bohrung und das Heizwerk soll Anfang 2025 feststehen. Nach Genehmigung beim Landratsamt könnte Ende 2026 mit ersten Bohrungen begonnen werden. Der Bau des Heizwerks und der zugehörigen Transportleitung nach Freiburg würde anschließend ab 2027 erfolgen. Die Inbetriebnahme der Geothermie-Anlage ist für Ende 2028 vorgesehen.





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