Dienstag, 27. Oktober 2026

HamburgAnschluss an das europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz

[02.04.2025] Das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) wird mit einer bestehenden Hochdruck-Gasleitung an das europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz angeschlossen. Durch die Nutzung der Bestandsleitung spart das Projekt rund 18 Millionen Euro, verringert den Bauaufwand erheblich und reduziert Eingriffe in Verkehr und Natur.

Ein Molch zur Gasleitungsprüfung: Das Gerät mit hochempfindlichen Sonden hat in Hamburgs Norden die Hochdruck-Gasleitung für den Weiterbetrieb mit Wasserstoff geprüft.

(Bildquelle: ROSEN Group.)

Das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) wird mit einer bereits vorhandenen Hochdruck-Gasleitung an das europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz angebunden. Wie Hamburger Energienetze mitteilt, hat das Unternehmen nach eingehender technischer Prüfung eine ehemalige Anschlussleitung eines bis 2004 betriebenen HEW-Gaskraftwerks erworben. Die Nutzung dieser bestehenden Infrastruktur reduziere die Investitionskosten um etwa 18 Millionen Euro und erspart den Neubau von rund sieben Kilometern Leitung, der unter anderem durch ein Waldgebiet in den Harburger Bergen hätte führen müssen.

Zentraler Bestandteil der Energiewende

Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, lobt die Entscheidung: „Grüner Wasserstoff ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende. Mit der Umnutzung dieser Gasleitung gelingt es, Kosten zu senken, Bauarbeiten zu minimieren und gleichzeitig das Projekt HH-WIN entscheidend voranzubringen.“

Die Maßnahme bringe zudem eine Entlastung für den Verkehr. Ursprünglich geplante Bauarbeiten entlang der Cuxhavener Straße, des Ehestorfer Wegs und der Appelbütteler Straße entfallen. Stattdessen seien nur noch kurze Anschlussstrecken erforderlich, etwa an der Straße Am Radeland sowie entlang landwirtschaftlicher Flächen im Süden.

Technische Untersuchungen, darunter eine so genannte Molchung – eine Prüfung der Leitung mit sensiblen Sonden –, haben gezeigt, dass der Stahl der Bestandsleitung vollständig wasserstoffgeeignet ist. „Die Ergebnisse haben uns selbst überrascht“, sagt Michael Dammann, Technischer Geschäftsführer von Hamburger Energienetze. „Dank der ausgezeichneten Materialqualität und früherer Korrosionsschutzmaßnahmen ist nur ein geringer Instandsetzungsaufwand nötig.“

Chemische Reaktionen verhindert

Der Schutz der Leitung während der Betriebsunterbrechung spielte dabei laut Hamburger Energienetze eine wesentliche Rolle. Eine Stickstofffüllung sowie ein kathodischer Korrosionsschutz verhinderten chemische Reaktionen des Stahls mit Feuchtigkeit und Luft. Die Untersuchungsergebnisse wurden im Februar in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro final ausgewertet.

Für HH-WIN ist diese Lösung auch finanziell vorteilhaft: Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms Important Projects of Common European Interest (IPCEI) gefördert, wobei der Bund 70 Prozent und die Freie und Hansestadt Hamburg 30 Prozent der Kosten tragen. Durch die geringeren Bauausgaben profitieren somit auch die Fördermittelgeber, sofern der Projektkostenrahmen nicht ausgeschöpft wird.

Die Inbetriebnahme der ersten 40 Kilometer des HH-WIN-Netzes ist weiterhin für 2027 geplant. Andere Teilabschnitte des Projekts werden planmäßig weitergebaut.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wasserstoff

Bundeswirtschaftsministerium: Bund will Markthochlauf beschleunigen

[22.10.2026] Mit einem Zehn-Punkte-Plan will das Bundeswirtschaftsministerium den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland voranbringen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt die Initiative, hält die vorgesehenen Maßnahmen jedoch für nicht ausreichend. mehr...

Hamburg: Raffinerie am Wasserstoffnetz

[22.10.2026] Die Holborn Europa Raffinerie und die Hamburger Energienetze haben einen Vertrag zur Planung eines Anschlusses an das Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN unterzeichnet. Ab 2028 soll Wasserstoff für die Produktion emissionsärmerer Diesel- und Flugkraftstoffe bereitstehen. mehr...

Pelz: Qualitätssicherung für Kraftwerke und Wasserstoffnetz

[19.10.2026] Der geplante Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke und der Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes stellen hohe Anforderungen an die Qualitätssicherung. Der Prüfdienstleister Pelz weist insbesondere auf die Belastbarkeit von Schweißverbindungen und den Bedarf an qualifiziertem Prüfpersonal hin. mehr...

bericht

Stuttgart: Fortschritt braucht Mut und Rückhalt

[13.10.2026] Das Wasserstoffprojekt Green Hydrogen Hub der Stadtwerke Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart nimmt Fahrt auf. Mit dem Innovationsprojekt wollen die Umsetzungspartner, Fördermittelgeber und Gremien ein starkes Zeichen für Aufbruch setzen. mehr...

EWE/Verbund: 500-Megawatt-Elektrolyseur geplant

[13.10.2026] Die Energieunternehmen EWE und Verbund gründen ein Joint Venture für ein Wasserstoffprojekt in Nordenham. Ein Elektrolyseur mit bis zu 500 Megawatt Leistung soll dort ab 2032 jährlich rund 50.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. mehr...

EWE: Bilfinger soll Gasaufbereitungsanlage liefern

[29.09.2026] EWE hat Bilfinger mit der Gasaufbereitung für den geplanten Wasserstoffspeicher in Huntorf beauftragt. Dort soll eine bestehende Erdgaskaverne umgerüstet werden und ab 2028 rund 16 Millionen Normkubikmeter Wasserstoff speichern können. mehr...

Universität Stuttgart: Forschungsplattform für Wasserstofftechnologien eröffnet

[22.09.2026] Die Universität Stuttgart hat in Freudenstadt die Industrieforschungsplattform WAVE-H2 eröffnet. Unternehmen sollen dort neue Energie- und Wasserstofftechnologien unter realitätsnahen Bedingungen im industriellen Maßstab erproben können. mehr...

Schleswig-Holstein: Land fördert Wasserstoffprojekt in Lübeck

[18.09.2026] Die Entsorgungsbetriebe Lübeck wollen auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums einen Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff errichten. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt H2ANSE mit rund 3,55 Millionen Euro. mehr...

Green Hydrogen Hub Stuttgart: Vier Niederdruckspeicher aufgestellt

[16.09.2026] Am Green Hydrogen Hub Stuttgart sind vier Niederdruckspeicher mit einer Kapazität von insgesamt bis zu 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufgestellt worden. Sie sollen künftig die Wasserstoffproduktion und -versorgung zeitlich entkoppeln und damit flexibler gestalten. mehr...

Microgrid-Container der Hochschule Bremerhaven mit technischen Anlagen zur Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff.
bericht

Hochschule Bremerhaven: Testlabor für autarkes Energiesystem

[14.09.2026] Die Hochschule Bremerhaven untersucht, wie Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete mithilfe von Microgrids weitgehend mit erneuerbaren Energien versorgt werden können. Ein Testsystem auf dem Hochschulgelände kombiniert dafür Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher und Wasserstoff. mehr...

BDEW: Wasserstoffhochlauf stockt

[11.09.2026] In Deutschland befinden sich derzeit 98 Wasserstofferzeugungsprojekte mit einer Gesamtleistung von knapp 11.900 Megawatt in Planung. Der BDEW fordert bessere Rahmenbedingungen, damit daraus Investitionsentscheidungen und konkrete Projekte werden. mehr...

Hamburger Energienetze: Baustart von H2-Connector

[31.08.2026] Die Hamburger Energienetze haben in Moorburg mit dem Bau des H2-Connectors für das Wasserstoffnetz HH-WIN begonnen. Die Anlage soll ab 2027 Elektrolyse, Hamburger Verteilnetz und das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz verbinden. mehr...

ABO Energy: Verkauf von H2-Hub

[24.08.2026] ABO Energy hat den H2-Hub im hessischen Hünfeld an Tyczka Hydrogen verkauft. Die Anlage produziert bereits zertifizierten grünen Wasserstoff für Busse und Lkw und umfasst Elektrolyseur, Tankstelle und Trailer-Abfüllung. mehr...

Karlsruhe: Gemeinderat macht Weg für neuen Kraftwerksblock frei

[20.08.2026] EnBW plant am Karlsruher Rheinhafen einen neuen Kraftwerksblock, der zunächst mit Gas und später mit Wasserstoff betrieben werden soll. Der Gemeinderat hat dafür den Weg über ein Bebauungsplanverfahren freigemacht und zugleich Vorgaben für Emissionen und den Brennstoffwechsel vereinbart. mehr...

Stuttgart: KI optimiert Elektrolyseure

[18.08.2026] Eine KI-gestützte Software soll den Betrieb von vier Elektrolyseuren im Green Hydrogen Hub Stuttgart optimieren. Die Stadtwerke Stuttgart und ZSW wollen damit Strommärkte, Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion so aufeinander abstimmen, dass die Anlage flexibler und wirtschaftlicher arbeitet. mehr...