Mittwoch, 1. April 2026

ThüringenKonferenz zur Umstellung auf Wasserstoff

[13.11.2025] Thüringen soll ein zentraler Baustein im entstehenden deutschen Wasserstoffnetz werden. Bei der zweiten gemeinsamen Konferenz in Erfurt zeigten die Netzbetreiber Ferngas, Gascade und TEN, wie sie ihre Gasleitungen Schritt für Schritt auf Wasserstoff umstellen und die Versorgung im Freistaat sichern wollen.

In Erfurt hat jetzt die Konferenz „Wasserstoff für Thüringen“ stattgefunden.

v.l.: Ulrich Benterbusch, GASCADE; Tilo Kummer, Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten; Antje Dimitrovici, Ferngas; Andreas Horn, Oberbürgermeister Erfurt; Ulf Unger, TEN

(Bildquelle: Ferngas Service & Management GmbH & Co. KG)

Im Rahmen ihrer zweiten gemeinsamen Konferenz „Wasserstoff für Thüringen“ berichteten die Netzbetreiber Ferngas, Gascade und Thüringer Energienetze (TEN) in Erfurt über Fortschritte bei der Umsetzung der im März 2024 geschlossenen Grundsatzvereinbarung. Wie das Unternehmen Ferngas mitteilt, sieht diese vor, bestehende Erdgasleitungen für den Transport von Wasserstoff umzurüsten und bei Bedarf neue Leitungsabschnitte zu errichten.

Die Vereinbarung bildet die Grundlage für eine enge technische und planerische Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern. Sie betrifft sowohl die Fernleitungsnetze von Ferngas und Gascade als auch die Verteilernetze von Ferngas und TEN. Ziel ist es, Thüringen an das deutschlandweite Wasserstoff-Kernnetz anzuschließen und zugleich eine regionale Verteilung des Energieträgers zu gewährleisten.

Netzkopplungen und Anschlusspunkte in Planung

Laut Gascade sind bereits rund 200 Kilometer bestehender Leitungen auf Wasserstoff umgestellt – eine Voraussetzung für den späteren Transport großer Mengen in Richtung Thüringen. Erste Netzkopplungen und Anschlusspunkte innerhalb des Freistaats befinden sich in Planung. Ein Beispiel ist die Verbindung der Wasserstoff-Kernnetz-Projekte von Ferngas und Gascade bei Jena. In Marolterode im Norden Thüringens planen Ferngas und TEN zudem Netzkoppelpunkte zwischen dem künftigen Kernnetz, einem Untergrundspeicher der Thüringer Energie Speichergesellschaft und dem Wasserstoffhub-Nord-West von TEN.

Thüringens Energieminister Tilo Kummer (BSW) betonte auf der Konferenz die Bedeutung der Wasserstoffinfrastruktur: „Thüringen ist auf einem sehr guten Weg, wichtigen Interessenten Wasserstoff bereitzustellen. Wenn wir den Energiemix mit erneuerbaren Energien flexibel nutzen wollen, brauchen wir neben Wasserstoffspeichern auch Verteilernetze.“ Er kündigte an, sich auf Bundes- und Landesebene für passende Refinanzierungsbedingungen einzusetzen.

Chance für Thüringen

Gascade-Geschäftsführer Ulrich Benterbusch erklärte, bis Ende des Jahres würden 400 Kilometer Leitungen des Unternehmens für den Wasserstofftransport bereitstehen. „Von dieser Entwicklung wird auch Thüringen profitieren. Bereits 2028 wird Wasserstoff nach Thüringen fließen können, 2029 soll die Transportroute vollständig nutzbar sein.“

Ferngas-Geschäftsführerin Antje Dimitrovici sieht in der Umstellung eine Chance für den Industriestandort Thüringen: Wasserstoff ermögliche eine CO₂-freie Energieversorgung, zugleich müsse aber die Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben. TEN-Geschäftsführer Ulf Unger hob die Rolle der netzdienlichen Elektrolyse als Verbindung zwischen Strom- und Wasserstoffsystem hervor und bezeichnete sie als wichtigen Baustein für die Dekarbonisierung der Energieversorgung.

Mit der Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Wasserstoff für Thüringen“ wollen die Netzbetreiber unterstreichen, dass der Freistaat in der Entwicklung einer Wasserstoffinfrastruktur gut positioniert ist – und von der Kooperation zwischen regionalen und überregionalen Akteuren profitieren kann.





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