STADTWERKE AWARDDas sind die sechs Finalisten

Die sechs Finalisten für den STADTWERKE AWARD 2026 stehen jetzt fest.
(Bildquelle: Trianel)
Sechs Projekte haben das Finale des STADTWERKE AWARD 2026 erreicht. Nach Angaben von Trianel als Initiator des Preises wählte die Jury die Finalisten aus insgesamt 35 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich aus.
Nominiert sind Energieversorgung Mittelrhein (evm), Hamburger Energienetze, jENERGIE, ein Unternehmen von Stadtwerke Energie Jena-Pößneck, Stadtwerke Feuchtwangen, Stadtwerke Saarbrücken Netz gemeinsam mit greenventory sowie Wasserversorgung Feldafing Pöcking. Die eingereichten Projekte reichen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz über Wasserwirtschaft und Infrastrukturplanung bis hin zu erneuerbaren Energien und regionalen Dekarbonisierungskonzepten.
HEMS und Open-Source-Datenplattform
Energieversorgung Mittelrhein tritt mit einem Home Energy Management System (HEMS) für Privatkunden an. Das Projekt „Smartes Energiesystem“, das gemeinsam mit greenblocks entwickelt wurde, vernetzt Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox. Das System steuert die Energieflüsse automatisch, berücksichtigt dynamische Stromtarife und ermöglicht eine netzdienliche Regelung. Nach Unternehmensangaben können Kunden dadurch ihre Stromkosten deutlich senken. Gleichzeitig schafft das Konzept die Grundlage für ein virtuelles Kraftwerk und zusätzliche Erlöse auf Flexibilitätsmärkten.
Hamburger Energienetze bewarb sich mit der Open-Source-Datenplattform gridlytics. Sie bündelt technische Daten aus IT und Betriebstechnologie in einem einheitlichen Netzdatenmodell und speichert Zeitreihen langfristig im unternehmenseigenen Rechenzentrum. Die Plattform unterstützt Visualisierung, Analysen und Prognosen und soll Planungsprozesse vereinfachen, die Instandhaltung verbessern sowie die Integration neuer Netzanschlüsse beschleunigen.
Quartiersprojekt und Dekarbonisierungskonzept
jENERGIE setzt mit dem Projekt „Smartes Quartier Jena-Lobeda“ auf die Modernisierung bestehender Wohngebäude. In drei sanierten WBS70-Häusern wurden 250 Wohnungen mit intelligenter Gebäudetechnik, Smart-Home-Anwendungen, digitaler Heizungssteuerung und Telemedizinangeboten ausgestattet. Ergänzt wird das Konzept durch Gesundheits- und Serviced Apartments sowie ein Community Management, das Mieter bei der Nutzung digitaler Angebote unterstützt. Die Hälfte der Wohnungen ist mietpreisgebunden.
Die stadtWERKE Feuchtwangen verfolgen mit ihrem Dekarbonisierungskonzept einen umfassenden regionalen Ansatz. Dazu gehören der Ausbau von Photovoltaik auf 24 Megawatt (MW), ein Batteriespeicher mit zehn MW Leistung und 20 Megawattstunden (MWh) Kapazität sowie gesicherte Flächen für 21 Windenergieanlagen. Außerdem steht ein Fünf-MW-Elektrolyseur mit Abwärmenutzung vor der Genehmigung. Ergänzend läuft der Smart Meter Roll-out.
Infrastrukturplanung und Digitalisierung der Messinfrastruktur
Stadtwerke Saarbrücken Netz und greenventory wurden für ein System zur algorithmusbasierten Infrastrukturplanung nominiert. Ein Digitaler Zwilling führt Netzdaten zusammen und berechnet Prioritäten für Investitionen in Strom-, Gas- und Wärmenetze. Szenarien unterstützen die Ausbauplanung, bündeln Baumaßnahmen und sollen Tiefbaukosten senken.
Die Wasserversorgung Feldafing Pöcking digitalisiert ihre Messinfrastruktur für rund 3.000 Entnahmestellen. Funkbasierte Wasserzähler und eine herstellerneutrale IoT-Plattform sollen die Zählerauslesung beschleunigen und zusätzliche Anwendungen ermöglichen. Nach Angaben des Unternehmens reduzierte sich der Ableseaufwand bereits auf rund acht Arbeitstage. Automatisierte Datenanalysen halfen zudem dabei, Leckagen zu erkennen.
Die Sieger des STADTWERKE AWARD 2026 werden durch ein kombiniertes Verfahren bestimmt. Zwei Drittel der Wertung entfallen auf die Fachjury, ein Drittel auf das Leservoting der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK). Die Preisverleihung findet am 16. und 17. September 2026 im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses in Berlin statt.
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