Dienstag, 25. August 2026

Hagerflow-System um KI erweitert

[25.08.2026] Hager hat sein Energiemanagement-System flow in der Hardware-Generation R3 um Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz erweitert. Das System soll Energieflüsse in Wohngebäuden und im Kleingewerbe steuern und dabei auch Strommarktdaten, dynamische Tarife und variable Netzentgelte berücksichtigen.
Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohnhauses mit angeschlossener Wallbox in der Garage. Ein Elektroauto ist zum Laden angeschlossen; grafisch dargestellte Stromflüsse veranschaulichen die Verbindung zwischen Solaranlage, Haustechnik und Ladestation.

Energiemanagement-System flow R3: Auch bidirektionalen Laden ist geplant.

(Bildquelle: Hager GmbH)

Das Energiemanagement-System flow R3 wurde um die Künstliche Intelligenz AI360 ergänzt. Wie der Anbieter Hager mitteilt, verarbeitet die Software unter anderem Wetterprognosen und aktuelle Strommarktdaten. Auf dieser Grundlage soll sie beispielsweise geeignete Zeitpunkte für das Laden von Elektrofahrzeugen oder Batteriespeichern ermitteln.

Der Energiemanager steuert Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Ladestation. Dabei können dynamische Stromtarife und variable Netzentgelte einbezogen werden. Nach Angaben von Hager berücksichtigt das System außerdem den Energiebedarf, Lastprofile und Nutzungsgewohnheiten. Je nach Nutzung könnten die Energiekosten dadurch um bis zu 90 Prozent sinken. Die erhobenen Daten würden nach Angaben des Unternehmens datenschutzkonform auf einem Server in Deutschland gespeichert.

Modularer Aufbau

flow R3 ist modular aufgebaut und für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Anwendungen im Kleingewerbe vorgesehen. In einer Einstiegskonfiguration kann der Energiemanager steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Ladestationen unter Berücksichtigung dynamischer Tarife und variabler Netzentgelte steuern.

In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage und dem Hybridwechselrichter von Hager lässt sich selbst erzeugter Solarstrom für den Haushaltsverbrauch und die Elektromobilität nutzen. Ein Batteriespeicher ermöglicht es, Solarstrom zeitversetzt einzusetzen. Für eine Ersatzstromversorgung bei Netzausfällen kann das System um eine ATS-Box ergänzt werden.

Integration in Mieterstrommodelle

Nach Angaben von Hager lässt sich flow R3 auch in Mieterstrommodelle integrieren. Für höhere Leistungen können zwei Batterietürme je Wechselrichter sowie bis zu fünf Systeme miteinander verschaltet werden. Außerdem lassen sich bis zu acht Ladestationen des Typs Hager witty plus einbinden. Für deren Abrechnung unterstützt das System das Open Charge Point Protocol (OCPP).

Wechselrichter und Batteriespeicher

Zum System gehört ein Hybridwechselrichter mit einer Leistung von 12 Kilowatt. Er ist für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 18 Kilowatt-Peak ausgelegt und verfügt über drei Maximum-Power-Point-Tracker (MPP-Tracker). Der Lithium-Eisenphosphat-Batteriespeicher bietet nach Unternehmensangaben eine nutzbare Kapazität von 5,5 bis 14,75 Kilowattstunden. Die Lade- und Entladeleistung liegt zwischen sechs und 12 Kilowatt. Bei höherem Speicherbedarf kann ein weiterer Batterieturm je Hybridwechselrichter eingesetzt werden. Die Verschaltung mehrerer Systeme ist nach Angaben von Hager künftig vorgesehen.

Wechselrichter und Batterien können laut Hager mit einem Abstand von bis zu 30 Metern installiert werden. Aufgrund der Schutzart IP65 eignen sich die Komponenten auch für den Außenbereich. Über den domovea Server von Hager kann flow zudem in Systeme des Gebäudestandards KNX eingebunden werden.

Bidirektionales Laden geplant

Hager gewährt nach eigenen Angaben zehn Jahre Garantie auf das gesamte System und stellt Software-Updates bereit. Für flow R3 ist außerdem eine Funktion zum bidirektionalen Laden geplant. Damit sollen Elektrofahrzeuge künftig nicht nur geladen, sondern auch als Speicher in das Energiemanagement eingebunden werden können. Vorgesehen sind Anwendungen für Vehicle-to-Home (V2H), Vehicle-to-Building (V2B) und Vehicle-to-Grid (V2G). Einen Zeitpunkt für die Einführung dieser Funktion nennt das Unternehmen in der Mitteilung nicht.





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