Freitag, 23. Oktober 2026

enercityVirtuelles Kraftwerk mit Kraken

[08.06.2026] enercity und der Technologieanbieter Kraken wollen gemeinsam ein virtuelles Kraftwerk aufbauen. Dezentrale Energieanlagen sollen digital vernetzt und flexibler an den Energiemärkten eingesetzt werden.

Das Energieunternehmen enercity und der Technologieanbieter Kraken haben eine strategische Kooperation zum Aufbau eines virtuellen Kraftwerks vereinbart. Wie die Unternehmen mitteilen, sollen dabei dezentrale Erzeugungsanlagen, Batteriespeicher und steuerbare Verbrauchseinrichtungen digital vernetzt werden. Ziel sei es, diese Anlagen als gemeinsames System zu steuern und ihre Teilnahme an den Energiemärkten zu ermöglichen. Nach Angaben der Partner bringt enercity dafür ein Portfolio aus Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen ein. Kraken steuere die technologische Infrastruktur, Erfahrungen bei der Bündelung dezentraler Anlagen sowie Marktzugänge in Europa bei.

Komplexität bei der Vermarktung erneuerbarer Energien

Hintergrund der Zusammenarbeit ist nach Unternehmensangaben der wachsende Anteil erneuerbarer Energien. Mit der steigenden Zahl dezentraler Erzeugungsanlagen nehme auch die Komplexität bei deren Vermarktung zu. Derzeit seien die Möglichkeiten in Deutschland unter anderem durch kleinteilige IT-Landschaften und fehlende digitale Prozesse begrenzt. Besonders kleinere Anlagen könnten deshalb häufig nicht von Flexibilitätsvermarktung und kurzfristigen Marktchancen profitieren.

„In einer dynamischen und multifunktionalen Energielandschaft bedarf es effizienter Steuerungsinstrumente. Ohne digitale Prozesse, Echtzeitdaten, automatisierte Prognosen und intelligente Algorithmen wird man diese Komplexität nicht beherrschen. Wer den Energiemarkt erfolgreich gestalten will, muss digitale Kompetenz mit energiewirtschaftlichem Know-how verbinden. Virtuelle Kraftwerke sind deshalb nicht nur ein technisches Instrument, sondern ein zentrales Element der Transformation hin zu einem resilienten und effizienten Energiesystem“, sagt Jean Baptiste Cornefert, Bereichsleiter Trading & Energy Markets bei enercity.

Vernetzung dezentraler Anlagen

Nach Angaben der Unternehmen soll das virtuelle Kraftwerk Kapazitäten verschiedener Anlagen bündeln und deren Einsatz koordinieren. Im Mittelpunkt stehe ein Optimierungsansatz, der Strom- und Wärmeerzeugung gemeinsam betrachtet. „Da der Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa an Geschwindigkeit gewinnt, besteht die Herausforderung, vor der wir heute stehen, nicht in der Kapazität, sondern in der Koordination. Durch die Vernetzung dezentraler Anlagen zu einem einzigen, intelligenten System sorgt Kraken für ein ausgeglichenes Stromnetz und ermöglicht eine bessere Nutzung kostengünstiger, reichlich vorhandener und erneuerbarer Energie. Gemeinsam mit enercity bauen wir ein intelligenteres und flexibleres Energiebetriebssystem für Deutschland auf“, erklärt Charlotte Johnson, General Manager of Flexibility bei Kraken.

Entscheidungen in Echtzeit

Laut enercity soll das virtuelle Kraftwerk in Echtzeit entscheiden können, ob Strom direkt vermarktet, in Batterien gespeichert oder mittels Power-to-Heat in Wärme umgewandelt wird. „Ein modernes virtuelles Kraftwerk integriert Strom und Wärme nahtlos. Es entscheidet in Echtzeit, ob Strom direkt vermarktet, in Batterien zwischengespeichert oder mittels Power-to-Heat in thermische Energie gewandelt wird. Damit lösen wir die zentrale Herausforderung, vor die uns Volatilität stellt: Wir machen Energie dann nutzbar, wenn der Markt sie braucht – das virtuelle Kraftwerk ist somit das Herzstück der Sektorenkopplung“, so Cornefert.

Skalierbare digitale Lösung

Nach Angaben der Unternehmen soll das virtuelle Kraftwerk künftig die gesamte Wertschöpfungskette abbilden – von der Anbindung und Optimierung der Anlagen bis zum Zugang zu Energiegroßhandelsmärkten. Als mögliche Anwendungsfelder nennen die Partner die Direktvermarktung erneuerbarer Energien, die Vermarktung von Batteriespeichern, die Teilnahme an Regelenergiemärkten sowie die Integration von Strom- und Wärmeerzeugung. „Die Energiewende braucht skalierbare digitale Lösungen, die Komplexität beherrschbar machen“, sagt Johnson. „Gemeinsam mit enercity zeigen wir, wie virtuelle Kraftwerke nicht nur technische, sondern vor allem spürbare Mehrwerte schaffen – für alle Marktteilnehmenden.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

Energieforschung: Bund investierte 1,5 Milliarden Euro

[28.09.2026] Die Bundesregierung hat im Jahr 2025 insgesamt 1,5 Milliarden Euro in die Energieforschung investiert. Der jetzt vom Bundeskabinett verabschiedete Bundesbericht Energieforschung 2026 weist rund 6.500 laufende Forschungsvorhaben und über 1.200 neu bewilligte Projekte aus. mehr...

Dortmund: Parkplätze bieten Potenzial für Wohnraum und Solarstrom

[21.09.2026] Dortmund hat im Rahmen eines Forschungsprojekts 1.318 großflächige Parkplätze auf zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten untersucht. Die Flächen könnten perspektivisch unter anderem für Wohnungsbau, Begrünung und Photovoltaik genutzt werden. mehr...

Zwei Fachkräfte installieren die Außeneinheit einer Wärmepumpe von Buderus an der Fassade eines Wohnhauses.

dena-Gebäudereport: Wärmepumpen legen deutlich zu

[18.09.2026] Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt unterschiedliche Entwicklungen bei der Energiewende im Gebäudesektor. Während Wärmepumpen weiter an Bedeutung gewinnen, ist der Zubau von Gebäudesolaranlagen zurückgegangen. Zugleich wächst der Markt für Batteriespeicher. mehr...

Stadtwerke Award 2026: Feuchtwangen gewinnt mit Dekarbonisierungskonzept

[17.09.2026] Beim Stadtwerke Award 2026 sind drei Projekte für die kommunale Energiewende ausgezeichnet worden. Den ersten Platz belegen die stadtWERKE Feuchtwangen mit einem regionalen Dekarbonisierungskonzept. Weitere Auszeichnungen gehen nach Saarbrücken und Hamburg. mehr...

BEE: Energiewenderechner vorgestellt

[16.09.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat mit dem Energiewenderechner ein digitales Analyse-Tool für die Planung von Energiewendeprojekten vorgestellt. Das Werkzeug bildet den Stand und mögliche Ausbaupfade der Energiewende bis auf die Ebene von Landkreisen und Kommunen ab. mehr...

Luftaufnahme des Entsorgungszentrums Warden mit mehreren Hallen, Betriebsgebäuden und Verkehrsflächen. Im Hintergrund erstrecken sich Felder und zahlreiche Windenergieanlagen.
bericht

AWA Entsorgung: Energie vor Ort erzeugen und nutzen

[15.09.2026] Am Entsorgungszentrum Warden hat die AWA Entsorgung ein integriertes Energiekonzept umgesetzt. Photovoltaik, Deponiegas-BHKW, Batteriespeicher und Lade-Infrastruktur werden gemeinsam gesteuert. Damit soll möglichst viel der vor Ort erzeugten Energie direkt für Gebäude, Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen genutzt werden. mehr...

E.ON-Studie: Potenzial von flexiblem Stromverbrauch wächst

[15.09.2026] E-Autos, Wärmepumpen, Heimspeicher und Haushaltsgeräte könnten in Deutschland derzeit jährlich 18,3 Terawattstunden Strom zeitlich flexibel verbrauchen. Nach einer Studie von E.ON und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft könnte das den Haushalten Einsparungen von bis zu 1,65 Milliarden Euro pro Jahr ermöglichen. mehr...

Darmstadt: eHUB erprobt Notstromversorgung für Städte

[14.09.2026] Das eHUB der TU Darmstadt soll zeigen, wie Gebäude und Kritische Infrastrukturen bei länger andauernden Stromausfällen dezentral mit Energie versorgt werden können. Die Anlage auf dem Campus Lichtwiese kann sich vom öffentlichen Stromnetz trennen und im Inselbetrieb selbst versorgen. mehr...

Rheinland-Pfalz: Stadtwerke Trier setzen auf Holzbau

[09.09.2026] Die Stadtwerke Trier wollen neue Trafostationen, Heizzentralen und Batteriespeicher in modularer Holzbauweise errichten. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Modellprojekt mit 400.000 Euro. mehr...

KEA-BW: Leitfaden zur Abrechnung von Contracting-Projekten veröffentlicht

[04.09.2026] Die KEA-BW hat einen Leitfaden zur Abrechnung von Contracting-Projekten in kommunalen Haushalten veröffentlicht. Er soll Kämmereien mehr Sicherheit bei der buchhalterischen Behandlung von Energieliefer- und Energiespar-Contracting geben. mehr...

Schleswig-Holstein: Institut für Energiewendeforschung erhält Förderung

[31.08.2026] Das Institut für die Transformation des Energiesystems (ITE) der Fachhochschule Westküste erhält weitere 3,65 Millionen Euro für seine Energiewendeforschung. Bis 2030 soll die Förderung Forschung und Transfer unter anderem zu Wärme, Wasserstoff, Netzintegration und Gebäudetechnik absichern. mehr...

Hamburg: Energielösungen für TIDE-Quartier von enercity

[26.08.2026] Im Hamburger Quartier TIDE übernimmt enercity die Wärmeversorgung, baut 72 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge auf und richtet ein Energiemonitoring ein. Vier von fünf Gebäudeteilen werden bereits mit Fernwärme versorgt. mehr...

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohnhauses mit angeschlossener Wallbox in der Garage. Ein Elektroauto ist zum Laden angeschlossen; grafisch dargestellte Stromflüsse veranschaulichen die Verbindung zwischen Solaranlage, Haustechnik und Ladestation.

Hager: flow-System um KI erweitert

[25.08.2026] Hager hat sein Energiemanagement-System flow in der Hardware-Generation R3 um Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz erweitert. Das System soll Energieflüsse in Wohngebäuden und im Kleingewerbe steuern und dabei auch Strommarktdaten, dynamische Tarife und variable Netzentgelte berücksichtigen. mehr...

Bitkom-Umfrage: Strompreis ist wichtigstes Entscheidungskriterium

[04.08.2026] Beim Stromanbieterwechsel bleibt der Preis das wichtigste Entscheidungskriterium. Eine Bitkom-Umfrage zeigt aber auch, dass Apps, Transparenz und flexible Tarife für Haushalte zunehmend an Bedeutung gewinnen. mehr...

EuGH-Urteil: KWKG-Förderung keine staatliche Beihilfe

[09.07.2026] Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz keine staatliche Beihilfe im Sinne des EU-Rechts ist. Damit scheiterte die Europäische Kommission mit ihrem Rechtsmittel gegen ein Urteil des Gerichts der Europäischen Union. mehr...