Montag, 7. September 2026

VoerdeRWE plant wasserstofffähiges Gaskraftwerk

[29.10.2025] RWE will am ehemaligen Kraftwerksstandort in Voerde ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk mit 850 Megawatt Leistung errichten. Das Projekt soll zur Versorgungssicherheit beitragen und Voerde als Energieerzeugungsstandort erhalten.

Visualisierung des in Voerde geplanten wasserstofffähigen Gaskraftwerks.

(Bildquelle: RWE)

Das Unternehmen RWE plant am früheren Kraftwerksstandort in Voerde den Bau eines wasserstofffähigen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks mit einer Leistung von rund 850 Megawatt. Wie der Energiekonzern mitteilt, soll die Anlage langfristig die Versorgungssicherheit in Deutschland sichern und den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung unterstützen. Voraussetzung ist die geplante Kraftwerkstrategie der Bundesregierung, die einen Regulierungsrahmen für die Ausschreibung solcher wasserstofffähigen Gaskraftwerke schaffen soll.

Nach Angaben von RWE bereitet sich das Unternehmen darauf vor, an den künftigen Ausschreibungen teilzunehmen und im Fall eines Zuschlags zügig mit dem Bau zu beginnen. Der Standort Voerde bietet laut RWE ideale Bedingungen: Das Gelände liegt unmittelbar an der geplanten Trasse des Wasserstoff-Kernnetzes und verfügt über eine bestehende Energie-Infrastruktur. Damit könnte Voerde auch künftig ein wichtiger Produktionsstandort bleiben und zur regionalen Wertschöpfung beitragen.

Mit der Genehmigungsplanung für das Projekt hatte RWE bereits 2024 ein Konsortium aus GE Vernova und Técnicas Reunidas beauftragt. Das Unternehmen gibt an, dass die Anlage nach derzeitiger Planung 2030 in Betrieb gehen könnte. Sie soll von Beginn an technisch in der Lage sein, mindestens 50 Prozent Wasserstoff zu nutzen – eine zentrale Voraussetzung für die spätere vollständige Umstellung auf Wasserstoffbetrieb.

Für einen Baubeginn unmittelbar nach dem angestrebten Zuschlag sei laut RWE ein rasches Genehmigungsverfahren mit früher Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich. Nikolaus Valerius, CEO von RWE Generation, erklärt: „Wir sind bereit, in den Bau neuer wasserstofffähiger Gaskraftwerke zu investieren. Auch mit der Genehmigungsplanung für eine Anlage in Voerde gehen wir entschlossen voran, die Chance einer Fertigstellung bis 2030 weiter zu ermöglichen. Nun braucht es aber rasch Klarheit von der Bundesregierung über das angekündigte Ausschreibungsregime.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wasserstoff

Hamburger Energienetze: Baustart von H2-Connector

[31.08.2026] Die Hamburger Energienetze haben in Moorburg mit dem Bau des H2-Connectors für das Wasserstoffnetz HH-WIN begonnen. Die Anlage soll ab 2027 Elektrolyse, Hamburger Verteilnetz und das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz verbinden. mehr...

ABO Energy: Verkauf von H2-Hub

[24.08.2026] ABO Energy hat den H2-Hub im hessischen Hünfeld an Tyczka Hydrogen verkauft. Die Anlage produziert bereits zertifizierten grünen Wasserstoff für Busse und Lkw und umfasst Elektrolyseur, Tankstelle und Trailer-Abfüllung. mehr...

Karlsruhe: Gemeinderat macht Weg für neuen Kraftwerksblock frei

[20.08.2026] EnBW plant am Karlsruher Rheinhafen einen neuen Kraftwerksblock, der zunächst mit Gas und später mit Wasserstoff betrieben werden soll. Der Gemeinderat hat dafür den Weg über ein Bebauungsplanverfahren freigemacht und zugleich Vorgaben für Emissionen und den Brennstoffwechsel vereinbart. mehr...

Stuttgart: KI optimiert Elektrolyseure

[18.08.2026] Eine KI-gestützte Software soll den Betrieb von vier Elektrolyseuren im Green Hydrogen Hub Stuttgart optimieren. Die Stadtwerke Stuttgart und ZSW wollen damit Strommärkte, Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion so aufeinander abstimmen, dass die Anlage flexibler und wirtschaftlicher arbeitet. mehr...

deeeper.technology: Geodatenanalyse unterstützt Planung von Wasserstoffanlage

[07.08.2026] Eine KI-gestützte Standortanalyse soll den Bau eines Fünf-Megawatt-Elektrolyseurs zur Erzeugung von grünem Wasserstoff im Raum Kempten beschleunigen. Das Projekt zeigt, wie digitale Geodatenanalysen die Planung von Wasserstoffanlagen unterstützen und eine Inbetriebnahme bereits 2027 ermöglichen sollen. mehr...

RWE: Erneuerbarer Wasserstoff erreicht Chemiepark

[06.08.2026] Erstmals ist erneuerbar erzeugter Wasserstoff aus den Elektrolyse-Anlagen in Lingen per Pipeline bis zum Chemiepark Marl transportiert worden. Das Projekt GET H2 Nukleus verbindet Erzeugung, Transport und industrielle Nutzung im Regelbetrieb und gilt als wichtiger Schritt für den Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. mehr...

Wasserstoffspeicher: Sonderbetriebsplan öffentlich ausgelegt

[04.08.2026] Eine Pilotkaverne in der Krummhörn soll erstmals mit verdichtetem Wasserstoff befüllt werden. Das Genehmigungsverfahren geht mit der öffentlichen Auslegung des Sonderbetriebsplans in die nächste Phase und ist für den Aufbau einer Wasserstoffspeicher-Infrastruktur von Bedeutung. mehr...

beyondgas: Wasserstoffprojekte im Fokus

[28.07.2026] Der Wasserstoffkongress beyondgas stellt praxisnahe Projekte und konkrete Entscheidungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung findet vom 8. bis 10. September in Oldenburg statt und erweitert ihr Programm unter anderem um Workshops und eine Exkursion zu einem Wasserstoffspeicherprojekt. mehr...

Bayerischer Energiepreis: Wasserstoffprojekt H2Direkt hat Auszeichnung erhalten

[13.07.2026] Das Wasserstoffprojekt H2Direkt hat den Bayerischen Energiepreis 2026 in der Kategorie „Energieforschung“ erhalten. Die Auszeichnung würdigt den erstmals erfolgreichen Betrieb eines bestehenden Gasverteilnetzes mit 100 Prozent Wasserstoff und den Übergang in den Regelbetrieb. mehr...

Fraunhofer CINES: Untersuchung verweist auf hohe Transportkosten bei Wasserstoff

[06.07.2026] Transport und Speicherung können die Bezugskosten für grünen Wasserstoff bis 2035 deutlich erhöhen, besonders bei Spitzenlastkraftwerken. Eine Analyse von Fraunhofer CINES zeigt, warum Infrastrukturkosten für die Energiewirtschaft entscheidend werden und welche Unterschiede zur Industrie bestehen. mehr...

EWE Netz: Bau von Wasserstoffpipeline

[06.07.2026] EWE Netz startet mit H₂Coastlink 1 den Bau der ersten Wasserstoffpipeline im Nordwesten Deutschlands. Die Leitung soll den Emder Elektrolyseur an das Wasserstoff-Kernnetz anbinden und gilt als wichtiger Baustein für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft. mehr...

Chemnitz: EU-Fördermittel für Wasserstoffinfrastruktur erhalten

[30.06.2026] Chemnitz treibt den Ausbau seiner Wasserstoff- und Speicherinfrastruktur mit mehr als 30 Millionen Euro aus dem EU-Just-Transition-Fund voran. Die Fördermittel fließen in die Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz sowie in einen Energiepark mit Photovoltaik und Großbatteriespeicher und stärken damit die regionale Energiewende. mehr...

Wasserstoffrat: Erwartungen für Hochlauf

[26.06.2026] Der Nationale Wasserstoffrat rechnet weiterhin mit einem hohen Bedarf an Wasserstoff in Deutschland. Nach einer aktualisierten Prognose dürfte sich der Markthochlauf jedoch verzögern und erst in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre an Fahrt gewinnen. mehr...

Wasserstoffrat: Beimischung in Erdgasnetze geprüft

[25.06.2026] Der Nationale Wasserstoffrat hat ein Informations- und Grundlagenpapier zur Beimischung von Wasserstoff in Erdgasnetze veröffentlicht. Darin untersucht das Gremium technische, regulatorische und wirtschaftliche Fragen sowie die möglichen Auswirkungen auf die Transformation des Energiesystems. mehr...

NRW: Realitätscheck Wasserstoff vorgelegt

[24.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat der EU acht Vorschläge für einen schnelleren Aufbau der europäischen Wasserstoffwirtschaft vorgelegt. Die Empfehlungen sollen Investitionen erleichtern, regulatorische Hürden abbauen und den stockenden Markthochlauf voranbringen. mehr...