Leuna/LeipzigBau von Fernwärmeleitung

Spatenstich für die Fernwärmeleitung zwischen Leipzig und Leuna.
(Bildquelle: Leipziger Gruppe)
Der Bau einer 19 Kilometer langen Fernwärmeleitung von Leuna nach Leipzig hat begonnen. Wie die Stadt Leipzig berichtet, erfolgte am Ende September der feierliche Spatenstich für das Vorhaben, das die Leipziger Stadtwerke gemeinsam mit der TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland realisieren. Über die Trasse soll künftig industrielle Abwärme aus der Raffinerie zum Heizwerk Kulkwitz transportiert werden. Damit können den Stadtwerken zufolge bis zu 38 Prozent des Leipziger Fernwärmebedarfs gedeckt werden, was etwa 100.000 Wohnungen entspricht. Die Unternehmen investieren mehr als 230 Millionen Euro in das Projekt, zusätzlich fließen Fördermittel des Bundes in Höhe von über 90 Millionen Euro.
Die Leitung gilt als Modellprojekt für länderübergreifende Energieversorgung. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sprach von einem Leuchtturm, der Ressourcen-Effizienz, Klimaschutz und Zusammenarbeit in Mitteldeutschland miteinander verbinde. Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) betonte die Bedeutung der Kooperation zwischen Industrie und Kommune: „Was hier zusammenwächst, ist mehr als eine technische Leitung: Es ist eine Verbindung zwischen Regionen, zwischen Chemiepark und Stadtgesellschaft.“
Für die Leipziger Stadtwerke ist das Vorhaben ein wichtiger Schritt zur CO2-neutralen Fernwärmeerzeugung. Geschäftsführer Karsten Rogall bezeichnete die Abwärme aus Leuna als größten Hebel, um dieses Ziel zu erreichen. Thomas Behrends, Geschäftsführer der TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland, verwies auf die eigene Dekarbonisierungsstrategie, die bis 2030 eine Halbierung der Emissionen vorsieht. Nach Angaben der Stadt Leipzig sollen durch das Projekt in den kommenden 20 Jahren rund drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Bereits seit 2022 laufen vorbereitende Arbeiten, darunter archäologische Untersuchungen entlang der Trasse. Die Leipziger Stadtwerke tragen 170 Millionen Euro der Kosten, TotalEnergies rund 60 Millionen Euro. Mit der Inbetriebnahme, die für 2028 vorgesehen ist, soll Leipzig langfristig über eine stabile und klimafreundliche Wärmeversorgung verfügen.
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