NRW.Energy4ClimateMaterialien zu kommunaler Wärmeplanung veröffentlicht

Vibrotrucks erkunden Geothermiepotenzial.
(Bildquelle: Geologischer Dienst NRW)
Mit drei neuen Publikationen erweitert NRW.Energy4Climate das Informationsangebot für Kommunen und Energieversorger, die ihre Wärmeplanung vorantreiben wollen. Wie die Landesgesellschaft berichtet, sollen ein Leitfaden zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erneuerbarer Wärmetechnologien, zwei Musterleistungsverzeichnisse für tiefe Geothermie sowie eine Broschüre zu Betreibermodellen für Abwasserwärme den Einstieg in technische und wirtschaftliche Fragen erleichtern.
Der Leitfaden Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen – Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Wärmeversorgungsoptionen richtet sich an Kommunen, die verschiedene Technologien vergleichbar bewerten müssen. NRW.Energy4Climate zufolge erklärt das Dokument, wie Investitions- und Betriebskosten über längere Zeiträume einheitlich gerechnet werden, etwa bei Gasheizungen, Wärmepumpen oder Fernwärmeanschlüssen. Beispielrechnungen für unterschiedliche Gebäudetypen zeigen, welche Optionen unter welchen Rahmenbedingungen wirtschaftlich sind. Die Ergebnisse bestätigen nach Angaben des Urhebers, dass Wärmenetze vor allem in dicht bebauten Gebieten überzeugen, während Wärmepumpen im dezentralen Einsatz häufig konkurrenzfähig bleiben. Wasserstoffheizungen schneiden dagegen wegen hoher Kosten und Ineffizienz schlecht ab.
Musterleistungsverzeichnisse für Tiefengeothermie
Für die Nutzung tiefer Geothermie stellt NRW.Energy4Climate zudem zwei Musterleistungsverzeichnisse bereit, die Ausschreibungen für Vor- und Machbarkeitsstudien erleichtern sollen. Sie sind auf Anfrage erhältlich unter tiefengeothermie@energy4climate.nrw. Wie die Landesgesellschaft ausführt, sind solche Untersuchungen notwendig, um Chancen und Risiken vor Ort realistisch einzuschätzen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dazu bereits umfangreiche seismische Explorationen durchgeführt, zuletzt entlang des Westfälischen Hellwegs. Die ersten Forschungsbohrungen liefern laut den Fachleuten ermutigende Ergebnisse, etwa in Krefeld, wo Tests in knapp 1.000 Metern Tiefe eine bessere Ergiebigkeit des Kohlenkalks gezeigt hätten als erwartet. Weitere Bohrungen folgen, darunter ein Projekt in Köln-Dellbrück. Parallel ruft das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium einen Wettbewerb aus, um Forschungsbohrungen in eine geothermische Nutzung zu überführen.
Wärme aus Abwasser
Eine dritte Veröffentlichung widmet sich der Wärme aus Abwasser. Die Initiative Abwasserwärme NRW, koordiniert von NRW.Energy4Climate, beschreibt in einer Broschüre verschiedene Betreibermodelle für Anlagen in Kanalnetzen. Sie zeigt, wie Wärmetauscher und Wärmepumpen eingesetzt werden können, um die im Abwasser steckende Energie nutzbar zu machen, und welche Rollen Kommunen, Stadtwerke, Kanalnetzbetreiber oder Contractor dabei übernehmen. Nach Angaben der Initiative hängen Verantwortlichkeiten und Vertragsstrukturen stark von den örtlichen Bedingungen ab. Beispiele aus Köln, Dortmund und Mönchengladbach zeigen, wie unterschiedliche Organisationsformen in der Praxis funktionieren. Die Broschüre soll Vorhabenträgern helfen, Zuständigkeiten zu klären und Projekte schneller in die Umsetzung zu bringen.
Alle drei Veröffentlichungen richten sich an Kommunen und Unternehmen, die ihre Wärmeversorgung langfristig klimaneutral gestalten wollen. NRW.Energy4Climate bietet ergänzend Beratungen an.
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