Montag, 15. Juni 2026

Nordrhein-WestfalenBündnis für Heizwende gegründet

[15.12.2025] Nordrhein-Westfalen bündelt Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz, um den Umstieg auf moderne und sparsame Heizsysteme zu erleichtern. Ein neues Bündnis startet unter dem Titel „Heizkeller der Zukunft“ eine landesweite Offensive für bezahlbares und klimafreundliches Heizen.

Nordrhein-Westfalen bringt Handwerk, Industrie, Energieberatung und Verbraucherschutz an einen Tisch, um den Umstieg auf zukunftsfähige Heiztechnik einfacher zu machen. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie berichtet, bündeln die Partner ihre Aktivitäten unter dem Titel „Heizkeller der Zukunft“, der 2026 mit 16 Aktionstagen im ganzen Land sichtbar werden soll. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger schneller an verlässliche Informationen, technische Orientierung und qualifizierte Beratung zu führen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) stellte das Vorhaben beim Forum Wärmewende.NRW vor und verwies laut Mitteilung darauf, dass bereits 13 Prozent der kommunalen Wärmepläne abgeschlossen seien. Heizen müsse bezahlbar, dauerhaft klimafreundlich und für Mieter wie Eigentümer gleichermaßen praktikabel sein. Neubaur betonte, dass vielfältige Wärmequellen vom Erdreich über Abwasser bis hin zu industrieller Abwärme effizienter genutzt werden sollen, um Kosten zu senken und die Versorgung langfristig zu sichern.

Ein Schwerpunkt des neuen Bündnisses liegt auf gemeinschaftlichen Lösungen im Quartier. Wärmegenossenschaften sollen stabile Preise ermöglichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter verringern. Wie der Mitteilung zufolge hervorgehoben wird, erweitert das Land dazu den bislang stromorientierten Bürgerenergiefonds: Die öffentliche Hand übernimmt künftig das finanzielle Risiko der Vorplanung von gemeinschaftlichen Wärmeprojekten, sodass Nachbarschaften Optionen prüfen können, ohne eigenes Kapital einsetzen zu müssen.

Ein weiteres Feld ist die Nutzung industrieller Abwärme. Nach Angaben des Landes verpufft in vielen Betrieben und Rechenzentren bislang nutzbare Energie. Künftig sollen Kooperationen gefördert, Beratungen unterstützt und Werkzeuge wie Datenbanken, Musterverträge und Praxisbeispiele bereitgestellt werden. Ziel ist es, den Anteil von Abwärme in Wärmenetzen auf bis zu 25 Prozent zu steigern.

Begleitend veröffentlicht das Land ein Positionspapier mit Leitlinien für eine Wärmewende, die allen zugutekommen soll. Es betont die Bedeutung regionaler Energie, effizienter Systeme wie Wärmepumpen und alltagstauglicher Maßnahmen vom richtigen Lüften bis zur energetischen Sanierung. Entscheidend sei, dass jede und jeder eine passende Lösung wählen könne – je nach Gebäude, Lage und vorhandener Infrastruktur.





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