Mittwoch, 7. Oktober 2026

Steag IqonyWärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen.
Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Thermoskanne für die Wärmewende: Der Wärmespeicher ist 57 Meter hoch und fasst 31 Millionen Liter Wasser.

(Bildquelle: Steag Iqony)

Die Steag Iqony Group hat einen Wärmespeicher am Heizwerk Gelsenkirchen-Schalke fertiggestellt und in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilt, begann der Bau im Frühjahr 2024 (wir berichteten). Die Inbetriebnahme wurde am 8. Juli 2026 bei einer Feierstunde mit der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und der Gelsenkirchener Oberbürgermeisterin Andrea Henze gewürdigt. Nach Angaben des Unternehmens soll der Wärmespeicher die Ruhrfernwärme flexibler, sicherer und nachhaltiger machen. Wärme könne gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Dadurch lasse sich die Erzeugung besser vom Verbrauch entkoppeln.

Über 30 Millionen Liter Wasser

Der Wärmespeicher ist 57 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 28 Metern. Er fasst bis zu 31 Millionen Liter Wasser. Nach Angaben des Unternehmens ist der Speicher vollständig mit Wasser gefüllt. Im oberen Bereich befindet sich rund 90 Grad warmes Wasser, das den Druck für den darunterliegenden Nutzbereich erzeugt. Dort kann das Wasser auf bis zu 115 Grad erhitzt werden, ohne zu verdampfen. Beim Beladen wird kühleres Wasser aus dem unteren Bereich entnommen, über Wärmetauscher erhitzt und wieder in den Speicher geleitet. Wird Wärme benötigt, gelangt das heiße Wasser aus dem oberen Bereich in das Fernwärmenetz, während das abgekühlte Rücklaufwasser von unten nachströmt.

Flexible Ruhrfernwärme

Der Vorstandsvorsitzende der Steag Iqony Group, Gundolf Schweppe, sagte: „Unser Wärmespeicher macht die Ruhrfernwärme flexibler, sicherer und nachhaltiger. Mit dieser großen Thermoskanne können wir klimafreundliche Wärme zeitlich entkoppelt nutzen: Wir nehmen sie verstärkt bei ihrer Entstehung auf und stellen sie bei höherem Bedarf und knapper Erzeugung bereit. Dieser Meilenstein war echte Teamarbeit. Mein großer Dank gilt allen Projektbeteiligten, unserem Partner Bilfinger sowie dem Land NRW als Fördermittelgeberin und der Stadt Gelsenkirchen als starke Unterstützerin.“

Thermoskanne für die Wärmewende

Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich das Investitionsvolumen auf rund 30 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben mit rund 7,1 Millionen Euro aus dem Förderprogramm progres.nrw. Ministerin Mona Neubaur erklärte: „57 Meter hoch, 31 Millionen Liter Wasser – und trotzdem im Kern ganz einfach: eine Thermoskanne für die Wärmewende. Was die Steag Iqony Group hier in Gelsenkirchen gebaut hat, zeigt, wie Fernwärme in Ballungsräumen zukunftsfest wird. Wir fördern solche Speicher gezielt, weil sie den Unterschied machen zwischen Wärme, die einfach nur da ist, und Wärme, die dann da ist, wenn die Menschen sie brauchen.“

Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze verwies auf den Entwurf der kommunalen Wärmeplanung, der derzeit öffentlich ausliege. Darin sei vorgesehen, das Fernwärmeangebot weiter zu verdichten und auszubauen. Der neue Wärmespeicher sei ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung und könne das lokale Fernwärmenetz potenziell zwei volle Tage mit Wärme versorgen.





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