Dienstag, 7. Juli 2026

Hamburg„Soziale Dimension der Energiewende“

[07.07.2026] In Hamburg-Lokstedt ist Anfang Juli ein Mieterstromprojekt mit 476 Photovoltaikmodulen in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Projektpartner können 143 Haushalte Solarstrom vom eigenen Dach beziehen.
Luftaufnahme einer modernen Wohnanlage mit mehreren mehrgeschossigen Gebäuden, deren begrünte Flachdächer großflächig mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sind. Die Häuser umschließen begrünte Innenhöfe und sind von altem Baumbestand umgeben. Das Bild veranschaulicht die Kombination aus urbanem Wohnungsbau, Dachbegrünung und dezentraler Solarstromerzeugung.

Mieterstromprojekt in Hamburg: Das Projekt wird von Green Planet Energy finanziert.

(Bildquelle: Green Planet Energy)

In der Hamburger Wohnanlage Grandweg ist Anfang Juli 2026 ein Mieterstromprojekt gestartet. Wie die beteiligten Unternehmen mitteilen, versorgt eine Photovoltaikanlage auf den Dächern der Gebäude künftig 143 Wohnungen mit lokal erzeugtem Solarstrom. An dem Projekt sind der Bauverein der Elbgemeinden (BVE), die Energiegenossenschaft Green Planet Energy sowie die Hamburger Energienetze beteiligt. Während der BVE das Wohnquartier bereitstellt, übernimmt Green Planet Energy Finanzierung, Bau und Betrieb der Photovoltaikanlage sowie die Stromlieferung. Die Hamburger Energienetze setzen als Netzbetreiber und grundzuständiger Messstellenbetreiber das digitale Messkonzept um.

Die Hälfte des Strombedarfs wird gedeckt

Insgesamt wurden 476 Photovoltaikmodule installiert. Sie sollen jährlich rund 181.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen. Der Stromverbrauch der Wohnanlage liegt den Angaben zufolge bei etwa 337.000 Kilowattstunden pro Jahr. Rechnerisch könne die Anlage damit mehr als die Hälfte des Strombedarfs des Quartiers decken. Zusätzlicher Strombedarf werde mit Ökostrom von Green Planet Energy gedeckt.

Nach Angaben der Projektpartner liegt der Mieterstromtarif bei einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden rund 23 Prozent unter dem örtlichen Grundversorgungstarif. Damit werde die gesetzliche Vorgabe erfüllt und übertroffen, wonach Mieterstrom mindestens zehn Prozent günstiger sein muss als die Grundversorgung. Für die Installation der Anlage mussten die Mietenden nicht selbst investieren. Die Finanzierung übernahm eine Tochtergesellschaft von Green Planet Energy.

Virtueller Summenzähler

„Mieterstrom ist die soziale Dimension der Energiewende“, sagt Nils Müller, Vorstand von Green Planet Energy. „Die Vorteile erneuerbarer Energien dürfen nicht nur Menschen mit Eigenheim vorbehalten bleiben. Projekte wie am Grandweg zeigen, dass lokale Versorgung, Klimaschutz und stabile Energiekosten zusammen funktionieren.“

Ein zentrales Element des Projekts ist ein sogenannter virtueller Summenzähler. Dabei handelt es sich um ein cloudbasiertes Rechenprogramm, das die Messwerte der intelligenten Stromzähler der einzelnen Haushalte digital zusammenführt und bilanziert. Nach Angaben der Hamburger Energienetze entfällt dadurch ein zusätzlicher physischer Summenzähler im Zählerschrank. Das reduziere den Installationsaufwand und erleichtere die Umsetzung insbesondere in größeren Wohnanlagen.

Dezentrales Versorgungskonzept mit digitaler Technik

„Mit Mieterstrom und virtuellem Summenzähler bringen wir ein dezentrales Versorgungskonzept in die praktische Umsetzung und schaffen mit digitaler Technik die Voraussetzung dafür, dass lokal erzeugter Strom direkt vor Ort genutzt werden kann“, sagt Peter Wolffram, Geschäftsführer der Hamburger Energienetze. „Als grundzuständiger Messstellenbetreiber leisten wir damit einen wichtigen Beitrag, um die Energiewende im urbanen Raum skalierbar und alltagstauglich zu machen.“





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