Krefeld/KasselFortschritte bei der Wärmeplanung

Der Rat der Stadt Krefeld hat Anfang Juni die kommunale Wärmeplanung mehrheitlich beschlossen.
(Bildquelle: Stadt Krefeld)
Die Städte Krefeld und Kassel haben wichtige Schritte bei ihrer kommunalen Wärmeplanung beschlossen. Beide Kommunen verfolgen das Ziel, die Wärmeversorgung langfristig klimafreundlich, sicher und wirtschaftlich zu gestalten. Die Beschlüsse sollen Bürgerinnen und Bürgern Orientierung für künftige Heizungsentscheidungen geben, verpflichten sie aber nicht unmittelbar zum Austausch bestehender Heizsysteme. Beide Städte reagieren mit ihren Wärmeplänen auf die bundesweite Verpflichtung großer Städten, einen solchen Plan bis zum 30. Juni vorzulegen.
Krefeld beschließt Fahrplan
Der Rat der Stadt Krefeld hat Anfang Juni die kommunale Wärmeplanung mehrheitlich beschlossen. Wie die Stadt Krefeld mitteilt, liegt damit ein politisch beschlossener strategischer Fahrplan für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung im Stadtgebiet vor.
Die Wärmeplanung zeigt, in welchen Gebieten künftig Fernwärme ausgebaut oder verdichtet werden soll und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen als wirtschaftliche Alternativen vorgesehen sind. Die Stadt betont, dass aus dem Beschluss keine direkten Verpflichtungen für Bürgerinnen und Bürger entstehen. Der Ausbau der Fernwärme erfolge nach dem Prinzip der „doppelten Freiwilligkeit“: Weder bestehe ein Anschlusszwang für Haushalte, noch müsse der Netzbetreiber ohne ausreichende Wirtschaftlichkeit ausbauen.
Transparenz über Ausgaben
Zusätzlich beschloss der Stadtrat auf Antrag von CDU und SPD, dass alle Maßnahmen mit finanziellen oder personellen Auswirkungen gesondert den politischen Gremien vorgelegt werden müssen. Dabei sollen Auswirkungen auf Haushalt, Stellenplan und städtische Tochterunternehmen transparent dargestellt werden. Förderprogramme sollen nach Möglichkeit genutzt werden, um Bürgerinnen und Bürger finanziell zu entlasten.
Zur Information der Bevölkerung startet Krefeld mehrere Angebote. So ist etwa für den 7. Juli eine digitale Informationsveranstaltung geplant. Die Wärmegebiete sind außerdem im Geoportal der Stadt abrufbar.
Nach Angaben der Stadt Krefeld wurde die Wärmeplanung gemeinsam von der Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit, dem städtischen Energieversorger SWK, SWK Energie und der Netzgesellschaft Niederrhein (NGN) erarbeitet.
Ausschuss in Kassel billigt Entwurf
In Kassel hat der Ausschuss für Klima, Umwelt und Energie den vom Magistrat vorgelegten Entwurf der kommunalen Wärmeplanung mehrheitlich beschlossen. Wie die Stadt Kassel berichtet, steht nun noch die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung aus. Danach könne die Umsetzung der Wärmewende verstärkt angegangen werden.
Stadtklimarätin Simone Fedderke bezeichnete den Wärmeplan als „umfassende und zukunftsweisende Strategie für eine klimaneutrale und zugleich verlässliche und bezahlbare Wärmeversorgung in Kassel“. Rückmeldungen aus der öffentlichen Auslegung Anfang des Jahres seien in die finale Version eingeflossen.
Pläne für dichte und weniger dichte Gebiete
Der Kasseler Wärmeplan setzt insbesondere auf Wärmenetze in dicht bebauten Gebieten sowie auf Wärmepumpen in weniger dicht besiedelten Randlagen. Neue Gas- und Ölheizungen sieht die Planung kritisch. Die Stadt warnt vor steigenden Kosten durch CO₂-Preise und sinkende Kundenzahlen im Gasnetz. Auch Wasserstoff-ready-Heizungen würden keinen verlässlichen Weg in eine wirtschaftliche klimaneutrale Versorgung darstellen.
Zur Einordnung nennt die Stadt Beispielwerte für Betriebskosten im Jahr 2025: Eine Kilowattstunde Wärme aus einer Gasheizung habe typischerweise neun bis zwölf Cent gekostet, aus Heizöl rund 13 Cent. Bei einer gut laufenden Wärmepumpe seien es dagegen etwa sechs bis neun Cent gewesen.
Eine Karte auf kassel.de/waermeplanung zeigt, wo Fernwärme wahrscheinlich ausgebaut wird, wo ein Ausbau geprüft wird und wo eher individuelle Heizlösungen vorgesehen sind. Die Stadt betont zugleich, dass die Wärmeplanung keine verbindliche Vorgabe für einzelne Gebäude darstellt. Ob Wärmenetze tatsächlich entstehen, entscheiden die jeweiligen Netzbetreiber.
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