Mittwoch, 21. Oktober 2026

ThüringenIWO-Vorsitz an Berlin abgegeben

[03.12.2025] Thüringen hat zum 1. Dezember den Vorsitz der ostdeutschen Wasserstoffinitiative IWO an Berlin abgegeben. Nach Angaben des Thüringer Umweltministeriums stehen nun der Ausbau der Geschäftsstelle, eine Verteilnetzstudie und die Vorbereitung eines Ostdeutschen Wasserstoffkongresses im Mittelpunkt.

Die ostdeutsche Wasserstoffinitiative IWO hat Anfang Dezember einen Führungswechsel vollzogen. Wie das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten berichtet, hat Berlin zum 1. Dezember den Vorsitz des vor einem Jahr gegründeten Vereins übernommen. Die sechs ostdeutschen Länder hatten die IWO ins Leben gerufen, um Politik, Wirtschaft und Wissenschaft enger zu vernetzen und das Potenzial klimaneutralen Wasserstoffs für die Region zu heben. 2025 galt als Aufbauphase für die Geschäftsstelle in Berlin und für die Festlegung strategischer Themen, die ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden sollen.

Dazu zählt laut Ministerium eine erstmals für den gesamten Osten Deutschlands angelegte Wasserstoffverteilnetzstudie. Sie soll klären, wie ein Netz aussehen kann, das Kommunen, Industrie und Gewerbe zuverlässig mit Wasserstoff versorgt und zugleich Erzeugungspotenziale berücksichtigt. Grundlage ist das Ende 2024 genehmigte Wasserstoff-Kernnetz, das bis 2032 schrittweise entstehen soll. Zudem plant die IWO eine Fachkräftestudie, da sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette erheblicher Personalbedarf abzeichnet.

Thüringens Energieminister Tilo Kummer (BSW) betont in der Mitteilung: „Wir haben in Thüringen in diesem Bereich noch viel Potenzial und wichtige Akteure beim Bau von Elektrolyseuren und Wasserstoff-Tankstellen.“ Passende politische Rahmenbedingungen seien jedoch nötig, etwa vereinfachte Netzanschlüsse für Elektrolyseure und verlässliche Investitionsregeln. Nur so könne das Land von der Wasserstoffwirtschaft profitieren. Mit Blick auf EU-Vorgaben verweist Kummer darauf, dass Fragen zur Einstufung klimaneutralen Wasserstoffs oder zur Regulierung von Wasserstoffnetzen direkt die Standortentwicklung in Ostdeutschland beeinflussten. Diese Themen sollen auch die Energieministerkonferenz Anfang Dezember in Stralsund beschäftigen.

Für mehr Sichtbarkeit der regionalen Kompetenzen plant die IWO außerdem eine neue Kongressreihe. Nach Angaben des Thüringer Ministeriums liegt ein Konzept vor, der erste Ostdeutsche Wasserstoffkongress soll 2026 in Leipzig stattfinden. Parallel bereitet die Initiative für das erste Quartal 2026 eine Veranstaltung in Brüssel vor, die die ostdeutschen Anliegen im europäischen Rahmen platzieren und Raum für bilaterale Gespräche bieten soll.





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