Sonntag, 8. November 2026

AachenGrenzprojekt für Wasserstoff startet

[02.02.2026] Ein neues Projekt soll Unternehmen dabei unterstützen, auf klimafreundliche Energie umzusteigen. Dafür arbeiten Partner aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer grenzüberschreitenden Wasserstoffwirtschaft.

Auftakt für die grenzüberschreitende Wasserstoff-Kooperation EMR H2-HUB.

Toni Lancé, Abteilungsleiterin Strukturförderung im Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa (vorn), und Nestar Lakot, Projektmanagerin der Interreg Euregio Maas-Rhein (rechts daneben) mit dem Interreg-Team und den Projektpartnern bei der symbolischen Schlüsselübergabe.

(Bildquelle: Stadt Aachen)

Mitte Januar ist in der Euregio Maas-Rhein das Projekt „EMR H2-HUBs” gestartet. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Projektpartner hervor. Beteiligt sind Organisationen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Ziel ist es, ein funktionierendes Wasserstoff-Ökosystem aufzubauen. Dieses soll wirtschaftlich tragfähig sein. Es soll über Grenzen hinweg abgestimmt sein.

Das Projekt soll Unternehmen bei ihrer energetischen Transformation unterstützen. Damit ist der Umbau von Produktions- und Energieprozessen hin zu klimafreundlichen Lösungen gemeint. Wasserstoff gilt dabei als möglicher Baustein, um die Emission von Kohlendioxid zu vermeiden. Vor allem in energieintensiven Branchen.

Unterstützung für Betriebe

EMR H2-HUBs verfolgt eigenen Angaben zufolge einen praxisnahen und technologieoffenen Ansatz. Zunächst sollen Unternehmen ihren Energiebedarf und ihre Möglichkeiten analysieren. Anschließend begleitet das Projekt sie bei weiteren Schritten.

Dazu gehört unter anderem die Auswahl geeigneter Technologien. Auch die Einbindung in bestehende oder neue Energiesysteme ist Teil der Beratung. Darüber hinaus informiert das Projekt über Förderprogramme für Investitionen.

Das Ziel sind klimaneutrale und widerstandsfähige Strukturen. Diese sollen langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Die Projektpartner erklären, dass Wasserstoff dabei eine zentrale Rolle spielen könne.

„Nur durch eine enge Zusammenarbeit über Grenzen hinweg können wir die Potenziale des Wasserstoffs voll ausschöpfen und die Energiewende wirtschaftlich erfolgreich gestalten“, sagt Dieter M. Begaß, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen. Die Stadt leitet das Projekt. „EMR H2-HUBs bündelt Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven aus drei Ländern und schafft damit eine belastbare Grundlage für eine abgestimmte Weiterentwicklung der Wasserstoffwirtschaft in der Region.“

Partner aus drei Ländern

Auf deutscher Seite gehören zum Konsortium die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen, die Kreisverwaltung Düren, die Industrie- und Handelskammer Aachen, die Wirtschaftsförderung für den Kreis Heinsberg sowie die Stabsstelle Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen.

Aus Belgien sind das Cluster TWEED, der Green Energy Park und GRE-Liège beteiligt. Aus den Niederlanden ist WaterstofNet dabei. Die Organisation versteht sich als Wissens- und Kommunikationsplattform für Wasserstoff-Projekte in den Benelux-Ländern.

Im Rahmen des Projekts entstehen regionale Wasserstoff-Hubs. An diesen arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung zusammen. Die Hubs dienen als Plattformen für Austausch und Lernen.

Unternehmen können dort Erfahrungen teilen. Sie können sich über Beispiele aus der Praxis informieren. Außerdem sollen gemeinsame Lösungen entwickelt werden.

Laut den Projektpartnern soll so ein gemeinsamer Rahmen für die Wasserstoffwirtschaft in der Euregio entstehen. Das Projekt soll Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Zudem kann es die Dekarbonisierung, also die Verringerung von Kohlendioxidemissionen, beschleunigen.

EMR H2-HUBs ist Teil des Interreg-Programms Maas-Rhein. Dieses Programm fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa. Das Projekt wird von der Europäischen Union, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Region Wallonie und dem niederländischen Ministerium für Wirtschaft finanziert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wasserstoff

Bundeswirtschaftsministerium: Bund will Markthochlauf beschleunigen

[22.10.2026] Mit einem Zehn-Punkte-Plan will das Bundeswirtschaftsministerium den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland voranbringen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt die Initiative, hält die vorgesehenen Maßnahmen jedoch für nicht ausreichend. mehr...

Hamburg: Raffinerie am Wasserstoffnetz

[22.10.2026] Die Holborn Europa Raffinerie und die Hamburger Energienetze haben einen Vertrag zur Planung eines Anschlusses an das Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN unterzeichnet. Ab 2028 soll Wasserstoff für die Produktion emissionsärmerer Diesel- und Flugkraftstoffe bereitstehen. mehr...

Pelz: Qualitätssicherung für Kraftwerke und Wasserstoffnetz

[19.10.2026] Der geplante Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke und der Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes stellen hohe Anforderungen an die Qualitätssicherung. Der Prüfdienstleister Pelz weist insbesondere auf die Belastbarkeit von Schweißverbindungen und den Bedarf an qualifiziertem Prüfpersonal hin. mehr...

bericht

Stuttgart: Fortschritt braucht Mut und Rückhalt

[13.10.2026] Das Wasserstoffprojekt Green Hydrogen Hub der Stadtwerke Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart nimmt Fahrt auf. Mit dem Innovationsprojekt wollen die Umsetzungspartner, Fördermittelgeber und Gremien ein starkes Zeichen für Aufbruch setzen. mehr...

EWE/Verbund: 500-Megawatt-Elektrolyseur geplant

[13.10.2026] Die Energieunternehmen EWE und Verbund gründen ein Joint Venture für ein Wasserstoffprojekt in Nordenham. Ein Elektrolyseur mit bis zu 500 Megawatt Leistung soll dort ab 2032 jährlich rund 50.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. mehr...

EWE: Bilfinger soll Gasaufbereitungsanlage liefern

[29.09.2026] EWE hat Bilfinger mit der Gasaufbereitung für den geplanten Wasserstoffspeicher in Huntorf beauftragt. Dort soll eine bestehende Erdgaskaverne umgerüstet werden und ab 2028 rund 16 Millionen Normkubikmeter Wasserstoff speichern können. mehr...

Universität Stuttgart: Forschungsplattform für Wasserstofftechnologien eröffnet

[22.09.2026] Die Universität Stuttgart hat in Freudenstadt die Industrieforschungsplattform WAVE-H2 eröffnet. Unternehmen sollen dort neue Energie- und Wasserstofftechnologien unter realitätsnahen Bedingungen im industriellen Maßstab erproben können. mehr...

Schleswig-Holstein: Land fördert Wasserstoffprojekt in Lübeck

[18.09.2026] Die Entsorgungsbetriebe Lübeck wollen auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums einen Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff errichten. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt H2ANSE mit rund 3,55 Millionen Euro. mehr...

Green Hydrogen Hub Stuttgart: Vier Niederdruckspeicher aufgestellt

[16.09.2026] Am Green Hydrogen Hub Stuttgart sind vier Niederdruckspeicher mit einer Kapazität von insgesamt bis zu 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufgestellt worden. Sie sollen künftig die Wasserstoffproduktion und -versorgung zeitlich entkoppeln und damit flexibler gestalten. mehr...

Microgrid-Container der Hochschule Bremerhaven mit technischen Anlagen zur Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff.
bericht

Hochschule Bremerhaven: Testlabor für autarkes Energiesystem

[14.09.2026] Die Hochschule Bremerhaven untersucht, wie Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete mithilfe von Microgrids weitgehend mit erneuerbaren Energien versorgt werden können. Ein Testsystem auf dem Hochschulgelände kombiniert dafür Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher und Wasserstoff. mehr...

BDEW: Wasserstoffhochlauf stockt

[11.09.2026] In Deutschland befinden sich derzeit 98 Wasserstofferzeugungsprojekte mit einer Gesamtleistung von knapp 11.900 Megawatt in Planung. Der BDEW fordert bessere Rahmenbedingungen, damit daraus Investitionsentscheidungen und konkrete Projekte werden. mehr...

Hamburger Energienetze: Baustart von H2-Connector

[31.08.2026] Die Hamburger Energienetze haben in Moorburg mit dem Bau des H2-Connectors für das Wasserstoffnetz HH-WIN begonnen. Die Anlage soll ab 2027 Elektrolyse, Hamburger Verteilnetz und das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz verbinden. mehr...

ABO Energy: Verkauf von H2-Hub

[24.08.2026] ABO Energy hat den H2-Hub im hessischen Hünfeld an Tyczka Hydrogen verkauft. Die Anlage produziert bereits zertifizierten grünen Wasserstoff für Busse und Lkw und umfasst Elektrolyseur, Tankstelle und Trailer-Abfüllung. mehr...

Karlsruhe: Gemeinderat macht Weg für neuen Kraftwerksblock frei

[20.08.2026] EnBW plant am Karlsruher Rheinhafen einen neuen Kraftwerksblock, der zunächst mit Gas und später mit Wasserstoff betrieben werden soll. Der Gemeinderat hat dafür den Weg über ein Bebauungsplanverfahren freigemacht und zugleich Vorgaben für Emissionen und den Brennstoffwechsel vereinbart. mehr...

Stuttgart: KI optimiert Elektrolyseure

[18.08.2026] Eine KI-gestützte Software soll den Betrieb von vier Elektrolyseuren im Green Hydrogen Hub Stuttgart optimieren. Die Stadtwerke Stuttgart und ZSW wollen damit Strommärkte, Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion so aufeinander abstimmen, dass die Anlage flexibler und wirtschaftlicher arbeitet. mehr...