Dienstag, 3. November 2026

Nexiga/DBIWärmebedarf von Gebäuden berechnen

[21.01.2026] Eine neue, normbasierte Methode berechnet erstmals den Wärmebedarf nahezu aller Gebäude in Deutschland gebäudescharf. Entwickelt von Nexiga und der DBI-Gruppe, soll sie Kommunen, Energiewirtschaft und Wohnungswirtschaft präzisere Planungsgrundlagen liefern.

Nexiga und die DBI-Gruppe haben jetzt eine Methodik entwickelt, mit der sich der Wärmebedarf nahezu aller Gebäude in Deutschland gebäudescharf berechnen lässt.

(Bildquelle: Nexiga GmbH)

Eine neue, normbasierte Methodik ermöglicht erstmals eine flächendeckende und gebäudescharfe Berechnung des Wärmebedarfs für Wohn- und Nichtwohngebäude in Deutschland. Wie Nexiga und die DBI-Gruppe berichten, wird damit der gesamte Gebäudesektor auf Basis der DIN V 18599 abgebildet und in eine deutschlandweite, GIS-gestützte Lösung überführt.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen reagiert die neue Berechnung auf Defizite bisheriger Ansätze. Diese stützten sich häufig auf pauschale Annahmen, beschränkten sich auf den Wohnsektor und nutzten spezifische Verbrauchswerte wie Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr anstelle physikalischer Gebäudeeigenschaften. Nexiga zufolge führte dieses Vorgehen zu Informationsverlusten und begrenzte die Aussagekraft für gebäudescharfe Planungen.

Die neue Methodik bezieht standort- und gebäudespezifische Merkmale systematisch ein. Dazu zählen unter anderem dreidimensionale Gebäudedaten auf LOD2-Niveau, die Geometrie, Dachformen und Baukörper detailliert abbilden. Grundlage ist die konsequente Anwendung der DIN V 18599, die in der Energieberatung etabliert ist und nun auf eine skalierbare, datenbasierte Lösung übertragen wurde.

Nach Unternehmensangaben deckt die Berechnung derzeit rund 34 Millionen beheizte Gebäude und etwa 70 Millionen Gebäudestrukturen ab. Sie differenziert zwischen verschiedenen Gebäudetypen und baulichen Situationen, etwa freistehenden Gebäuden und unterschiedlichen Reihenhaustypen. Zusätzlich werden getrennte Werte für Heizwärme und Warmwasser ausgewiesen. Auch für als unbeheizt klassifizierte Gebäude stehen Wärmebedarfsinformationen zur Verfügung.

Dirk Schneider, Geschäftsführer von Nexiga, spricht in diesem Zusammenhang von einer neuen Transparenz, durch die Energieeffizienz messbar und vergleichbar werde. Die DBI-Gruppe betont, dass die Verbindung normbasierter Verfahren mit hochauflösenden Geodaten belastbare Entscheidungsgrundlagen für Kommunen, Netzbetreiber, Energieversorger und die Wohnungswirtschaft liefere.

Als Anwendungsfelder nennen die Unternehmen unter anderem die kommunale Wärmeplanung im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes. Auf dieser Basis lassen sich Wärmenetze gezielter dimensionieren und Quartierskonzepte entwickeln. Wohnungsunternehmen können ihre Bestände energetisch bewerten und Sanierungsmaßnahmen priorisieren. Energieversorger und Netzbetreiber erhalten laut Nexiga und DBI eine Grundlage für die Auslegung von Nah- und Fernwärmesystemen sowie für Szenarien zur Planung von Sanierungs- und Ausbauprojekten.



Stichwörter: Wärmeversorgung, DBI, Nexiga


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