Donnerstag, 1. Oktober 2026

B.KWKAnalyse der Rolle der KWK

[17.02.2026] Der Branchenverband B.KWK wertet in einer Kurzanalyse Messdaten aus dem Jahr 2025 aus. Demnach ergänzen KWK-Anlagen die erneuerbaren Energien gezielt und orientieren sich am Strommarkt. Der Verband fordert eine Verlängerung des Förderrahmens.
Detailansicht einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit grünem Gasmotor, Zylindern, Zündmodulen und Verkabelung in einem Technikraum.

Analyse: KWK-Anlagen sind definitiv keine Dauerläufer mehr.

(Bildquelle: Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK))

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat eine Kurzanalyse zur Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vorgelegt. Wie der Verband mitteilt, wurden dafür repräsentative Messdaten aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Laut B.KWK zeigt die Analyse, dass KWK-Anlagen „definitiv keine ‚Dauerläufer‘“ sind. Sie ergänzen vielmehr das schwankende Angebot der erneuerbaren Energien im Erzeugungsprofil „ideal“. Zudem orientieren sich die Anlagen flexibel am Strommarkt. Sie werden „nahezu ausschließlich in den Stunden positiver Preise eingesetzt – also systemdienlich betrieben“.

Es wurden reale Einspeiselastgänge von rund 0,7 Gigawatt elektrischer Leistung ausgewertet. Die Anlagen stammen demnach vorwiegend aus der kommunalen Fernwärme und der Arealversorgung. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip aus einem größeren Bestand ausgewählt. Bis auf vernachlässigbare Ausnahmen gibt es demnach keine Dauerläufer mehr. Weniger als 0,5 Prozent des KWK-Stroms werden in Stunden mit negativen Preisen erzeugt. Die häufig zu hörende Aussage, dass sich KWK-Anlagen zu wenig am Strommarkt orientieren, sei damit „eindeutig widerlegt“, so der Verband.

Restlastdaten abgeglichen

Zur Analyse wurden die Erzeugungsdaten mit den Restlastdaten aus dem SMARD-System der Bundesnetzagentur abgeglichen. SMARD ist eine Online-Plattform der Bundesnetzagentur, die Strommarktdaten darstellt. Die Restlast bezeichnet den Strombedarf, der nicht durch erneuerbare Energien gedeckt ist. Laut B.KWK erzeugen KWK-Anlagen überwiegend dann Strom, wenn im Gesamtsystem nicht erneuerbare Kraftwerke zur Deckung der Restlast benötigt werden. Ein Ausbau der KWK würde demnach nicht die erneuerbaren Energien verdrängen, sondern die konventionelle, nicht gekoppelte Stromerzeugung ersetzen.

Auch für das Jahr 2030 sieht der Verband Bedarf für KWK-Leistung. Selbst wenn die Ausbauziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) erreicht würden, wäre zur Restlastdeckung eine nahezu unveränderte Leistung wie im Jahr 2025 erforderlich. Lediglich die Ausnutzungsdauer würde leicht zurückgehen. Zudem verweist der Verband auf die Entwicklung im Wärmesektor. Dort, wo keine Fernwärme verfügbar ist, wird Wärme zunehmend dezentral mit elektrisch betriebenen Wärmepumpen erzeugt. 

Die zusätzliche Stromlast fällt vor allem in Monaten mit geringem Angebot an erneuerbaren Energien an. Flexible und hocheffiziente KWK-Anlagen könnten hier ohne Verdrängung erneuerbarer Wärme einen volkswirtschaftlich sinnvollen Beitrag leisten. Dezentral verteilte KWK-Systeme in Lastschwerpunkten würden laut dem Verband die Resilienz und Stabilität des Energiesystems erhöhen. Zugleich könnten Doppelinvestitionen in nicht gekoppelte Spitzenlastkraftwerke vermieden werden. 

KWKG verlängern

Aus der Analyse leitet der B.KWK mehrere Forderungen ab. So soll das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) mindestens bis zum endgültigen Vollzug des Kohleausstiegs verlängert werden. Dieser ist voraussichtlich für das Jahr 2038 vorgesehen. Zudem schlägt der Verband vor, die Zuschlagszahlungen neu zu strukturieren. 70 Prozent davon sollen als feste Leistungsprämie gewährt werden. 30 Prozent sollen als variable Arbeitsprämie ausgestaltet sein, um die Rolle der KWK als Restlasterzeuger abzubilden. Außerdem wird ein Bonus auf den KWK-Zuschlag für die nachweisliche Verwendung von „Grüngasen“ gefordert. Damit sind neben Wasserstoff auch biogene Gase gemeint. Ebenso soll die Verlegung von Leitungen für diese Gase gefördert werden, analog zur Förderung von Wärmenetzen.

Zusätzliche Vergütung gefordert

Der Verband plädiert darüber hinaus für eine zusätzliche Komponente zur Vergütung von Systemdienstleistungen. Dazu zählt beispielsweise die Bereitstellung von Blindstrom, also elektrischer Leistung zur Stabilisierung der Netzspannung. Schließlich fordert der B.KWK, dass eine mögliche parallele Förderung im geplanten Kraftwerkssicherheitsgesetz (KWSG) nicht länger laufen darf als die Förderung im KWKG. Andernfalls könnten volkswirtschaftlich nachteilige Anreize entstehen, so die Ansicht des Verbands.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Kraft-Wärme-Kopplung

Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen

[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...

Hanau: Wechsel von Kohle auf Gas

[22.09.2026] Das neue Gemeinschaftskraftwerk der Stadtwerke Hanau und Mainova ist in den Dauerbetrieb gegangen. Drei wasserstofffähige Gasmotoren erzeugen Fernwärme für knapp 20.000 Haushalte und speisen gleichzeitig Strom in das lokale Netz ein. mehr...

Hafenwärme Papenburg: Sektorenkopplung versorgt Gartenbaubetriebe

[14.09.2026] In Papenburg ist eine innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Betrieb gegangen. Sie verbindet Blockheizkraftwerke, Großwärmepumpen und Power-to-Heat-Technik und soll unter anderem Gartenbaubetriebe mit Wärme versorgen. mehr...

Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK

[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...

Stadtwerke Dessau: Spatenstich für iKWK-Anlage

[13.07.2026] Die Stadtwerke Dessau haben mit dem Bau einer innovativen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage begonnen. Die neue Energiezentrale soll ab Mitte 2028 das Wohngebiet Zoberberg, das Klinikum Dessau und weitere Bereiche des Fernwärmenetzes mit Wärme versorgen. mehr...

BDEW: Urteil schafft Rechtssicherheit für KWK-Förderung

[10.07.2026] Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz keine staatliche Beihilfe ist. Laut BDEW schafft das Urteil Rechtssicherheit für die Weiterentwicklung des KWKG. mehr...

Energieversorgung Hildesheim: ORC-Anlage ertüchtigt

[09.07.2026] Eine ORC-Anlage zur Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse in Hildesheim erreicht nach einer technischen Überarbeitung wieder ihre ursprüngliche Leistung. Die EVI Energieversorgung Hildesheim hat die Anlage gemeinsam mit dem Partner GMK im laufenden Betrieb analysiert und optimiert. mehr...

KWK-Symposium: Rolle der KWK im künftigen Energiesystem

[08.06.2026] Kraft-Wärme-Kopplung steht im Mittelpunkt des 24. KWK-Symposium. Die Veranstaltung beleuchtet aktuelle politische, technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und zeigt, welche Rolle KWK künftig im Energiesystem spielen kann. mehr...

Große silberne Rohrleitungen und technische Anlagen in einem Heizungs- oder Energietechnikraum. Im Mittelpunkt steht ein rechteckiges Metallgehäuse mit strukturierter Oberfläche, umgeben von isolierten Rohren, Ventilen und Messinstrumenten.

Tübingen: Wärmetauscher ergänzen Kläranlage

[29.05.2026] Eine Kläranlage in Tübingen wurde um ein drittes BHKW sowie eine innovative Wärmepumpe ergänzt. Damit soll die Klärgasverstromung noch effizienter werden. mehr...

Blockheizkraftwerk in einem Technikraum: graues, rechteckiges Metallgehäuse mit rotem Seitenstreifen, Bedienfeld und Not-Aus-Schalter an der Front, oben angeschlossene Kabel und Leitungen, installiert auf einem Betonsockel.

Sokratherm: Förderung für BHKW sichern

[06.05.2026] Für kleinere Blockheizkraftwerke gelten derzeit vergleichsweise hohe Förderzuschläge. Nach einer geplanten Gesetzesänderung könnten diese sinken. Betreiberinnen und Betreiber haben noch bis Ende 2026 Zeit, von den aktuellen Konditionen zu profitieren. mehr...

Drei Personen stehen vor dem Eingang eines Kraftwerksgebäudes und reichen sich die Hand. Eine Person hält ein Dokument. Im Hintergrund sind Industriegebäude und mehrere hohe Schornsteine zu sehen, daneben ein Schild mit der Aufschrift „Uniper Kraftwerke – Kraftwerk Staudinger“.

Uniper: Vorbescheid für neues Gaskraftwerk

[05.05.2026] Für ein geplantes Gaskraftwerk in Großkrotzenburg liegt ein wichtiger Zwischenschritt im Genehmigungsverfahren vor. Die zuständige Behörde hat zentrale Fragen zur Umsetzung vorab geklärt. Das Projekt soll zur künftigen Stromversorgung beitragen. mehr...

bericht

Kraft-Wärme-Kopplung: Flexibel einsetzbar

[14.04.2026] In der aktuellen Phase der Energiewende stellt sich die Frage, wie sich Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit verbinden lassen. Eine Antwort darauf bietet die Kraft-Wärme-Kopplung. Sie zeichnet sich durch flexible Einsatzmöglichkeiten und Effizienz aus. mehr...

Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung: BHKW des Jahres 2025 ausgezeichnet

[27.03.2026] Eine KWK-Anlage bei Saarbrücken, die Grubengas und Grubenwasser nutzt, ist zum „BHKW des Jahres 2025“ gekürt worden. Die Auszeichnung zeigt, wie anspruchsvolle Technik klimaschädliches Methan nutzbar macht und neue Maßstäbe für die Energiewende vor Ort setzt. mehr...

BDEW-Studie: Kapazitätsmarkt kann KWK-Förderung nicht ersetzen

[10.03.2026] Eine Studie untersucht, wie Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung in einen künftigen Kapazitätsmarkt integriert werden könnten. Die Ergebnisse zeigen, warum ein solcher Mechanismus allein die bestehende Förderung nicht ersetzen kann und welche politischen Entscheidungen nun für Investoren entscheidend werden. mehr...