MünsterKommunaler Wärmeplan beschlossen

Die Stadt Münster hat jetzt ihren kommunalen Wärmeplan verabschiedet.
(Bildquelle: 123rf)
Münster will seine Wärmeversorgung bis 2045 weitgehend klimaneutral umbauen (wir berichteten). Wie die Stadt Münster mitteilt, hat der Rat dafür den kommunalen Wärmeplan beschlossen, der den künftigen Ausbau von Fern- und Nahwärme sowie den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen vorsieht.
Der Wärmeplan dient als strategisches Steuerungsinstrument für die Wärmewende in der Stadt. Er zeigt, welche klimaneutralen Versorgungsoptionen in einzelnen Stadtgebieten voraussichtlich infrage kommen. Für Bürgerinnen und Bürger soll er vor allem Orientierung schaffen. Die Entscheidung über die konkrete Heiztechnik bleibt in der Regel bei den Eigentümerinnen und Eigentümern.
Bislang basiert die Wärmeversorgung in Münster überwiegend auf fossilen Energieträgern. Erdgas und Heizöl decken derzeit 70,5 Prozent der Wärmebereitstellung ab. Fernwärme erreicht aktuell einen Anteil von rund 21 Prozent am Wärmemarkt. Nach dem beschlossenen Zielszenario soll sich diese Struktur grundlegend verändern.
Der Wärmeplan teilt das Stadtgebiet in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete ein. Grundlage sind Annahmen etwa zur Gebäudesanierung und zum künftigen Energiebedarf. Für rund 85 Prozent des heutigen Wärmebedarfs nennt der Plan bereits konkrete klimaneutrale Versorgungsoptionen. Bei etwa 42 Prozent gelten Fern- oder Nahwärmenetze als mögliche Lösung. Weitere 43 Prozent sollen vor allem über dezentrale Systeme wie Erd- und Luftwärmepumpen versorgt werden.
Für die verbleibenden 15 Prozent des Wärmebedarfs definiert die Stadt sogenannte Prüfgebiete. Dort fehlen bislang belastbare Aussagen zur wirtschaftlichen oder technischen Machbarkeit einzelner Versorgungsformen. Das betrifft auch geplante Neubaugebiete bis 2045. In diesen Bereichen will die Stadt unter anderem prüfen, ob Nahwärmenetze sinnvoll aufgebaut werden können.
Nach den Annahmen des Wärmeplans sinkt der Wärmebedarf in Münster bis 2045 um rund 16 Prozent. Ausschlaggebend dafür sind erwartete Gebäudesanierungen, effizientere Heiztechnik und klimatische Veränderungen. Gleichzeitig soll der Anteil der Fernwärme von heute 21 auf 28 Prozent steigen. Die Stadt sieht darin einen wichtigen Baustein der Wärmewende, verweist aber darauf, dass sich Fernwärme nicht in allen Stadtteilen wirtschaftlich umsetzen lässt.
Künftig soll auch die Fern- und Nahwärme selbst klimaneutral erzeugt werden. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von Tiefengeothermie sowie großer Kanal- und Klarwasser-Wärmepumpen. Die Stadtwerke arbeiten laut Stadtverwaltung bereits an entsprechenden Projekten.
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